Warum Weimar?

Wie Deutschlands erste Republik zu ihrem Geburtsort kam

Autor:in Holste Heiko
Verlag Bundeszentrale für politische Bildung
Buchart Taschenbuch
Erscheinung November 2017
Seiten 219 S.
ISBN / B3Kat 3742501608 (9783742501608)
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Serie Bundeszentrale für politische Bildung (Band 10160)
Schlagworte Weimarer Republik
Ort / Straße Weimar

Beschreibung

Weimar wurde zum Symbol: den einen für das Scheitern der ersten Republik, den anderen für einen glücklosen, doch in Substanz und Intention nicht missglückten Schritt in die Demokratie. Am 9. November 1918 hatte Philipp Scheidemann die Republik ausgerufen, und im Januar 1919 beschloss die Reichsregierung, die verfassunggebende deutsche Nationalversammlung nach Weimar einzuberufen. Warum dorthin? Zwar war die Revolution am Ende. Doch galt dies nicht für Triebkräfte, die, zum Teil in den Strukturen des Kaiserreichs angelegt, nach Krieg und revolutionären Umtrieben erneut virulent wurden. Es gab separatistische Strömungen, zumal in Bayern und im Rheinland, soziale Spannungen, Ängste, Misstrauen und Aversionen gegen das, was insbesondere die libertäre, moderne, pulsierende Metropole Berlin verkörperte. Aus Sorge um den Fortbestand und die Einheit des Reiches entschied sich die Reichsregierung für das ebenso geschichtsträchtige wie zentral gelegene Weimar als Tagungsort der deutschen Nationalversammlung, obgleich sich zahlreiche andere Städte beworben hatten. Heiko Holste sieht in der Auswahl Weimars und der dort erarbeiteten Verfassung den klugen Versuch des Ausgleichs und ideellen Neuanfangs. Dies verdiene als freiheitliche Basis unserer heutigen Staatlichkeit eine angemessene Würdigung.

  1. Warum Weimar?
    Ein Telegramm aus Berlin und eine offene Frage
  2. Gespreizte Kerle in Berlin und Leberknödel-Egoismus in Bayern
    Ein Krieg voller Enttäuschungen belebt alte Konflikte
  3. Wilson, Wilhelm und der Regimewechsel
    Preußen und Berlin werden zum Hindernis für den Frieden
  4. Es begann in Wilhelmshaven
    Die Provinz revolutioniert die Hauptstadt und eine Nationalversammlung wird angekündigt
  5. „Erfüllt von der Überlieferung des Jahres 1848 ..."
    Frankfurt lädt die Nationalversammlung in die Paulskirche ein
  6. Waldspaziergang und Weltenbrand
    Berlin nach dem 9. November und die Hauptstadt-Hetze in der Provinz
  7. Los von Berlin! - Die rheinisch-reaktionäre Variante
    Konrad Adenauer zwischen Patriotismus und Verrat
  8. Los von Berlin! - Die bayerisch-revolutionäre Variante
    Kurt Eisner träumt vom Frieden und Bayerns Separatisten von Österreich
  9. Zusammenhalt durch Teilhabe
    Friedrich Ebert und die Nationalversammlung als Garanten der Einheit
  10. „Es muss reiner Tisch gemacht werden - in Berlin oder mit Berlin“
    Wo soll die Nationalversammlung tagen?
  11. Kasseler Republik?
    Ein Arbeiter- und Soldatenrat will Ebert helfen
  12. 1Erfurter Republik?
    Vom großen Traum eines Lokalpatrioten
  13. Eisenacher Republik?
    „Keine würdigere Stätte für die Nationalversammlung als die Wartburg...“
  14. Eine Prophezeiung erfüllt sich selbst
    Im Dezember 1918 wächst auf Berlins Straßen die politische Gewalt
  15. Bundesstaat oder Einheitsrepublik?
    Hugo Preuß und die neue Angst vorm Berliner Zentralismus
  16. Würzburger Republik?
    Die süddeutsche Alternative
  17. Bamberger Republik?
    Reaktionäre Hybris in der Provinz und Nürnberger Trittbrettfahrer
  18. Kampagne und Courage
    Wie die Städte um die Nationalversammlung werben, aber dabei manche der Mut verlässt
  19. Ein roter Bohemien entdeckt Weimar
    Wie Kurt Baake den „Geist von Weimar“ in die Reichskanzlei trug
  20. Zwei Geheimräte auf Reisen...
    ... und der „Spartakusaufstand“ in Berlin
  21. Ebert setzt sich durch
    Die Entscheidung für Weimar und eine Lüge fürs Volk 
  22. „O, Weimar-Bethlehem nun rüste Dich!“
    Die Reaktionen auf die Einberufung nach Weimar.
  23. „Alle standen unter der Wirkung des genius loci...“
    Die Tagung in Weimar und die Ängste Berlins
  24. Weimars Wirkung oder: War Weimar die falsche Wahl ?
    Die Weimarer Nationalversammlung und das Schicksal der Republik
  • Quellenverzeichnis
  • Abbildungsnachweis
  • Danksagung
  • Anmerkungen
  • Ortsregister.
  • Personenregister.