Das Oktoberfest-Attentat un der Doppelmord von Erlangen
Wie Rechtsterrorismus und Antisemitismus seit 1980 verdrängt werden
| Autor:in | Chaussy Ulrich |
|---|---|
| Herausgeber:in | Bundeszentrale für politische Bildung |
| Verlag | Ch. Links Verlag |
| Buchart | Taschenbuch |
| Erscheinung | September 2021 |
| Seiten | 360 S. |
| ISBN / B3Kat | 9783742506504 (9783742506504) |
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| Serie | Schriftenreihe (Band 10650) |
| Schlagworte | Oktoberfest-AttentatDoppelmord von Erlangen |
| Ort / Straße | MünchenErlangen |
Beschreibung
Am 26. September 1980 tötete der Rechtsextremist Gundolf Köhler bei einem Bombenanschlag auf dem Münchener Oktoberfest 13 Menschen und verletzte 221 Menschen zum Teil schwer. Am 19. Dezember 1980 ermordete der Rechtsextremist Uwe Behrendt den Verleger und Rabbiner Shlomo Lewin und seine Lebensgefährtin Frida Poeschke in Erlangen. Diesen schockierenden Taten zum Trotz zog der rechte Terror des Jahres 1980 keine größeren politischen oder gesellschaftlichen Debatten nach sich.
Köhler und Behrendt wurden von Ermittlern und Justiz zu verwirrten Einzeltätern erklärt, Netzwerke und ideologische Motivationen dabei teils bewusst außen vor gelassen. So führten beide Taten in das Umfeld der 1980 verbotenen Wehrsportgruppe Hoffmann und zu deren Anführer, dem Neonazi Karl-Heinz Hoffmann; gerade beim Oktoberfest-Attentat wurde diese Spur aber nie ernsthaft verfolgt. Vielmehr wurden Augenzeugenberichte übergangen, Asservate vernichtet und nicht nach potenziellen Mittätern gefahndet.
Der Journalist Ulrich Chaussy arbeitet seit Jahrzehnten zum Oktoberfest-Attentat und zum rechten Terror in Deutschland und dokumentiert die Versäumnisse, Vertuschungen und Ungereimtheiten bei der Aufarbeitung der - wie mittlerweile feststeht - rechtsterroristischen Taten von München und Erlangen.
- 1980-2020. Einzeltäter. Immer wieder Einzeltäter
- Das Paket. Wie mit einer Aktenlieferung alles begann
- Nachtschicht 22.19 Uhr« Die Bombe, die Opfer, die Helfer und die Politiker
- Augen-Blicke. Zeugen gegen die Einzeltäterschaft 25 Noch einmal. Hinweise auf Komplizen
- Wiesnbummel. München verdrängt, Opfer erinnern
- Spuren nach rechts. Der verdächtige Tote
- Chef-Kommandos. Die »Wehrsportgruppe Hoffmann«
- Akte Lauterjung. Der Tod des unerwünschten Hauptzeugen
- Schlüssel und Schloss. Die Soko ermittelt in Donaueschingen
- Manöver hier und dort. Wehrsportler packen aus
- Panorama. Lauterjungs Angst und Tod
- Memento mori. Von der Unwilligkeit, zu trauern
- Flötenstunde. Das Krisenpsychogramm von Gundolf Köhler
- Seismograf. Lauterjungs Demontage und Tod
- Der Unfall. Die Situation der Opfer
- Interrail. Besuch bei einer Freundin Gundolfs
- Generalprobe? Rechtsanwalt Dietrichs Kampf für die Opfer
- Positiver Verfassungsschutz. Langemanns Machenschaften
- Donaueschingen. Gundolf Köhlers Umfeld
- Tübingen. Köhlers Kontakte ins rechtsextreme Netz
- Bruder Gundolf. Die Familie Köhler
- Kein rechtes Maß. Rebmanns Nachermittlungen 1984 1
- Epilog 1985. Prolog 2014
- Blut und Spucke. Neue Spuren aus alten Beweismitteln
- Die unbekannte Hand. Wie ein Verdächtiger fast spurlos verschwindet
- Bermudadreieck Karlsruhe. Die Vernichtung der Asservate
- Wolfszeit. Der rechtsextreme Waffenwart Heinz Lembke
- Der Fall ist geklärt. Ein zweiter Besuch in der Bundesanwaltschaft Karlsruhe
- Köhlers Profiler. Klaus Pflieger, ein nachdenklicher Ermittler
- Kryptisches im Aktenlabyrinth. Hauptakten, Spurenakten und spurlos Verschwundenes
- 30 Jahre in 90 Minuten. Die Idee zum Spielfilm »Der blinde Fleck«
- Eine Hinrichtung. Die vergessenen Morde an Shlomo Lewin und Frida Poeschke
- Zwei Morde und ein Rufmord. Die Schüsse in der Erlanger Ebrardstraße und ihr Echo
- Truppenschau. Ein Italiener reist durchs deutsche Nazi-Netzwerk
- »Wir haben das Fürchten verlernt«. Der Jude Shlomo Lewin gegen die Holocaust-Leugner
- Hoffmanns Erzählungen aus dem Morgenland. Die Erfindung der antisemitischen Verschwörungstheorie zum Oktoberfest-Attentat
- »Rache für München«. Der Chef modelliert einen Einzeltäter und lässt ihn verschwinden
- In dubio pro reo. Wie der Doppelmord von Erlangen vor Gericht ohne Sühne blieb
- Der blinde Fleck. Ein fiktionaler Film und seine Weiterungen in die Wirklichkeit
- Alte Akten, neue Fragen. Neustart der Recherche 2014
- In der Gerichtsmedizin. Professor Eisenmengers Nachsuche
- Schleusen der Erinnerung. Missachtete Zeugen
- Alles auf Anfang. Die Wiederaufnahme der Ermittlungen
- Mann ohne Hand. Neue Zeugen
- Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Oktoberfest-Attentat und Geheimdienste
- Vorhang auf, und alle Fragen wieder offen. Momentaufnahme November 2015
- Kein Schlussstrich! Was ich noch immer wissen möchte
Anhang
Dank
Literatur- und Archivhinweise
Ergänzende Dokumentationen
Personenregister
Über den Autor - Ulrich Chaussy