Franz Xaver Schweyer
| Geboren | 26. 8. 1868 [Obernzell] |
|---|---|
| Gestorben | 10. 11. 1935 [München] |
| Beruf | Staatswirtschaftler, Verwaltungsbeamter, Politiker, Innenminister |
| Wikipedia | Wikipedia-Eintrag |
Dr. Dr. Franz Xaver Schweyer wurde am 26. August 1868 in Oberzell geboren. Der Jurist und Staatswirtschaftler trat 1898 in den bayerischen Staatsdienst ein und machte dort eine bedeutende Verwaltungskarriere. Nach Tätigkeiten im Kultus- und Innenministerium sowie im Reichsarbeitsministerium wurde er 1921 zum bayerischen Innenminister berufen. Dieses Amt hatte er bis 1924 inne.
Schweyer gehörte der Bayerischen Volkspartei (BVP) an und vertrat eine entschieden demokratische und rechtsstaatliche Position. Schon früh erkannte er die Gefahr, die von Adolf Hitler und der nationalsozialistischen Bewegung ausging. 1922 setzte er sich dafür ein, Hitler aus Bayern auszuweisen. Während des Hitler-Ludendorff-Putsches im November 1923 wurde Schweyer von Rudolf Heß vorübergehend gefangen genommen und verschleppt.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Ministeramt setzte er seine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus als Publizist fort. In seinem Buch Politische Geheimverbände und weiteren Veröffentlichungen warnte er eindringlich vor Hitler und der NSDAP. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 wurde Schweyer ohne Gerichtsurteil mehrere Monate im Gefängnis München-Stadelheim inhaftiert und weiteren Repressalien ausgesetzt.
Im Gefängnis erlitt er einen Schlaganfall. An dessen Folgen starb er am 10. November 1935 in München. Seine Haltung gegen den Nationalsozialismus machte ihn zu einem frühen Beispiel für politischen Widerstand aus konservativ-katholischen Kreisen. Die katholische Kirche nahm ihn 1999 als Glaubenszeugen in das Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts auf.
Denkmäler & Kunstwerke
Grabstätte

† 10.11.1935 (München)
