Ludwig V. der Brandenburger, Herzog von Bayern
* 05.1315 – † 18.09.1361 (Zorneding) München /Frauenkirche
Kinder
In seiner Regierungszeit als Herzog von (Ober-)Bayern und Graf von Tirol erwies sich Ludwig V. als kühler Realpolitiker. Er musste das Erbe seines Vaters gegen die erstarkenden Luxemburger unter Karl IV. verteidigen. Trotz der exkommunikationsbedingten Isolation gelang es ihm, Tirol administrativ zu festigen und gegen habsburgische sowie luxemburgische Ansprüche zu behaupten. Er gilt als geschickter Verwalter, der durch die Förderung der Städte und die Stabilisierung der Rechtsordnung die wirtschaftliche Basis seiner Territorien stärkte.
Besondere Bedeutung erlangte er durch den Ausgleich mit seinen Brüdern, mit denen er das väterliche Erbe im Hausvertrag von Landsberg teilte. Damit begründete er die Teilherzogtümer, die die bayerische Geschichte über Jahrhunderte prägen sollten. Sein politisches Erbe war jedoch von Tragik gezeichnet: Der frühe Tod seines Sohnes Meinhard III. führte letztlich zum Verlust Tirols an die Habsburger. In der Historiographie wird Ludwig V. als ein tatkräftiger Herrscher gewürdigt, der unter extremem äußeren Druck versuchte, das wittelsbachische Gesamthaus als europäische Großmacht zu erhalten.
Ludwig V regierte allein in Oberbayern und Tirol vom 24. Dez. 1351 bis zum 18. Septbr. 1361. v. 1349—53.
Beinamen: Der Aeltere, der Brandenburger;
geb. um 1312;
mit der Mark Brandenburg belehnt zu Nürnberg Anfangs März des Jahres 1323, dann feierlich am 24. Juni 1324;
erheiratet durch seine zweite Gemahlin Tirol 1342;
stirbt in Zornolding bei Ebersberg am 18. Septbr. 1361;
ruht bei U. L. Frau zu München (in der grossen Tumba).
Vergl. K. A. v. Vacchiery (Abhandlg. über die Grabstätten etc. a. a. O. 8. 374 f.) und A. Mayer’s Frauenkirche (a. a. O. 8. 34 u. 430.) Nach dem Seligenthaler Todtenbuche (Mon. Boic. XV. 537) wäre Ludwig im dortigen Kloster begraben, von wo sein Epitaph 1591 abschriftlich mit denen der sonst dort beigesetzten wittelsbachischen FamilienMitglieder nach München gesendet wurde, aber diese Annahme scheint doch irrig, denn Heinrich von Rebdorf (Böhmer Fontes IV 567) sagt ausdrücklich, dass Ludwig zu U. L. Frau in München begraben wurde. Vergl. die Anmerkg. 1 8. 128 im Sulzb. Kalender f. kath. Christen v. 1856 zur Gruft bei U. L. Frau u. A. Mayer (a. a. 0.)