Albrecht IV. von Österreich

Albrecht IV. von Österreich

Haus: Habsburger

* 20.09.1377 (Wien) – † 25.08.1404 (Znaim)

Ehen:
1. — · mit Johanna Sophie von Bayern
Albrecht IV. von Österreich
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Keine Kinder erfasst
Herzog Albrecht IV. von Österreich, als Sohn Albrechts III. der albertinischen Linie der Habsburger entsprossen, lenkte die Geschicke des Herzogtums Österreich in einer Ära tiefgreifender dynastischer Spannungen. Seine Regierungszeit war maßgeblich durch die vertraglich fixierte Mitregentschaft seines Vetters Wilhelm geprägt, was eine paritätische Verwaltung der Kernlande erforderte. Trotz dieser komplexen Machtteilung gelang es Albrecht, durch die Einführung ordnungspolitischer Maßnahmen, wie dem sogenannten „Geräune“, die innere Sicherheit gegen fehdende Adelige und räuberische Banden zu festigen.

Ein signifikantes Element seiner Biografie stellt die Pilgerfahrt nach Jerusalem dar, die ihm unter Zeitgenossen den Beinamen „das Weltwunder“ einbrachte. Diese religiös motivierte Unternehmung unterstreicht die tiefe Frömmigkeit des Herzogs, die sich auch in seiner Förderung kirchlicher Bauprojekte, insbesondere des Wiener Stephansdoms, manifestierte.

Außenpolitisch agierte er als loyaler Verbündeter der Luxemburger. Er unterstützte König Siegmund aktiv in den Auseinandersetzungen um die böhmische Krone, was schließlich zu seiner Ernennung zum Stellvertreter Siegmunds in Ungarn führte. Während eines gemeinsamen Feldzuges gegen mährische Oppositionelle erkrankte Albrecht schwer und verstarb, woraufhin die Vormundschaft über seinen minderjährigen Sohn die weitere politische Entwicklung der Region bestimmte. Sein Wirken bleibt als Beispiel für eine Herrschaft zwischen tiefer religiöser Versenkung und den harten Realitäten spätmittelalterlicher Machtpolitik bestehen.
Häutle – Genealogie der Wittelsbacher (1870)