Beatrix von Schlesien-Schweidnitz, Königin
* 1290 – † 24.08.1322 (München) München /Frauenkirche
Kinder
Als Gründungsfigur gilt Bolko I., auch „der Strenge“ genannt. Er legte das Fundament für die Machtstellung des Hauses, indem er das Land militärisch sicherte, zahlreiche Burgen errichtete und die Ansiedlung von Handwerkern und Kaufleuten förderte. Unter seiner Herrschaft entwickelte sich Schweidnitz zu einem wirtschaftlichen Zentrum, das für seine Tuchmacherei und sein Brauwesen berühmt wurde. Bolko I. verstand es, sein Territorium vor dem Zugriff der böhmischen Krone zu bewahren und etablierte eine eigenbewusste Politik, die seine Nachfolger fortführten.
Einen Höhepunkt erreichte die Bedeutung des Hauses unter Bolko II. dem Kleinen. Er war ein diplomatisches Ausnahmetalent seiner Zeit und behauptete die Unabhängigkeit seines Herzogtums als letzter schlesischer Piast gegen die Expansionspolitik Kaiser Karls IV. Durch kluge Bündnisse, unter anderem mit den Habsburgern, blieb er ein machtvoller Akteur auf europäischer Bühne. Da er jedoch ohne männliche Erben blieb, schloss er schließlich einen Erbvertrag mit Karl IV., der die Heirat seiner Nichte Anna von Schweidnitz mit dem Kaiser vorsah. Anna, die als eine der gebildetsten Frauen ihrer Epoche galt, wurde somit zur Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches und Stammmutter der luxemburgischen Thronfolger.
Nach dem Tod Bolkos II. übernahm seine Witwe, Herzogin Agnes von Österreich, die Verwaltung des Landes. Als Angehörige des Hauses Habsburg brachte sie eine neue kulturelle Note an den Hof und regierte das Herzogtum mit großer Klugheit und Beständigkeit bis zu ihrem Lebensende. Erst nach ihrem Tod fiel das Territorium vertragsgemäß als Erbfürstentum an die böhmische Krone, womit eine Ära glanzvoller piastischer Eigenständigkeit endete, die Schlesien nachhaltig prägte.
Beatrix, Tochter Herzogs Heinrich III von Schlesien-Glogau, geb. um 1290, vermählt in Schlesien (?) um 1308, gest. in München am 24. Aug. 1322, begr. in der (alten) Frauenkirche daselbst im Chor, und im Jahre 1606 in die grosse Tumba transferirt.) (Neuere Gruft-Inschriften v. 1606 und 1823 daselbst.)
Als Kurfürst Maximilian I das Mausoleum für Kaiser Ludwig IV errichten liess, fand man die Särge der Fürstengruft morsch und zerfallen. Er befahl daher, für die ältesten hier Begrabenen, welche bereits unkenntlich und unscheidbar dalagen, eine grössere Tumba machen zu lassen, in welche die Reste von 11 wittelsbachischen Leichen transferirt wurden. A. Mayer (a. a. O. 431 f.) Vergl. K. A. v. Vacchiery’s akad. Abhandlung über die Grabstätten etc. in den neuen histor. Abhandlgn. d. Akademie der W. B. I v. 1779 8. 351 ff. und den Sulzbacher Kal. f. kath. Christen 1854 8. 132.