Ludwig IV. Kaiser

Ludwig IV. der Bayer, Kaiser

Haus: Wittelsbach Linie: Bayern

* 02.02.1282 (München) – † 11.10.1347 (Puch/Fürstenfeldbruck) München /Frauenkirche

Ehen:
1. 1308 · mit Beatrix von Schlesien-Schweidnitz
2. 25.02.1324 in Köln · mit Margarethe I. von Holland
Ludwig IV.

Kinder

Ludwig der Bayer nimmt in der Geschichte Münchens eine Ausnahmestellung ein, da er die Stadt über Jahrzehnte hinweg zu einem zentralen Bezugspunkt seiner Herrschaft machte. Als erster Wittelsbacher auf dem Kaiserthron prägte er das spätmittelalterliche Reich maßgeblich durch seinen langjährigen Konflikt mit dem Papsttum. Da er die kaiserliche Würde direkt vom römischen Volk und nicht durch die Bestätigung der Kirche empfing, markiert seine Regierungszeit einen entscheidenden Schritt hin zu einer weltlichen, vom religiösen Einfluss unabhängigen Staatsauffassung.

Obwohl das Reich im 14. Jahrhundert noch keine feste Hauptstadt kannte, favorisierte Ludwig München als Aufenthaltsort. Er hielt sich hier weitaus häufiger auf als an jedem anderen Ort des Reiches und förderte den Ausbau der Stadt sowie des Alten Hofes, der als seine Residenz diente. Unter seiner Ägide entwickelte sich München zu einem wirtschaftlichen und politischen Knotenpunkt, wobei er der Stadt sowie vielen anderen bayerischen Kommunen wichtige Privilegien verlieh, die deren Aufstieg begünstigten. Seine Herrschaft war zudem durch eine geschickte Hausmachtpolitik gekennzeichnet, mit der er weite Teile Ober- und Niederbayerns sowie Tirol unter wittelsbachischer Hand vereinte.

In der historischen Rückschau wird er oft als Identitätsfigur für den bayerischen Zusammenhalt und als Patron der dynastischen Einheit betrachtet. Sein Grabmal in der Münchner Frauenkirche zeugt noch heute von der hohen Wertschätzung, die ihm spätere Generationen entgegenbrachten. Sein Wirken legte das Fundament für die Bedeutung Münchens im Gefüge des Heiligen Römischen Reiches und festigte die Stellung der Wittelsbacher als eine der führenden Dynastien Europas. In der Stadtgeschichte bleibt er als der Kaiser in Erinnerung, der München den Glanz einer kaiserlichen Residenz verlieh.
Häutle – Genealogie der Wittelsbacher (1870)

Ludwig IV, v. 2. Febr. 1294 — 11. Oktober 1347, (vergl. 8. 7.)

Beinamen: Der Bayer Bavarus;

geb. in München am 1. April 1282;

unter Vormundschaft seines Bruders Rudolph und seiner Mutter bis 1. April 1302;

Otto III 1290—1312. Heinrich II 1310—1339. Otto IV 1310- 1334. Heinrich III 1312-1333. Johann I 1339—1340. wurde zum deutschen König erwählt in Frankfurt am 20. Oktob. 1314;

gekrönt in Aachen am 25. Nov. gl. Js.; die lombardische (eiserne) Krone empfieng er zu Mailand am 31. Mai 1327; *) die Kaiserkrone zu Rom am 17. Jan. 1328;

erbt Niederbayern am 20. Dez. 1340;

gest. bei Kloster Fürstenfeld am 11. Oktob. 1347;

begr. in der Tumba der neuen Fürstengruft der Domkirche zu Unserer Lieben Frau in München (woselbst ihm Herzog Albrecht 11 [III] im J 1438 ein herrliches Denkmal von rothem Marmor setzte, über welches Kurfürst Maximilian I 1622 ein prachtvolles Erzmonument errichten liess). Sein Herz ist nach dem dortigen Epitaph in der Fürstenfelder Kirche beigesetzt worden.