Hedwig Pfalzgräfin von Sulzbach

Hedwig, Pfalzgräfin von Sulzbach

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Sulzbach

* 15.04.1650 (Sulzbach) – † 23.11.1681 (Hamburg) Schlackenwerth

Ehen:
1. 09.04.1668 in Sulzbach · mit Julius Franz
Hedwig

Kinder

Hedwig von Pfalz-Sulzbach, eine Prinzessin aus der pfälzischen Linie der Wittelsbacher, war die Tochter des Pfalzgrafen Christian August und der Amalie Magdalena von Nassau-Siegen. Ihre Biografie ist ein Paradebeispiel für die dynastische Vernetzung zwischen dem rheinisch-pfälzischen Raum und dem habsburgischen Nordosten des Reiches, die durch strategische Eheschließungen stabilisiert wurde.

In erster Ehe vermählte sie sich mit Erzherzog Sigismund Franz von Österreich-Tirol. Diese Verbindung war von hoher politischer Relevanz, da sie die Stellung der Wittelsbacher im Alpenraum stärken sollte. Die Ehe blieb jedoch aufgrund des plötzlichen Todes des Erzherzogs kinderlos und nur von extrem kurzer Dauer, was die dynastischen Bestrebungen in Tirol jäh beendete.

Nach ihrer Zeit als Witwe ging Hedwig eine zweite Ehe mit Herzog Julius Franz von Sachsen-Lauenburg ein. In dieser neuen Position als Herzogin im Norden des Reiches wirkte sie als Bindeglied zwischen verschiedenen kulturellen und politischen Sphären. Aus dieser Ehe gingen bedeutende Nachkommen hervor, darunter die spätere Kaiserin Anna Maria Franziska.

Hedwig zeichnete sich zeitlebens durch ein ausgeprägtes Bewusstsein für ihren dynastischen Status aus. Sie galt als Förderin des katholischen Glaubens in ihren wechselnden Herrschaftsgebieten und trug wesentlich zur religiösen Festigung an den Höfen bei, an denen sie wirkte. Ihr Lebensweg, der sie von der Oberpfalz über Innsbruck bis in den norddeutschen Raum führte, illustriert die Mobilität und den weitreichenden Einfluss wittelsbachischer Prinzessinnen im 17. Jahrhundert.