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Podcast

Der große Residenzbrand im Jahre 1674.

Reihe: Münchner Stadtbuch

Staffel 1· Folge 42 · 11:56

In der Nacht vom 9. auf den 10. April 1674 erschütterte ein verheerender Brand die Münchner Residenz. Ausgelöst wurde das Feuer vermutlich durch eine brennende Kerze im Gemach einer Hofdame. Innerhalb kürzester Zeit griffen die Flammen auf mehrere Räume über und breiteten sich unkontrolliert aus.

Während Chaos und Panik ausbrachen, bewahrte Kurfürstin Adelheid von Savoyen bemerkenswerte Ruhe. Barfuß und nur leicht bekleidet rettete sie ihre Kinder aus den gefährdeten Gemächern und organisierte die ersten Maßnahmen. Doch die Hilfe ließ auf sich warten: Löschmittel fehlten, die Organisation versagte, und selbst die Stadttore blieben zunächst verschlossen.

Das Feuer zerstörte große Teile der Residenz, darunter kostbare Kunstwerke, Möbel und Archive von unschätzbarem Wert. Erst nach Stunden gelang es, den Brand einzudämmen.

Am nächsten Tag kehrte Kurfürst Ferdinand Maria zurück und fand seinen Palast in Trümmern vor. Trotz des enormen Schadens wurde die Residenz erstaunlich schnell wieder aufgebaut.

Für die Kurfürstin jedoch hatte die Katastrophe bleibende Folgen: Ihre Gesundheit war nachhaltig geschwächt. Nach weiteren Schicksalsschlägen starb sie nur zwei Jahre später – ein stilles Opfer jener verhängnisvollen Nacht.


Bildmaterial

1972-06-23 00:00:00
Quelle: Münchner Stadtmuseum

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