Konrad I. von Wittelsbach

Konrad I. von Wittelsbach

Haus: Wittelsbach Linie: Scheyern-Wittelsbach

* 1120 – † 25.10.1200 (Riedfeld)

Konrad I. von Wittelsbach
Herrscher
Erzbischof von Mainz (Konrad I. von Scheyern-Wittelsbach, und Salzburg (Konrad III.)
Kardinalbischof von Sabina
Reichserzkanzler
Eltern

Kinder

Keine Kinder erfasst
Konrad I. von Wittelsbach markiert als Erzbischof von Mainz und Salzburg eine kirchenpolitische Zäsur im 12. Jahrhundert. Als Sohn des bayerischen Pfalzgrafen Otto IV. war er der erste Angehörige des Hauses Wittelsbach, der in den Rang eines Kardinals und Erzbischofs aufstieg. Sein Wirken fiel in die Ära des heftigen Konflikts zwischen dem Kaisertum und dem Papsttum, in dem er eine prinzipientreue und zugleich wechselvolle Rolle einnahm.

Zunächst ein enger Vertrauter von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, wurde Konrad zum Erzbischof von Mainz erhoben. Der Bruch mit dem Kaiser erfolgte jedoch während des Schismas, als Konrad sich weigerte, dem kaiserlichen Gegenpapst die Treue zu schwören und stattdessen Alexander III. unterstützte. Diese Haltung zwang ihn zur Flucht aus dem Reich und führte zum zeitweiligen Verlust seines Amtes. In dieser Phase des Exils in Italien festigte er seine Stellung innerhalb der Kurie und wurde zum Kardinalbischof von Sabina ernannt.

Nach dem Frieden von Venedig gelang ihm die Rückkehr in das Reichsgefüge. Er übernahm erneut das Erzbistum Mainz und agierte fortan als einflussreicher Vermittler zwischen den universellen Mächten. Besonders hervorzuheben ist sein diplomatisches Geschick bei der Organisation des Dritten Kreuzzuges sowie seine Rolle als Reichsvikar während der Abwesenheit des Kaisers. Konrad I. nutzte seine Autorität zudem für eine umfassende kirchliche Reformarbeit in seinen Diözesen und förderte den Ausbau des Mainzer Doms. Er gilt als einer der Wegbereiter für den Aufstieg der Wittelsbacher zu einer europäischen Herrscherdynastie, indem er geistliche Macht und familiäre Loyalität im Spannungsfeld des Investiturstreits geschickt miteinander verknüpfte.