Anna Maria Franziska von Sachsen-Lauenburg, Großherzogin der Toskana.
Haus: Sachsen Linie: Lauenburg
* 13.06.1672 (Ratzeburg) – † 15.10.1741 (Reichstadt) Reichstadt /Stadtpfarrkirche
Kinder
Kinder mit Philipp Wilhelm August von der Pfalz
Anna Maria Franziska von Sachsen-Lauenburg war eine der vermögendsten und eigenwilligsten Persönlichkeiten im europäischen Hochadel des Barock. Als Erbin des Herzogtums Sachsen-Lauenburg brachte sie nicht nur riesige Ländereien in Böhmen in ihre Ehen ein, sondern auch einen ausgeprägten Sinn für Unabhängigkeit. Ihr Schicksal ist untrennbar mit dem Haus Wittelsbach verbunden, da sie durch ihre erste Heirat mit Philipp Wilhelm August von der Pfalz zur Schwiegertochter des Kurfürsten Philipp Wilhelm wurde.
Nach dem frühen Tod ihres ersten Gatten führte ihr Weg sie in eine zweite Ehe mit Gian Gastone de’ Medici, dem letzten Großherzog der Toskana aus dem berühmten Florentiner Geschlecht. Diese Verbindung gilt als eine der unglücklichsten der damaligen Diplomatie: Anna Maria Franziska weigerte sich beharrlich, ihre böhmischen Güter zu verlassen und nach Italien zu ziehen. Da auch ihr Gemahl sich weigerte, dauerhaft in der böhmischen Provinz zu bleiben, lebte das Paar fast vollständig getrennt. Diese Standhaftigkeit – oder Sturheit, je nach zeitgenössischer Sichtweise – verhinderte eine Konsolidierung der Machtverhältnisse zwischen den Wittelsbachern, den Medici und dem Kaiserhaus.
In der Geschichte der Wittelsbacher Nebenlinien wird sie als eine Frau erinnert, die ihr Erbe mit eiserner Hand verwaltete und sich den strengen dynastischen Erwartungen ihrer Zeit widersetzte. Ihre riesigen Besitzungen fielen später an die bayerische Linie zurück und stärkten die wirtschaftliche Basis des Hauses.
Für die Stadtgeschichte-München bietet ihre Biografie einen faszinierenden Einblick in die Zeit, als wittelsbachische Prinzen nach den reichsten Erbinnen Europas suchten, um den Einfluss der Familie in Böhmen und Italien zu festigen. Sie verkörpert den barocken Typus der souveränen Landesherrin, die lieber auf ihren eigenen Schlössern regierte, als sich dem Protokoll eines fremden Hofes zu unterwerfen.
Nach dem frühen Tod ihres ersten Gatten führte ihr Weg sie in eine zweite Ehe mit Gian Gastone de’ Medici, dem letzten Großherzog der Toskana aus dem berühmten Florentiner Geschlecht. Diese Verbindung gilt als eine der unglücklichsten der damaligen Diplomatie: Anna Maria Franziska weigerte sich beharrlich, ihre böhmischen Güter zu verlassen und nach Italien zu ziehen. Da auch ihr Gemahl sich weigerte, dauerhaft in der böhmischen Provinz zu bleiben, lebte das Paar fast vollständig getrennt. Diese Standhaftigkeit – oder Sturheit, je nach zeitgenössischer Sichtweise – verhinderte eine Konsolidierung der Machtverhältnisse zwischen den Wittelsbachern, den Medici und dem Kaiserhaus.
In der Geschichte der Wittelsbacher Nebenlinien wird sie als eine Frau erinnert, die ihr Erbe mit eiserner Hand verwaltete und sich den strengen dynastischen Erwartungen ihrer Zeit widersetzte. Ihre riesigen Besitzungen fielen später an die bayerische Linie zurück und stärkten die wirtschaftliche Basis des Hauses.
Für die Stadtgeschichte-München bietet ihre Biografie einen faszinierenden Einblick in die Zeit, als wittelsbachische Prinzen nach den reichsten Erbinnen Europas suchten, um den Einfluss der Familie in Böhmen und Italien zu festigen. Sie verkörpert den barocken Typus der souveränen Landesherrin, die lieber auf ihren eigenen Schlössern regierte, als sich dem Protokoll eines fremden Hofes zu unterwerfen.