Zebrastreifen

Steckbrief

Historische Einordnung

In München begann die Geschichte des Zebrastreifens offiziell am 8. Juli 1952. An diesem Tag wurden im Stadtgebiet die ersten zwölf Fußgängerüberwege markiert – es waren die ersten ihrer Art in der damaligen Bundesrepublik Deutschland. Hier sind ergänzende Details und Hintergründe zu diesem historischen Ereignis: 1. Das Problem mit der Farbe Tatsächlich waren die ersten Versuche, Übergänge dauerhaft zu markieren, von technischen Schwierigkeiten geprägt. Die damals verfügbaren Straßenfarben waren nicht für die hohen Belastungen durch Reifenabrieb und Witterung ausgelegt. Oft verblassten die Streifen bereits nach wenigen Wochen oder wurden bei Regen schmierig. Erst die Entwicklung spezieller Thermoplastik-Materialien und haltbarerer Kaltfarben ermöglichte es, die Markierungen so zu fixieren, dass sie ein dauerhafter Bestandteil des Straßenbildes werden konnten. 2. Fokus auf Verkehrsknotenpunkte Der Stadtrat konzentrierte sich bei der Einführung bewusst auf die „Hotspots“ der Stadt: Stachus (Karlsplatz): Dieser galt in den 1950er und 60er Jahren als der verkehrsreichste Platz Europas. Das enorme Aufkommen an Autos, Trambahnen und Fußgängern machte eine klare Trennung und Sicherung der Wege überlebenswichtig. Marienplatz: Bevor dieser 1972 zur Fußgängerzone wurde, floss dort der gesamte Ost-West-Verkehr mitten durch das Herz der Stadt. 3. Warum eigentlich „Zebra“? Der Begriff hat eine interessante Geschichte. Während man in der Verwaltung zunächst hölzern von der „Dickstrichkette“ sprach, setzte sich der Name „Zebra“ durch eine geschickte PR-Aktion der Presse und Behörden durch. 1954 startete zudem die „Aktion Zebra“, bei der rücksichtsvolle Autofahrer ausgezeichnet wurden. Das Akronym stand damals für: Zeichen eines besonders rücksichtsvollen Autofahrers. 4. Rechtliche Kuriosität Obwohl die Streifen ab 1952 in München existierten und 1953 bundesweit in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen wurden, hatten Fußgänger dort anfangs gar keinen absoluten Vorrang. Autofahrer mussten zwar „vorsichtig“ fahren, aber das heute selbstverständliche Haltegebot wurde erst am 1. Juni 1964 eingeführt. Quellen: Stadtarchiv München: Dokumentation zur Stadtentwicklung und Verkehrsgeschichte der Nachkriegszeit. Wikipedia: Fußgängerüberweg – Geschichte Münchner Stadtgeschichte: Berichte über die „Aktion Zebra“ und die Verkehrsplanung am Stachus in den 1950er Jahren. In diesem Video über den Stachus in den 1960ern sieht man eindrucksvoll das enorme Verkehrsaufkommen, das die Einführung der Zebrastreifen damals so notwendig machte.

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