Sidonia Herzogin von Bayern

Sidonia, Herzogin von Bayern

Haus: Wittelsbach Linie: Bayern-München

* 01.05.1488 (München) – † 29.03.1505 (München) München /Frauenkirche

Sidonia

Kinder

Keine Kinder erfasst
Sidonie von Bayern war eine Tochter Herzog Albrechts IV. und der Kunigunde von Österreich und spielte eine tragische Rolle in der dynastischen Planung des Hauses Wittelsbach an der Schwelle zur Neuzeit. Als Enkelin Kaiser Friedrichs III. und Nichte Kaiser Maximilians I. war sie eine hochrangige Partie auf dem europäischen Heiratsmarkt. Ihre Biografie steht exemplarisch für das Schicksal adeliger Töchter, deren Leben oft nur als Pfand in der Territorialpolitik fungierte.

Schon früh wurde Sidonie zum Spielball der Bündnispolitik zwischen den Wittelsbachern und dem Haus Sachsen. Sie wurde mit dem späteren Kurfürsten Albrecht dem Beherzten verlobt, um die Beziehungen zwischen München und Dresden zu zementieren. Doch das Schicksal griff ein: Sidonie verstarb im Alter von nur 17 Jahren, noch bevor die Ehe vollzogen werden konnte. Ihr früher Tod machte nicht nur die mühsam ausgehandelten Heiratspläne zunichte, sondern stürzte den Münchner Hof auch in tiefe Trauer, da sie als eine der hoffnungsvollsten Verbindungen zum kaiserlichen Haus galt.

Ihr kurzes Leben ist heute vor allem durch ihre Grabstätte in der Münchener Frauenkirche präsent. Ihr Grabmal, das sie an der Seite ihrer bedeutenden Verwandten zeigt, unterstreicht ihren Status als kaiserliche Prinzessin. In der Historiographie wird Sidonie oft als die „vergessene Tochter“ Albrechts IV. wahrgenommen, deren Lebensweg ein abruptes Ende fand, bevor sie ihre vorgesehene Rolle als Vermittlerin zwischen den großen deutschen Fürstenhäusern einnehmen konnte. Ihr Tod zwang ihren Vater dazu, seine diplomatische Strategie neu auszurichten und die verbliebenen Töchter, wie Sabina und Sibylle, umso gezielter in strategische Allianzen einzubinden.