Johanna von Bayern
* 1362 (Den Haag) – † 31.12.1386 (Prag) Prag /Zisterzienserkloster Königsaal
Kinder
Die Vermählung mit dem jungen Thronfolger Wenzel in Nürnberg diente der Absicherung des Friedens zwischen den beiden großen Herrscherhäusern und sollte die luxemburgische Herrschaft in den böhmischen Ländern sowie im Reich stabilisieren. Johanna wurde kurz nach der Hochzeit im Prager Veitsdom zur Königin von Böhmen gekrönt und begleitete ihren Gemahl in der Folgezeit bei repräsentativen Aufgaben. In der kaiserlichen Residenz in Prag war sie Teil eines glanzvollen Hoflebens, das durch die kulturelle Blüte der luxemburgischen Ära geprägt war.
Trotz ihrer hohen protokollarischen Stellung blieb ihr politischer Handlungsspielraum in den zeitgenössischen Quellen weitgehend im Hintergrund. Ihr frühes Ableben, das unter tragischen Umständen am Hof in Karlstein erfolgte, verhinderte eine längerfristige Einflussnahme auf die schwierigen Regierungsjahre ihres Ehemanns. Sie wurde in der königlichen Grablege der Zisterzienserabtei Königsaal beigesetzt, was ihre tiefe Integration in das luxemburgische Haus verdeutlicht. Da die Ehe kinderlos blieb, endete mit ihr die direkte dynastische Verbindung zwischen der Straubinger Linie der Wittelsbacher und der böhmischen Krone in dieser Generation. In der Historiographie wird sie primär als Repräsentantin einer strategischen Allianz wahrgenommen, die das komplexe Beziehungsgeflecht der europäischen Fürstenhäuser im 14. Jahrhundert widerspiegelt.
Johanna I, geb. im Jahre 1356, verl. in Kempnaten 13. Juni, ratif. Prag 6. Juli 1370, verm. in Nürnberg 29. Sept. gl. J. mit König Wenzel von Boehmen (später auch von Deutschland), welcher geb. ist in Nürnberg 26. Febr. 1361, auf dem Neu-Schlosse bei Kunratitz nächst Prag 16. Aug. 1419 starb und im Cisterzienser-Kloster Königssaal begr. wurde, als dessen erste Gemahlin.
Johanna starb in kinderloser Ehe zu Prag (?) 31. Dez. 1386 und ruht in der Schlosskirche daselbst. (Brustbild mit Inschrift.)