Johann III. Ohnegnade, Herzog von Straubing-Holland
* 1374 (Le Quesnoy) – † 06.01.1425 (Den Haag) /St. Vincenz- oder Kloster-Kirche
1417-1425 Herzog von Straubing-Holland
Kinder
Sein Lebensweg nahm eine entscheidende Wendung, als er die geistlichen Gewänder ablegte, um sein Erbe im Teilherzogtum Bayern-Straubing-Holland anzutreten. In den darauffolgenden Jahren wurde er zu einem zentralen Akteur im europäischen Machtspiel, insbesondere im langwierigen Konflikt um die Grafschaften Holland, Zeeland und Hennegau. Als Gegenspieler seiner Nichte Jakobäa von Bayern kämpfte er mit harten Banden um die Vorherrschaft in den wohlhabenden niederländischen Gebieten und sicherte sich zeitweise die faktische Herrschaft über diese strategisch wichtigen Regionen.
Für die Stadtgeschichte Münchens und die gesamte bayerische Landeshistorie ist sein Tod im Jahr 1425 von fundamentaler Bedeutung. Da Johann III. keine legitimen Erben hinterließ, löste sein Ableben den Straubinger Erbfolgestreit aus. Dies führte letztlich zur Aufteilung seines bayerischen Kernlandes unter die Linien Bayern-München, Bayern-Landshut und Bayern-Ingolstadt. München profitierte erheblich von dieser Entwicklung, da es bedeutende Gebiete aus der Straubinger Hinterlassenschaft zugesprochen bekam.
Johann III. war zudem ein bedeutender Mäzen der Kunst. Er holte unter anderem den berühmten Maler Jan van Eyck an seinen Hof in Den Haag, was den kulturellen Austausch zwischen den bayerischen Territorien und den flämischen Zentren intensivierte. Sein Grabmal in der Karmelitenkirche in Straubing zeugt noch heute von dem hohen herrschaftlichen Anspruch dieses Mannes, der zwischen den Niederlanden und Bayern ein gewaltiges, wenn auch kurzlebiges Machtzentrum schuf.
JohannIII. Regiert vom 31. Mai 1417 bis 6. Jan. 1425.
Beinamen; der Unbarmherzige Jean sans pitie etc.;
geb. im Jahre 1374;
erwählt z. Bischof v. Lüttich im J. 1390 (Einzug daselbst 10. Juli gl. J.);
resignirt, ohne die hohem Weihen erhalten zu haben, dieses Hochstift in die Hände des Conciliums zu Konstanz, welches ihn vom Diakonate dispensirt u. zur Verehelichung zulässt, 28. März 1418; gest. im Haag am 6. Jan. 1425 (an Gift);1
begr. daselbst in der St. Vincenz- oder Kloster-Kirche. (Kein Denkmal mehr.)