Erinnerungskultur und Lebensläufe

Vertriebene zwischen Bayern und Böhmen im 20. Jahrhundert – grenzüberschreitende Perspektiven

Herausgeber:in Krauss Marita, Fassl Peter, Scholl-schneider Sarah
Verlag (Details) Volk Verlag
Buchart Gebundene Ausgabe
Erscheinung Dezember 2012
Seiten 376 S.
ISBN / B3Kat 3937200991 (9783937200996) / BSB-OPAC (BV040721348)
Verkaufspreis 24,90 €
Schlagworte HeimatvertriebeneSudetendeutschenNeugablonzFüssenVertriebeneFlüchlinge

Beschreibung

Die Erinnerung an die Vertreibung nach 1945, an die Ankunft und den langen Prozess der Integration wird getragen von Menschen, die ganz neu beginnen mussten. Ihre Lebensläufe, sozialen Netzwerke und Traditionen prägen eine Erinnerungskultur, die in das Familiengedächtnis wie in die öffentliche Wahrnehmung Eingang gefunden hat. Zwischen hüben und drüben, zwischen dem Aufnahmeland Bayern und den tief greifend veränderten Kulturlandschaften Böhmens und Mährens, entstehen Erinnerungsräume, an denen die ehemaligen wie die heutigen Bewohner teilhaben.
Wie verändert sich die Erinnerung? Wie erleben die Enkel den Bruch in ihrer Familiengeschichte? Wie erinnern sich Tschechen heute an die „deutsche Vergangenheit“ ihrer Wohnorte? Die Ergebnisse des beispielhaften Interview- und Forschungsprojekts „Sudetendeutsche Vertriebene in Bayern“ werfen neues Licht auf ein Kapitel bayerischer Geschichte, das bis in die Gegenwart reicht.
Das Autorenteam unter der Leitung von Marita Krauss und Sarah Scholl-Schneider befragte zahlreiche Zeitzeugen sowie deren Familien und begab sich auf Spurensuche in tschechischen und deutschen Archiven. So wird einer der prägendsten Migrationsprozesse der europäischen Nachkriegsgeschichte aus neuer Perspektive dokumentiert. Ungewöhnliche Zugänge bieten dazu auch private Fotografien und ihre besonderen Geschichten.

  • Vorwort
  • Marita Krauss
    Grenze, Migration, Heimat. Erinnerungskultur und Lebensläufe
    ein landesgeschichtliches Experiment
  • Helga Hirsch
    Flucht und Vertreibung in neuem Licht
  • Matej Spurny
    Landschaft und Gedächtnis: Erfahrung der tschechischen Grenzgebiete
     
  • Geschichten von hüben und drüben
    • Sarah Schöll-Schneider
      Mehr als Fragen und Antworten. Interkulturelle Oral History in Theorie und Praxis
    • Elisabeth Fendl
      Heimatgeschichten. Illustrationen des Angekommenseins
    • Christopher Schliephake
      Zeitgenössische Vertreibungsliteratur als Echolot von Erinnerung
    • Eva Habel
      Die Vertreibung im Leben der nachgeborenen Sudetendeutschen
    • Markus Stadtrecher
      ​Hilfe aus dem Netzwerk. Die Vertriebenenintegration im Bistum Augsburg
  • Lebensläufe
    • Raphaela Rehwald
      Fotos und Familiengedächtnis
    • Michaela Hämmerle
      Weder vertrieben, noch verblieben: die langen Wege des Eduard Marjanko
    • Eva Bendl
      Die doppelte Heimat der Renate Zettl. Regionale Identität in der zweiten Generation
    • Daniela Staib
      Heimat durch Hausbau. Die Kohlplatte in Leipheim - eine Mikrostudie 
    • Juliane Knefelkamp
      Das verlorene Paradies? Kindheit in lebensgeschichtlicher Erinnerung
    • Maria Kretschmer
      ​Ein Leben im Spiegel einer Privatsammlung
  • Erinnerungsräume: Honau - Füssen
    • Miroslav Schneider
      Honau Nr. 3. Zeiträume der Bewegung - eine Mikrostudie
    • Claudia Decker
      Schicksalsgemeinschaft Vertreibungswaggon?
    • Ralf Pasch
      ​Die Erben der Vertreibung
  • Kontinuität im Neuanfang: Neugablonz
    • Johanna Binder
      „Heimat ist Arbeit". Arbeit und Beruf im Integrationsprozess
    • Nadine Skacha
      Die Selbstwahrnehmung der Vertriebenen in Neugablonz.
      Kontinuität als Isolationsfaktor?
    • Manfred Heerdegen
      Erinnerungskultur im Archiv. Biografische Quellen in den Archiven von Kaufbeuren und Neugablonz
    • Peter Fassl
      Die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge in Schwaben. Zum Stand der landesgeschichtlichen Forschung
  • Anhang
    Anmerkungen
    Bibliografie
    Ortsregister
    Bildnachweis
    Autorinnen und Autoren