Bauern in Bayern
Von der Römerzeit bis zur Gegenwart:
| Autor:in | Grimm Claus, Henker Michael, Brockhoff Evamaria |
|---|---|
| Verlag | Haus der Bayerischen Geschichte |
| Erscheinung | 1992 |
| Seiten | 296 S. |
| ISBN / B3Kat | 3927233234 (9783927233232) |
| Kategorie | Geschichte |
| Serie | Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur (Band 023) |
| Schlagworte | Bauern |
Beschreibung
Katalog zur Ausstellung im Herzogschloss Straubing 5. Mai bis 1. November 1992
Geleitwort des Bayerischen Ministerpräsidenten
Bauern haben in der fast 1500jährigen Geschichte Bayerns unser Land geformt. Mögen sich auch die landwirtschaftlichen Methoden gewandelt haben - gleichgeblieben ist, daß man nur dann mit Erfolg Getreide anbauen, Gemüse ziehen oder Vieh züchten kann, wenn man die Natur im Jahreslauf kennt und ihr gerecht wird. Gleichgeblieben ist auch, daß der Bauer mit seiner Arbeit die Umwelt gestaltet. Durch Äcker und Felder, Almwiesen und Fischteiche, Weinberge und Hopfengärten wird unsere Kulturlandschaft gleichermaßen liebenswert und unverwechselbar.
Stattliche Höfe, schmucke Dörfer und selbstbewußte Märkte prägen noch heute das unverwechselbare Bild unserer Heimat. Bäuerinnen und Bauern aller bayerischen Stämme haben Dialekt und Brauchtum, Tracht und Musik überliefert, gepflegt und weiterentwickelt. Sie haben bayerische Geschichte mitgetragen und mitgestaltet. Bäuerliches Leben ist ein gewichtiger Teil bayerischer Tradition und bayerischen Selbstverständnisses.
Das Haus der Bayerischen Geschichte würdigt mit der Landesausstellung 1992 die historische Bedeutung des bayerischen Bauerntums. Produktionsmethoden und soziale Lage der Bauern, ihr Alltag, ihre Rechtsstellung und ihre Kultur wer-
den im deutschen Sprachraum erstmals so umfassend dargestellt. »Bauern in Bayern. Von der Römerzeit bis zur Gegenwart« steht damit gleichgewichtig neben den Ausstellungen, die 1985 der Industrialisierung Bayerns gewidmet waren.
Mit Straubing hat man auch diesmal den »passenden« Ausstellungsort gefunden, liegt es doch im Herzen des Gäu-bodens, einem der ältesten Agrargebiete in Mitteleuropa. Gelungen scheint mir diese Wahl auch angesichts der guten Zusammenarbeit der Stadt Straubing, des Landbauamts und des Finanzbauamts Passau, die das ehemalige Herzogschloß renoviert und museumsgerecht vorbereitet haben, mit dem Haus der Bayerischen Geschichte. Daß die Ökonomie an der Donaugasse und das anschließende Freigelände einbezogen werden konnten, ist dem Verein Jugend und Arbeit e.V. zu verdanken.
Ich bin mir sicher, daß die Ausstellung Zehntausende aus Stadt und Land anziehen wird. Sie dürfen einen erlebnisreichen Besuch erwarten und werden danach wohl besser verstehen, warum wir uns als Bayern so sehr dafür ins Geschirr legen, daß die bäuerliche Landwirtschaft auch im zusammenwachsenden Europa eine Zukunft hat.
Max Streibl
Bauern in Bayern - Von der Römerzeit bis zur Gegenwart.
Einführung
Zur Gestaltung der Ausstellung
- Bayerns römisches Erbe.
Zwischen antiker Weltkultur und Barbaren - Das Dorf und seine Bewohner.
Grundlegung in der Bajuwarenzeit - Der Bauer in der Kunst des Mittelalters.
Die frühesten Darstellungen von Bauernin der Buchmalerei - Ackerbau und Viehzucht.
Die Symbiose von Mensch, Tier und Pflanze als Grundlage der bäuerlichen Landwirtschaft - Stadt und Land, Markt und Handel
- Bäuerliche Konflikte und der deutsche Bauernkrieg.
Konfliktbereitschaft und Konfliktlösungen - Bauerndarstellungen in der Kunst um 1500
- Bayern nach dem Dreißigjährigen Krieg.
Dorfgemeinde und Herrschaft - Bauerndarstellungen vom 17. zum 19. Jahrhundert
- Vom Untertan zum freien Bauern.
Die Reformen der Montgelas-Zeit - Bäuerliche Arbeit und himmlischer Segen.
Schutzheilige und Votivbilder - Beginn der Technisierung und des Verbandswesens.
Von den Krisen zur Blütezeit der Landwirtschaft - Die zentral gelenkte Landwirtschaft.
NS-Herrschaft und Krieg an der »Heimatfront« - Der Bauer in der Kunst der NS-Zeit
- Vom Pferdegespann zum Schlepper.
Die Vollmechanisierung der Landwirtschaft - Überproduktion und Bauernsterben.
Landwirtschaft der Gegenwart - Die Zukunft.
Landwirtschaft im 3. Jahrtausend - Die bayerische Dorfschule.
Ein historischer Abriß - 19 Freigelände
- Abgekürzt zitierte Literatur ......................... 295
- Bildnachweis