Die Matrikelbestimmungen des bayerischen Judenediktes von 1813

Herausgeber:in Bezirk Mittelfranken, Mehler Richard
Verlag Ergon
Buchart Gebundene Ausgabe
Erscheinung November 2011
Seiten 216 S.
ISBN / B3Kat 3899138740 (9783899138740)
Verkaufspreis 25,00 €
Serie Franconia Judaica (Band 06)
Schlagworte MatrikelbestimmungenJudenAuswanderungEinwanderungsverbot
Bezirk Mittelfranken

Beschreibung

Der Landgewinn zu Beginn des 19. Jahrhunderts brachte Bayern einen verhältnismäßig großen jüdischen Bevölkerungsanteil. Zwar hatte die Regierung das Ziel, diese Minderheit in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zu integrieren, zuvor wollte sie aber das Gruppenprofil der Juden, etwa ihre Erwerbsstruktur, ändern. Bis zum erfolgreichen Abschluß dieser Umerziehung sollte sich die Zahl der jüdischen Familien nicht erhöhen, und die Juden sollten ihre traditionellen Wohnorte nicht verlassen. Das bayerische Judenedikt von 1813 schuf als wichtiges Instrument, um diese Ziele zu erreichen, die "Judenmatrikel": Die jüdischen Familien wurden in Register eingetragen. Die dabei ermittelte Zahl durfte künftig nicht überschritten werden. An bisher Judenfreien Orten sollten sich keine Juden ansiedeln. Erst wenn eine verzeichnete Familie erlosch, durfte eine neue gegründet und immatrikuliert werden. Die Erlaubnis zur Gründung einer neuen Familie erhielt ein Jude überhaupt nur, wenn er einer erwünschten Erwerbsart nachging. Die vorliegende Studie schildert den historischen Kontext der Matrikelbestimmungen und referiert deren Inhalt. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Untersuchung der Umsetzung. Die Charakteristika der Matrikelpraxis werden auf der Basis flächendeckender statistischer Analysen herausgearbeitet und anhand zahlreicher kommunaler Fallbeispiele illustriert. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Umsetzung der Matrikelbestimmungen des Judenediktes war weit weniger streng, als die Forschung bisher angenommen hat.

       Abkürzungsverzeichnis
       Tabellenverzeichnis
       Abbildungsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. Der historische Kontext
  3. Die rechtliche Seite:
    Die Matrikelbestimmungen, ihre Geltungsdauer und die Kontrolle der Umsetzung
  4. Die Praxis des Matrikelwesens
    4.1 Forschungsstand, leitende Fragen, Methoden und Quellen
    4.2 Wurden die Vorgaben über die Anlage und Führung der Matrikel befolgt?
    4.3 Die Erstanlage der Matrikel, die Zahl der nichtimmatrikulierten Juden und deren Schicksa  
    4.4 Neuimmatrikulationen
         4.4.1 Quellen - und Methodenprobleme sowie die Ansätze zu deren Lösung
         4.4.2 Die Veränderung der Normalzahl
         4.4.3 Auswanderung und Neuimmatrikulationen
         4.4.4 Die Dynamik der Neuimmatrikulationen
         4.4.5 Immatrikulationen über die Normalzahl
  5. Der Aufenthalt außerhalb der Heimat - bzw. Ansässigmachungsgemeinde
  6. Generelles Einwanderungsverbot für Juden?
  7. Zusammenfassung und Ausblick​

        Quellen - und Literaturverzeichnis

        Anhang
        Anhang 1 Die Namen der bayerischen Regierungsbezirke vor und nach der Verwaltungsreform 1837
        Anhang 2 Summary

        Ortsregister