Der Landkreis Mühldorf a. Inn im Nationalsozialismus

Beschreibung

Nicht nur in fernen Zentren wie Dachau oder Flossenbürg spielten sich dunkle Kapitel der NS-Vergangenheit ab, auch vor dem Landkreis Mühldorf machte die Nazi-Barbarei nicht halt: Zahlreiche Mahnmale im Mühldorfer Hart, die heute noch immer ungeschützt dem Verfall preisgegeben sind, erinnern daran, dass auch der Landkreis Mühldorf mit seinen KonzentrationsLagern eine zentrale Stätte der Judenvernichtung und unsäglichen Leids gewesen ist. Todesmärsche aus Buchenwald und Flossenbürg führten in den letzten Kriegstagen durch den Landkreis Mühldorf, wo zahlreiche Gefangene von den Schergen des nationalsozialistischen Regimes auf offener Straße ermordet wurden. Die Tendenz geht dahin, diese heute noch sichtbaren Stätten sich selbst zu überlassen und dem Verfall preiszugeben, anstatt sie als lebendiges Mahnmal zu begreifen. Auf diese Art und Weise wird die Erinnerung an eine schlimme Vergangenheit ausgelöscht, anstatt sie gerade in Zeiten eines erstarkenden Rechtsradikalismus als eine Mahnung an die Zukunft und als einen geschichtlichen Lernort zu begreifen. Mit ihrer Dokumentation möchten die Autoren vor allem verdeutlichen: Geschichtsarbeit bedeutet nicht nur die Aufzählung von Fakten, sondern darüber hinaus auch das Gedenken an die Opfer. Schließlich war in den Lagern - Vernichtung durch Arbeit ist das Stichwort - nicht nur eine anonyme Masse von über 4.000 Häftlingen ermordet worden: Vielmehr handelt es sich um über 4.000 verschiedene Einzelschicksale. Die Tatsache, dass Stadt und Landkreis im heimischen Raum den Opfern des örtlichen Holocausts bis zum heutigen Zeitpunkt ein Denkmal verweigert haben, andererseits aber Straßen nach lokalen NS-Größen benannt haben, ist grotesk und beschämend zugleich. Sie sollte gleichzeitig einen Anstoß geben, sich engagiert und unvoreingenommen mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Hierzu bietet diese Dokumentation eine wichtige Grundlage. Über die Autoren: Die Autoren dieser Veröffentlichung, Elke und Günther Egger, sind seit vielen Jahren in der Geschichtsarbeit aktiv und in der Geschichtswerkstatt Mühldorf e.V. engagiert. Die Geschichtswerkstatt (www.geschichtswerkstatt.de) ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Mühldorf und hat laut Satzung den Zweck, "die Geschichte des Nationalsozialismus im Landkreis Mühldorf zu erforschen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, um so im Geiste der Völkerverständigung zu einer demokratischen Bewusstseinsbildung beizutragen."

  • ANSTELLE EINES VORWORTS
    Blick auf die Vergangenheit - Mahnung für die Zukunft
    Beispiel: Das Bunkergelände im Mühldorfer Hart
    Beispiel: Waldkraiburg
    Den Opfern gedenken
    Über die Autoren
  • DAS BUNKERGELÄNDE IM MÜHLDORFER HART
    Die Hauptbaustelle damals und heute
    Die Hauptbaustelle nach Kriegsende
    Die Nebenbaustellen
    Das Schicksal der Häftlinge
    Die Massengräber
    Die Firma Polensky & Zöllner
    Literaturhinweise
    Der Fliegerbunker in der schematischen Skizze (1945)
  • DIE KONZENTRATIONSLAGER BEI MÜHLDORF
    Das Waldlager bei Ampfing
    Über die Situation der Häftlinge
    Mettenheim
    Der Flugbetrieb
    Das Lager Mettenheim
    Das Ende der Lagergruppe
    Die Zahl der Häftlinge
    Die Zahl der Toten
    Die Verantwortlichen
    Das Waldlager in der Übersicht
    Das Lager Mittergars
    Das Lager Thalham
    Das Lager Zangberg
  • FRAUEN IM KONZENTRATIONSLAGER
    Frauen im Lager M1 Mettenheim
    Frauen im Waldlager V/VI bei Ampfing
    Berufsaufstellung der Häftlinge
    Die Herkunft der Häftlinge
    Der Arbeitseinsatz der weiblichen Häftlinge
    Das Leben der weiblichen Häftlinge im Lager
    Sexuelle Gewalt gegen Frauen
    Die besondere Lage schwangerer Frauen
    Selektionen nach Auschwitz
    Das weibliche Wachpersona
    Anmerkungen
    Die Lager bei Mühldorf in der Übersicht
  • DIE TODESMÄRSCHE DURCH DEN LANDKREIS MÜHLDORF
    Die Todesmärsche im Überblick
    Der Todesmarsch in der Umgebung von Kraiburg
    Der Todesmarsch bei Oberneukirchen
    Tote des Todesmarsches im Landkreis Mühldorf:
    Der Todesmarsch bei Neumarkt St. Veit
    Das Ende der Todesmärsche
    Literaturhinweise zu den Todesmärschen
    Die Routen des Todesmarsches durch den Landkreis Mühldorf
  • DIE KZ-FRIEDHÖFE IM LANDKREIS MÜHLDORF
    KZ-Friedhöfe im Überblick
    Der KZ - Friedhof in Mühldorf
    Der KZ - Friedhof in Ampfing
    Der KZ - Friedhof Neumarkt
  • ZWANGSARBEITERINNEN IM LANDKREIS MÜHLDORF
    Das Schicksal einzelner Zwangsarbeiter im Kreis Mühldorf
    Zwangsarbeit bei den Sprengstoffwerken Aschau und Kraiburg
    Zwangsarbeiterlager für den Aufbau von „Weingut 1“
    Liste der verantwortlichen Lagerführer
  • DIE RÜSTUNGSWERKE BEI ASCHAU UND KRAIBURG
    Werk Aschau - Geschichte einer Fabrik
    Werk Aschau - Die Kriegsproduktion
    Werk Aschau - Die Nachkriegsphase
    Werk Aschau - heute
    Waldkraiburg: Maria K. und die Altlasten einer Stadt
    Anmerkung
    Das Rüstungswerk Kraiburg
    Rüstungsaltlasten in Waldkraiburg
  • MÜHLDORF A. INN - EINE KLEINE STADTGESCHICHTE IN ZAHLEN, DATEN, FAKTEN UND PERSONEN
    Die Ortsgruppenleiter der NSDAP in der Stadt Mühldorf
    Die Zusammensetzung des Stadtrats in der Stadt Mühldorf
    „Hitlertag“ in Mühldorf
    Hitler erneut in Mühldorf
    Jüdische Mitbürger in der Stadt Mühldorf a. Inn
    Familie Michaelis
    Familie Hellmann
    Frau Baur
    Andere 
    Dieser Bericht stützt sich auf folgende Angaben:
    - Die Hans-Gollwitzer-Straße in Mühldorf
    - Hans Gollwitzer und die Deutschen Christen
    - Hans Gollwitzer und die Anstalt Ecksberg
    - Hans Gollwitzer und das Kriegsende
    - Eine Straße nach Hans Gollwitzer?
    - Entnazifizierung in Mühldorf
  • DIE BEHINDERTENANSTALT IN ECKSBERG
    Die Tötungsmaschinerie läuft an
    Schloss Hartheim
    Die Liste der ermordeten Pfleglinge
  • KRAIBURG IN DER NS-ZEIT
  • DER RAUM SCHWINDEGG IN DER NS-ZEIT
     
  • Anhang:
    DIE TOTENLISTEN UND TOTENBÜCHER DER MÜHLDORFER KONZENTRATIONSLAGER