Georg der Reiche
* 15.08.1455 (Burghausen) – † 01.12.1503 (Ingolstadt)
Kinder
Weitreichende Bekanntheit erlangte Georg durch seine Vermählung mit der polnischen Königstochter Hedwig Jagiellonica. Die Landshuter Hochzeit von 1475 ging als eines der aufwendigsten Feste des späten Mittelalters in die Geschichte ein und diente der Demonstration dynastischer Stärke gegenüber dem Kaiserhaus und anderen Reichsfürsten.
Innenpolitisch setzte Georg die zentralisierende Politik seines Vaters fort, stieß jedoch auf zunehmenden Widerstand der Landstände. Sein politisches Vermächtnis ist untrennbar mit der Nachfolgefrage verknüpft: Da er ohne männliche Erben blieb, versuchte er entgegen den wittelsbachischen Hausverträgen, seine Tochter Elisabeth und deren Gemahl Ruprecht von der Pfalz als Erben einzusetzen. Dieser Bruch mit dem geltenden Recht führte nach seinem Tod zum Landshuter Erbfolgekrieg, der die politische Landkarte Bayerns grundlegend veränderte und schließlich zur Wiedervereinigung der bayerischen Teilherzogtümer unter der Münchener Linie führte. Sein Wirken markiert somit den glanzvollen Schlusspunkt der Eigenständigkeit von Bayern-Landshut.
Georg. Regiert vom 18. Jan. 1479 bis 1. Dez. 1503.
Beinamen: der Mächtige, der Reiche u. s. w.; geb. in Landshut am 15. Aug. 1455s);
gest. am 1. Dez. 1503 zu Ingolstadt; begr. in Seligenthal (ehern. Grabdenkmal und Epitaph daselbst), während Herz und Eingeweide zu Ingolstadt bei U. schönen L. Frau verwahrt werden.
NB. Die 3. Lieferung der Alterth. u. Kunst-Denkmale des b. Herrscher-Hauses enthält auf dem Denkmal in der Burghauser- Schloss- Kapelle die einzigen gleichzeitigen Bildnisse des fürstlichen Ehepaars. Eine Kopie davon bietet der Saal IX der Gothik im Nat. Museum dahier. Eine weitere Kopie von unbek. Hand findet sich als Nr. 367 in der Schleissh. Gall.