Sabina Herzog von Bayern

Sabina, Herzog von Bayern

Haus: Wittelsbach Linie: von Bayern

* 24.04.1492 (München) – † 30.05.1564 (Nürnberg) Tübingen /Stiftskirche

Sabina

Kinder

Keine Kinder erfasst
Sabina von Bayern war eine Tochter Herzog Albrechts IV. und der Kunigunde von Österreich und wurde durch ihre Heirat mit Herzog Ulrich von Württemberg zur zentralen Figur in einem der spektakulärsten Ehedramen des 16. Jahrhunderts. Diese Verbindung, die ursprünglich zur Befriedung der Rivalität zwischen den Wittelsbachern und den Württembergern sowie zur Festigung des bayerischen Einflusses im Südwesten des Reiches dienen sollte, entwickelte sich rasch zu einer politischen und persönlichen Katastrophe.

Die Ehe war von Gewalt und Misstrauen geprägt. Als Ulrich im Zorn den Stallmeister Hans von Hutten – den Geliebten seiner früheren Favoritin und einen engen Vertrauten – ermordete, eskalierte die Situation. Sabina, die um ihr Leben fürchtete und sich der Demütigungen durch ihren Ehemann erwehren musste, ergriff 1515 die Flucht. Sie ließ ihre Kinder zurück und suchte Schutz bei ihren Brüdern in München sowie bei ihrem kaiserlichen Onkel Maximilian I. Dieser Schritt war für die damalige Zeit beispiellos und führte zu einer massiven diplomatischen Krise, die Ulrichs Position im Reich untergrub.

Sabinas Flucht wurde zum Katalysator für den Sturz Ulrichs. Ihre Klagen über seine Tyrannei lieferten dem Schwäbischen Bund und dem Kaiser die moralische und rechtliche Legitimation, gegen den württembergischen Herzog vorzugehen, was schließlich zu dessen Vertreibung und der zeitweiligen Übernahme Württembergs durch die Habsburger führte. Erst nach Jahrzehnten des Exils und politischer Wirren kam es zu einer Annäherung; nach Ulrichs Tod kehrte Sabina nach Württemberg zurück, konvertierte zum Protestantismus und verbrachte ihren Lebensabend in Nürtingen. In der Historiographie wird sie als eine willensstarke Frau gewürdigt, die sich gegen dynastische Zwänge auflehnte und deren Schicksal die Machtpolitik zwischen Bayern, Württemberg und dem Kaiserhaus über Jahrzehnte entscheidend beeinflusste.