Stadtportal zur Münchner Stadtgeschichte
Das Karwendel ist eine Gebirgsgruppe der Nördlichen Kalkalpen. Es liegt zum größeren Teil (rund 80 %) in Tirol, zum kleineren in Bayern; die Grenze verläuft über die Nördliche Karwendelkette und durch das Vorkarwendel. Vier große Gebirgsketten ziehen sich von West nach Ost; hinzu kommen zahlreiche Seitenketten und -gruppen und nach Norden ein weitläufiges Vorgebirge. Seinen Namen trägt das Karwendel nach dem altdeutschen Familiennamen Gerwentil, erstmals 1280 erwähnt, der ursprünglich nur auf das Karwendeltal bei Scharnitz beschränkt war. Hermann von Barth dehnte den Begriff im Zuge der Alpenerschließung im 19. Jahrhundert auf das gesamte Gebiet aus.
Konrad Alexander Friedrich Duden (* 3. Januar 1829 in Lackhausen; † 1. August 1911 in Sonnenberg) war ein preußisch-deutscher Gymnasiallehrer und trat als Philologe und Lexikograf hervor. Konrad Duden schuf das nach ihm benannte Rechtschreibwörterbuch der deutschen Sprache, den „Duden“, und beeinflusste damit Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich die Entwicklung einer einheitlichen Rechtschreibung im deutschen Sprachraum.
1869 wurde er als Gymnasialdirektor nach Schleiz (Fürstentum Reuß jüngerer Linie) berufen, wo er die Regeln für das spätere Wörterbuch erarbeitete, weil in Schleiz fränkische, thüringische und sächsische Dialekte zusammentrafen und die Beurteilung der Orthographie eines Schülers davon abhing, in welcher Sprachtradition der jeweilige Lehrer aufgewachsen war. Durch sein Standardwerk hatte Duden insbesondere bildungsfernen Schichten das Lesen und Schreiben erleichtern wollen.
Von 1876 bis 1905 war er Direktor des Königlichen Gymnasiums zu Hersfeld. Hier veröffentlichte er 1880 sein wichtigstes Werk, Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache.
Am Harras, Sendling<br> 1930 benannt nach einem örtlichen Café<br> 1856 wurde das einstige Schloss am Löwenhof an der Gabelung der Landstraßen von München nach Wolfratshausen und Weilheim abgerissen, einen Rest erwarb Robert Harras und errichtete dort ein Café mit Gartenwirtschaft, das Zum Harras hieß und sich als beliebter Ausflugsort für die Münchner etablierte. Auch das Café wurde 1903 abgerissen, nur der Name überlebte in der Bezeichnung des dort entstandenen Platzes und der U-Bahn-Station Harras der Linie U6.
1965 - Baureferat
Tutzing ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Starnberg.
Tutzing liegt am Westufer des Starnberger Sees.
Grabhügel aus Bronze- und Eisenzeit belegen, dass die Gegend um Tutzing bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. Hinweise auf die Anwesenheit von Römern geben Reste eines Gutshofes am Deixlfurter See. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 742 durch eine Schenkung an das Kloster Benediktbeuern. Der Name Tutzing stammt von der Familie Tozzi und Tuzzo aus dem Adelsgeschlecht der Huosi. Das deutet darauf hin, dass der Ort bereits im 6. Jahrhundert bestand. Nachdem das Geschlecht der Tuzzinger ausgestorben war, erwarb das Münchner Patriziergeschlecht der Dichtl um 1480 den Ort. Bernhard dem Älteren Dichtl wurde 1519 vom Herzog von Bayern die Hofmarksgerechtigkeit über Tutzing verliehen. Damit durfte er als Tutzinger Schlossherr von seinen Untertanen Steuern erheben und die niedere Gerichtsbarkeit ausüben. Der Ort war bis ins 19. Jahrhundert ein einfaches Fischerdorf, in dem es ab dem 16. Jahrhundert immer wieder Auseinandersetzungen um die Fischrechte zwischen Hoffischern und der Herrschaft der Hofmark Tutzing gab.
Das Kloster Andechs ist heute Teil der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs im Bistum Augsburg. Die Benediktinermönche auf dem „Heiligen Berg Bayerns“ betreuen eine der ältesten Wallfahrten in Bayern und finanzieren mit ihren Wirtschaftsbetrieben das wissenschaftliche, kulturelle und soziale Engagement der Abtei München und Andechs. Größter Wirtschaftsbetrieb der Abtei ist die Klosterbrauerei Andechs. Sie ist heute in Deutschland die größte von nur noch wenigen authentischen Klosterbrauereien, die durch eine existierende Ordensgemeinschaft konzernunabhängig geführt wird. Gebraut und abgefüllt wird nur vor Ort in Andechs.
Das Kloster entstand am Ort der Burg Andechs, dem Stammsitz der Grafen von Andechs, die in direkter Linie 1248 ausstarben. 1455 wurde hier ein Benediktinerkloster durch Herzog Albrecht III. von Bayern-München gegründet, um einen 1388 hier wieder aufgefundenen bedeutenden Reliquienschatz aufzunehmen. Die 1423 bis 1427 erbaute und ab 1751 von Johann Baptist Zimmermann im Rokokostil umgestaltete Kirche war als Wallfahrtskirche errichtet worden. Der „Heilige Berg“ Andechs ist nach Altötting der zweitgrößte Wallfahrtsort Bayerns.
Das Bräustüberl des Klosters ist dank seiner Küche und des Bieres (Andechser) aus der Klosterbrauerei ein Magnet für Touristen und Einheimische.
Der Sylvensteinspeicher, auch Sylvensteinstausee oder schlicht Sylvensteinsee genannt, ist ein Stausee im Isarwinkel in der Gemeinde Lenggries, an der Straße von Bad Tölz zum Achensee (Bundesstraße 307), etwa 12 km südlich des Ortszentrums von Lenggries. Er wurde in den Jahren 1954 bis 1959 zum Hochwasserschutz im Isartal gebaut. In Trockenzeiten ist seit 1990 eine ausreichende Wasserführung der Isar gesichert, am Krüner Wehr wird aus ökologischen Gründen ein Restzufluss von mindestens 4 m³/s gewährleistet.
Das maximale Stauvolumen beträgt 124,3 Mio. m³ Wasser. Zwei Wasserkraftwerke am Damm dienen der Stromerzeugung. Von 1994 bis 2001 wurde der Damm um 3 m erhöht, um den Hochwasserschutz zu verbessern. Schon beim Pfingsthochwasser 1999 bewährten sich die Dammerhöhung und der zweite Hochwasserentlastungsstollen mit dem tempelartigen Einlaufbauwerk und mit einer Leistung von bis zu 400 m³/s. Beim noch stärkeren Alpenhochwasser 2005 musste am Nachmittag des 23. August 2005 die Schleuse geöffnet werden, da der Sylvensteinspeicher die maximale Füllmenge erreicht hatte.
Der Stausee wurde nach dem Sylvenstein, einer natürlichen Engstelle im oberen Isartal, benannt. Im See versunken liegt das ehemalige Dorf Fall, das vor der Flutung abgerissen und einige Dutzend Meter höher an der Straße nach Vorderriß neu erbaut wurde.
Bodenehrstraße: Bodenehr, bekannte Kupferstecher- und Kartographenfamilie, die im 17. Jhdt. in Augsburg und München wirkte (Ansichten sowie eine der ersten genaueren Landkarten von München und Umgebung). *1960
1965 - Baureferat
Trautmannstraße:<br> 1) Dr. Franz Trautmann (1815-1887), Hofrat, Münchner Dichter und Schriftsteller.<br> 2) Dr. Karl Trautmann (1857-1936), Münchner Geschichtsforscher und Schriftsteller, verfaßte u.a. die mehrbändigen „Kulturbilder aus Alt-München". *1907
1965 - Baureferat
Johann Georg Kidler (auch: Khidler, Kittler, Küttler) (* 1674; † 29. Januar 1706 in München) war ein Münchner Weinwirt und bayerischer Freiheitskämpfer.
Kidlers Schänke befand sich im Tal (heute: Hausnummer 30). Während des bayerischen Volksaufstandes 1705 war er einer der führenden Organisatoren des bayerischen Widerstandes.
Kidlers Schänke befand sich im Tal (heute: Hausnummer 30). Während des bayerischen Volksaufstandes 1705 war er einer der führenden Organisatoren des bayerischen Widerstandes.
Am 29. Januar 1706 wurde er von den Österreichern zusammen mit Johann Georg Aberle, Johann Clanze und Sebastian Senser auf dem Schrannenplatz, dem heutigen Marienplatz, mit dem Schwert enthauptet und gevierteilt. Johann Jäger, ein weiterer Anführer des Aufstandes, wurde am 17. März 1706 hingerichtet.
Johann Georg Meindl (* 23. April 1682 in Weng im Innkreis, Kurfürstentum Bayern, heutiger Bezirk Braunau, Österreich; † 9. April 1767 in Salzburg) war ein bayerischer Freiheitskämpfer.
Johann Georg Meindl war einer der Anführer der Bayerischen Volkserhebung 1705/06 gegen die Besatzung durch Österreich unter Joseph I. Er begleitet als bewaffneter Anführer den Aufstand in Bayern über den ganzen Zeitraum.
Die Erinnerung an ihn blieb lange Zeit lebendig. Christian Probst weiß: „Über ihn, den schlauen Fuchs, erzählt man sich im Innviertel noch am Ende des 19. Jahrhunderts mannigfache Geschichten und Sagen. [...] So hat auch das Kernland des bayerischen Volksaufstandes, das Innviertel, seine Sagenfigur in dem mutigen und schlauen Studenten aus Altheim [resp. Weng/Innkreis], dem Freund und Helfer der Bauern, der anders als der Schmiedbalthes und die Schützen im Reschenhof in Aidenbach nicht im heldenhaften Kampf unterging, sondern den Kaiserlichen ein Schnippchen nach dem anderen schlug und im nahen Salzburg ein angesehener Offizier wurde.“ In der Literatur wurde ihm Beredsamkeit und Gewandtheit, militärisches Talent und Führungsqualitäten, Tapferkeit, Entschlossenheit und Schlauheit zugesprochen.
Sebastian Franz von Daxenberger (* 3. Oktober 1809 in München; † 22. Januar 1878) war ein deutscher Jurist und Politiker. Als Dichter und Schriftsteller wurde er unter dem Pseudonym Karl Fernau bekannt.
Fernau war der Sohn des vermögenden Münchener Kupferschmieds Matthäus Daxenberger und dessen Frau Maximiliane, geb. Leuthner. Nach dem Abitur 1827 am (heutigen) Wilhelmsgymnasium München[1] studierte er Rechtswissenschaften in München, Göttingen und Berlin. In München wurde er 1828 Mitglied des Corps Isaria.[2] In seiner Göttinger Studienzeit wurde er Freund des ebenfalls dort studierenden bayerischen Kronprinzen Max, der ihn 1835 zu seinem Sekretär ernannte. 1830 wurde er in Göttingen zum Dr. iur. promoviert. Daxenberger begleitete den Kronprinzen auf seiner Reise zur Brautwerbung 1842 nach Berlin. 1842 wurde Daxenberger Regierungsrat, 1847 Oberkirchen- und Schulrat. Ende 1847 wurde er in das Staatsministerium des königlichen Hauses und der Auswärtigen Angelegenheiten berufen. 1849 wurde er Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung. Er wurde 1851 in den persönlichen Adelsstand erhoben. 1856 vertrat er Bayern bei der Donauschifffahrtskommission in Wien. 1866 wurde er bayerischer Staatsrat im ordentlichen Dienst.
Plinganserstraße: Georg Sebastian Plinganser (1681-1767), Kanzler des damaligen Reichsklosters St. Ulrich in Augsburg, führte 1705 die Bauern der „Kurbayerischen Landesdefension des Unterlandes" bis gegen Zorneding vor München, wo ihn die Nachricht von der Niederlage der Oberländer in Sendling erreichte. Zuvor hatte P. die Osterreicher aus einigen niederbayerischen Orten sowie aus der Festung Braunau vertrieben. *1878
1965 - Baureferat
Jachenau ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.
Jachenau liegt 80 km südlich von München, zwischen Bad Tölz und Garmisch-Partenkirchen, in den Bayerischen Voralpen auf der Südseite der Benediktenwand (1801 m) und nahe am Walchensee. Das Gemeindegebiet liegt auf einer Höhe zwischen 712 m bei Fleckhaus und 1800 m auf der Benediktenwand. Von den 128,64 km² Gemeindefläche sind 10 621 ha, ca. 82,6 % waldbedeckt. Damit gehört die Jachenau zu den waldreichsten Gebieten Deutschlands.
Als „die Jachenau“ wird auch das 15 km lange, idyllische Wald- und Wiesental der Jachen bezeichnet, das sich von West nach Ost erstreckt und in dem der Ort liegt.
Bis zur Säkularisation in Bayern im Jahr 1803 gehörte die Jachenau zum Klostergericht Benediktbeuern. Danach wechselte sie in die Verantwortung des Landgerichts (Bezirksamts, Landratsamts) Tölz und wurde so zunehmend dem Isarwinkel zugeordnet. Der Tölzer Kurier berichtet heute über die Jachenau unter der Rubrik "Isarwinkel".
Konrad Peutinger (* 14. Oktober 1465 in Augsburg; † 28. Dezember 1547 ebenda) war ein Jurist, Humanist und Antiquar. Als Augsburger Stadtschreiber war er einer der wichtigsten Politiker der Reichsstadt in der Reformationszeit. Er war Berater von Kaiser Maximilian I. und dessen Nachfolger Kaiser Karl V.
Besondere Bedeutung für die Entwicklung der historischen Wissenschaften erlangten seine Sammlungen antiker Überreste und seine Schriften zur Erforschung der römischen Antike seiner Heimatregion. Noch heute sind Teile seiner Sammlung römischer Steindenkmäler in seinem Augsburger Wohnhaus, dem sogenannten Peutingerhaus, zu sehen. Überragende Bedeutung besitzen weiterhin sein Werk Inscriptiones Romanae (Augsburg 1520) und die nach ihm benannte Tabula Peutingeriana, eine spätantike Straßenkarte des Römischen Reiches, die sich später als eine der wichtigsten Quellen aus dieser Zeit herausgestellt hat. Peutinger hatte die Karte 1507 von Conrad Celtis aus Wien erhalten und daraufhin eine Veröffentlichung vorbereitet, die jedoch erst nach seinem Tode zustande kam. Daneben stammt von ihm die erste Edition der Historia Gothorum des Jordanes und der Historia gentis Langobardorum des Paulus Diaconus.