Johanna Sophie von Bayern

Johanna Sophie von Bayern

Haus: Wittelsbach Linie: Straubing-Holland

* 1373 – † 28.07.1410 (Wien)

Ehen:
1. — · mit Albrecht IV. von Österreich
Johanna Sophie von Bayern

Kinder

Keine Kinder erfasst
Johanna Sophie von Bayern, eine Tochter Herzog Albrechts I. aus der Linie Straubing-Holland, war eine zentrale Akteurin in der Heiratspolitik des Hauses Wittelsbach im ausgehenden 14. Jahrhundert. Ihre Biografie ist eng mit der strategischen Allianz zwischen den Wittelsbachern und dem Haus Österreich verknüpft. Durch ihre Vermählung mit Albrecht IV. von Habsburg wurde sie zur Herzogin von Österreich und fungierte als wichtiges Bindeglied zwischen diesen beiden einflussreichen Dynastien.

Diese Verbindung diente vornehmlich der Beilegung langjähriger Grenzstreitigkeiten und der politischen Stabilisierung im Donauraum. Johanna Sophie repräsentierte am Wiener Hof die Interessen ihrer bayerischen Herkunft und trug zur Festigung des Verhältnisses zwischen den Straubinger Wittelsbachern und den Habsburgern bei. Ihr Wirken entfaltete sich insbesondere in einer Phase, in der die territoriale Neuordnung Mitteleuropas durch wechselnde Bündnisse geprägt war.

Nach dem frühen Verlust ihres Ehemanns übernahm sie eine verantwortungsvolle Rolle bei der Sicherung der dynastischen Ansprüche ihrer Kinder. Besonders die Förderung ihres Sohnes Albrecht V., des späteren römisch-deutschen Königs, stand im Zentrum ihres Interesses. Sie agierte klug im Spannungsfeld der habsburgischen Vormundschaftsstreitigkeiten und bewies diplomatisches Geschick bei der Wahrung der Erbrechte ihrer Nachkommen. In der Historiographie wird sie als eine pflichtbewusste Landesmutter charakterisiert, die durch ihre Herkunft und ihre Ehe die Grundlage für die spätere enge Verflechtung von Bayern und Österreich legte. Ihr Grabmal im Wiener Stephansdom unterstreicht ihre herausgehobene Stellung innerhalb der habsburgischen Grablege und der europäischen Adelsgeschichte jener Epoche.