Der Landkreis Mühldorf a. Inn im Nationalsozialismus
| Autor:in | Egger Günther, Egger Elke |
|---|---|
| Verlag | RHOMBOS-VERLAG |
| Buchart | Broschiert |
| Erscheinung | 2001 |
| Seiten | 164 S. |
| ISBN / B3Kat | 3930894394 (9783930894390) / BSB-OPAC (BV013926966) |
| Kategorie | Nationalsozialismus |
| Schlagworte | NationalsozialismusHäftlingeMasengräberPolensky & ZöllnerFliegerbunkerLagerHartheimKonzentrationslagerTodesmarschZwangsarbeiterJüdische MitbürgerNSDAP |
| Personen | Hitler Adolf Gollwitzer Hans |
| Ort / Straße | Mühldorf am Inn |
Beschreibung
Nicht nur in fernen Zentren wie Dachau oder Flossenbürg spielten sich dunkle Kapitel der NS-Vergangenheit ab, auch vor dem Landkreis Mühldorf machte die Nazi-Barbarei nicht halt: Zahlreiche Mahnmale im Mühldorfer Hart, die heute noch immer ungeschützt dem Verfall preisgegeben sind, erinnern daran, dass auch der Landkreis Mühldorf mit seinen KonzentrationsLagern eine zentrale Stätte der Judenvernichtung und unsäglichen Leids gewesen ist. Todesmärsche aus Buchenwald und Flossenbürg führten in den letzten Kriegstagen durch den Landkreis Mühldorf, wo zahlreiche Gefangene von den Schergen des nationalsozialistischen Regimes auf offener Straße ermordet wurden. Die Tendenz geht dahin, diese heute noch sichtbaren Stätten sich selbst zu überlassen und dem Verfall preiszugeben, anstatt sie als lebendiges Mahnmal zu begreifen. Auf diese Art und Weise wird die Erinnerung an eine schlimme Vergangenheit ausgelöscht, anstatt sie gerade in Zeiten eines erstarkenden Rechtsradikalismus als eine Mahnung an die Zukunft und als einen geschichtlichen Lernort zu begreifen. Mit ihrer Dokumentation möchten die Autoren vor allem verdeutlichen: Geschichtsarbeit bedeutet nicht nur die Aufzählung von Fakten, sondern darüber hinaus auch das Gedenken an die Opfer. Schließlich war in den Lagern - Vernichtung durch Arbeit ist das Stichwort - nicht nur eine anonyme Masse von über 4.000 Häftlingen ermordet worden: Vielmehr handelt es sich um über 4.000 verschiedene Einzelschicksale. Die Tatsache, dass Stadt und Landkreis im heimischen Raum den Opfern des örtlichen Holocausts bis zum heutigen Zeitpunkt ein Denkmal verweigert haben, andererseits aber Straßen nach lokalen NS-Größen benannt haben, ist grotesk und beschämend zugleich. Sie sollte gleichzeitig einen Anstoß geben, sich engagiert und unvoreingenommen mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Hierzu bietet diese Dokumentation eine wichtige Grundlage. Über die Autoren: Die Autoren dieser Veröffentlichung, Elke und Günther Egger, sind seit vielen Jahren in der Geschichtsarbeit aktiv und in der Geschichtswerkstatt Mühldorf e.V. engagiert. Die Geschichtswerkstatt (www.geschichtswerkstatt.de) ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Mühldorf und hat laut Satzung den Zweck, "die Geschichte des Nationalsozialismus im Landkreis Mühldorf zu erforschen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, um so im Geiste der Völkerverständigung zu einer demokratischen Bewusstseinsbildung beizutragen."
- ANSTELLE EINES VORWORTS
Blick auf die Vergangenheit - Mahnung für die Zukunft
Beispiel: Das Bunkergelände im Mühldorfer Hart
Beispiel: Waldkraiburg
Den Opfern gedenken
Über die Autoren - DAS BUNKERGELÄNDE IM MÜHLDORFER HART
Die Hauptbaustelle damals und heute
Die Hauptbaustelle nach Kriegsende
Die Nebenbaustellen
Das Schicksal der Häftlinge
Die Massengräber
Die Firma Polensky & Zöllner
Literaturhinweise
Der Fliegerbunker in der schematischen Skizze (1945) - DIE KONZENTRATIONSLAGER BEI MÜHLDORF
Das Waldlager bei Ampfing
Über die Situation der Häftlinge
Mettenheim
Der Flugbetrieb
Das Lager Mettenheim
Das Ende der Lagergruppe
Die Zahl der Häftlinge
Die Zahl der Toten
Die Verantwortlichen
Das Waldlager in der Übersicht
Das Lager Mittergars
Das Lager Thalham
Das Lager Zangberg - FRAUEN IM KONZENTRATIONSLAGER
Frauen im Lager M1 Mettenheim
Frauen im Waldlager V/VI bei Ampfing
Berufsaufstellung der Häftlinge
Die Herkunft der Häftlinge
Der Arbeitseinsatz der weiblichen Häftlinge
Das Leben der weiblichen Häftlinge im Lager
Sexuelle Gewalt gegen Frauen
Die besondere Lage schwangerer Frauen
Selektionen nach Auschwitz
Das weibliche Wachpersona
Anmerkungen
Die Lager bei Mühldorf in der Übersicht - DIE TODESMÄRSCHE DURCH DEN LANDKREIS MÜHLDORF
Die Todesmärsche im Überblick
Der Todesmarsch in der Umgebung von Kraiburg
Der Todesmarsch bei Oberneukirchen
Tote des Todesmarsches im Landkreis Mühldorf:
Der Todesmarsch bei Neumarkt St. Veit
Das Ende der Todesmärsche
Literaturhinweise zu den Todesmärschen
Die Routen des Todesmarsches durch den Landkreis Mühldorf - DIE KZ-FRIEDHÖFE IM LANDKREIS MÜHLDORF
KZ-Friedhöfe im Überblick
Der KZ - Friedhof in Mühldorf
Der KZ - Friedhof in Ampfing
Der KZ - Friedhof Neumarkt - ZWANGSARBEITERINNEN IM LANDKREIS MÜHLDORF
Das Schicksal einzelner Zwangsarbeiter im Kreis Mühldorf
Zwangsarbeit bei den Sprengstoffwerken Aschau und Kraiburg
Zwangsarbeiterlager für den Aufbau von „Weingut 1“
Liste der verantwortlichen Lagerführer - DIE RÜSTUNGSWERKE BEI ASCHAU UND KRAIBURG
Werk Aschau - Geschichte einer Fabrik
Werk Aschau - Die Kriegsproduktion
Werk Aschau - Die Nachkriegsphase
Werk Aschau - heute
Waldkraiburg: Maria K. und die Altlasten einer Stadt
Anmerkung
Das Rüstungswerk Kraiburg
Rüstungsaltlasten in Waldkraiburg - MÜHLDORF A. INN - EINE KLEINE STADTGESCHICHTE IN ZAHLEN, DATEN, FAKTEN UND PERSONEN
Die Ortsgruppenleiter der NSDAP in der Stadt Mühldorf
Die Zusammensetzung des Stadtrats in der Stadt Mühldorf
„Hitlertag“ in Mühldorf
Hitler erneut in Mühldorf
Jüdische Mitbürger in der Stadt Mühldorf a. Inn
Familie Michaelis
Familie Hellmann
Frau Baur
Andere
Dieser Bericht stützt sich auf folgende Angaben:
- Die Hans-Gollwitzer-Straße in Mühldorf
- Hans Gollwitzer und die Deutschen Christen
- Hans Gollwitzer und die Anstalt Ecksberg
- Hans Gollwitzer und das Kriegsende
- Eine Straße nach Hans Gollwitzer?
- Entnazifizierung in Mühldorf - DIE BEHINDERTENANSTALT IN ECKSBERG
Die Tötungsmaschinerie läuft an
Schloss Hartheim
Die Liste der ermordeten Pfleglinge - KRAIBURG IN DER NS-ZEIT
- DER RAUM SCHWINDEGG IN DER NS-ZEIT
- Anhang:
DIE TOTENLISTEN UND TOTENBÜCHER DER MÜHLDORFER KONZENTRATIONSLAGER