Philipp von der Pfalz Pfalzgraf bei Rhein

Philipp von der Pfalz, Pfalzgraf bei Rhein

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Simmern

* 16.09.1627 (Den Haag) – † 16.12.1650 (Rethel) /Pfarrkirche Saint Charles

Philipp von der Pfalz

Kinder

Keine Kinder erfasst
Philipp von der Pfalz, ein Sohn des Kurfürsten Friedrich V. und der Elisabeth Stuart, gehört zu den tragischen Gestalten der pfälzischen Wittelsbacher, deren Potenzial durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges und einen frühen Tod nie voll ausgeschöpft werden konnte. Geboren im niederländischen Exil seiner Eltern, wuchs er in einem Umfeld auf, das von den ständigen Bemühungen um die Rückgewinnung der Kurpfalz und dem Kampf für die protestantische Sache geprägt war. Seine Erziehung war, wie die seiner zahlreichen Geschwister, darauf ausgerichtet, dem Haus Pfalz-Simmern in den diplomatischen und militärischen Arenen Europas neue Geltung zu verschaffen.

Seine kurze Lebensspanne war maßgeblich durch militärische Ambitionen bestimmt. Da er als jüngerer Sohn keine Aussicht auf die Kurwürde hatte, suchte er sein Glück im Kriegsdienst, der ihn unter anderem nach Frankreich führte. In Paris geriet er jedoch in eine folgenschwere Affäre: Nach einer heftigen Auseinandersetzung tötete er den französischen Edelmann Jacques de l'Hôpital, Marquis de Saint-Mesmin, im Duell. Dieser Vorfall zwang ihn zur Flucht vom französischen Hof und überschattete sein Ansehen in den europäischen Adelskreisen erheblich, da er fortan als flüchtig galt.

Trotz dieser Belastung versuchte Philipp, seine militärische Karriere fortzusetzen und trat in spanische Dienste. Sein Ende fand er bereits im Alter von 23 Jahren in der Schlacht von Rethel, wo er im Kampf gegen französische Truppen fiel. In der Historiographie wird er oft als ein Beispiel für das unstete Leben der „nachgeborenen“ Pfalzgrafen jener Zeit gesehen, die fernab ihrer Heimat nach Ruhm und Auskommen suchen mussten. Sein Schicksal verdeutlicht die Zerrissenheit einer Generation, die zwischen hohem dynastischem Anspruch und der harten Realität des Exils sowie des Söldnerwesens stand. Da er kinderlos blieb, erlosch mit ihm ein weiterer Zweig der direkten Nachkommenschaft des „Winterkönigs“.
Lebensstationen & Ereignisse
📌 21.06.1646 Sonstiges
Den Haag
Am 21. Juni 1646 ermordete er in Den Haag auf offener Straße den Marquis de l’Epinay, einen Günstling seiner Mutter und floh aus den Generalstaaten
15.12.1650 Tod
Rethel
Er fiel als Reiteroberst in den Kriegen der Fronde in der Schlacht bei Rethel.