Dr. Rachel Salamander
| Geboren | 30. 1. 1949 [Deggendorf] |
|---|---|
| Beruf | Literaturwissenschaftlerin, Journalistin, Buchhändlerin |
| Ehrenbürger seit | 2019 |
| Wikipedia | Wikipedia-Eintrag |
Rachel Salamander (*1949 in Deggendorf) zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des deutsch-jüdischen Kulturlebens der Gegenwart. Sie ist Literaturwissenschaftlerin, Publizistin, Buchhändlerin und engagiert sich seit Jahrzehnten für die Bewahrung und Vermittlung jüdischer Geschichte und Literatur in Deutschland. Als Tochter von Holocaust-Überlebenden wurde sie in einem Displaced-Persons-Lager geboren und wuchs nach dessen Auflösung in München auf. Nach einem zunächst begonnenen Medizinstudium wechselte sie zu den Fächern Germanistik, Philosophie und Romanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo sie 1980 promovierte.
1982 gründete Rachel Salamander in München die Literaturhandlung, die erste auf jüdische Literatur und Kultur spezialisierte Buchhandlung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit ihr trug sie maßgeblich dazu bei, Werke jüdischer Autorinnen und Autoren wieder im deutschen Literaturbetrieb zu etablieren und das Interesse an jüdischer Kultur zu fördern. Darüber hinaus war sie Herausgeberin der Literarischen Welt, leitete zeitweise das Literaturforum der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und wirkte in zahlreichen kulturellen Gremien mit. Sie engagiert sich außerdem für die Wiederherstellung der historischen Münchner Synagoge in der Reichenbachstraße und für die Erinnerungskultur.
Für ihre Verdienste erhielt Rachel Salamander zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Verdienstorden, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, den Heinrich-Heine-Preis sowie die Ehrenbürgerwürde der Landeshauptstadt München. Mit ihrem wissenschaftlichen, publizistischen und kulturellen Wirken leistete sie einen bedeutenden Beitrag zur Wiederbelebung des jüdischen Geisteslebens in Deutschland und gilt als wichtige Vermittlerin zwischen jüdischer Tradition und der deutschen Gesellschaft.
