Ferdinand II., Kaiser des HRR
Haus: Habsburg
* 09.07.1578 (Graz) – † 15.02.1637 (Wien) Graz /Mausoleum Kaiser Ferdinands II.
Kinder
Kinder mit Maria Anna
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Christine Erzherzogin von Österreich
(1601–1601)
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Karl Erzherzog von Österreich
(1603–1603)
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Johann Karl Erzherzog von Österreich
(1605–1619)
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Ferdinand III. Kaiser des HRR
(1608–1657)
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Maria Anna von Österreich Kurfürstin von Bayern
(1610–1655)
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Cäcilia Renata Königin von Polen
(1611–644)
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Leopold Wilhelm Erzherzog von Österreich
(1614–1662)
Ferdinand II., ein Enkel Kaiser Ferdinands I. und Sohn Erzherzog Karls II. von Innerösterreich, war eine der prägendsten und umstrittensten Gestalten des Hauses Habsburg. Seine Regierungszeit als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches fiel in die erste Hälfte des Dreißigjährigen Krieges und war von seinem unerschütterlichen Ziel geprägt, den Katholizismus im Reich und in den habsburgischen Erblanden wieder zur alleinigen Geltung zu bringen.
Nach seiner Ausbildung bei den Jesuiten in Ingolstadt setzte er in seinen innerösterreichischen Herrschaftsgebieten eine radikale Gegenreformation durch, die er nach seiner Wahl zum böhmischen König und später zum Kaiser auf das gesamte Reich auszuweiten suchte. Der böhmische Ständeaufstand und der Prager Fenstersturz bildeten den Auftakt zu einer jahrzehntelangen kriegerischen Auseinandersetzung, in der Ferdinand durch das Bündnis mit der Katholischen Liga und Feldherren wie Wallenstein zunächst militärische Erfolge erzielte.
Sein politisches Erbe ist eng mit dem Restitutionsedikt verbunden, das die Rückgabe säkularisierten Kirchengutes forderte und den Konflikt weiter verschärfte. Ferdinand II. verstand sich als „miles christianus“, als christlicher Ritter, dessen Herrschaftsauffassung Sakralität und absolutistischen Machtanspruch vereinte. Unter seiner Ägide wurde Wien zum Zentrum einer barocken Hofkultur, die den kaiserlichen Führungsanspruch künstlerisch untermauerte. Dennoch hinterließ er bei seinem Tod ein durch den Krieg erschöpftes Reich, dessen religiöse und territoriale Neuordnung erst sein Sohn vollenden sollte.
Nach seiner Ausbildung bei den Jesuiten in Ingolstadt setzte er in seinen innerösterreichischen Herrschaftsgebieten eine radikale Gegenreformation durch, die er nach seiner Wahl zum böhmischen König und später zum Kaiser auf das gesamte Reich auszuweiten suchte. Der böhmische Ständeaufstand und der Prager Fenstersturz bildeten den Auftakt zu einer jahrzehntelangen kriegerischen Auseinandersetzung, in der Ferdinand durch das Bündnis mit der Katholischen Liga und Feldherren wie Wallenstein zunächst militärische Erfolge erzielte.
Sein politisches Erbe ist eng mit dem Restitutionsedikt verbunden, das die Rückgabe säkularisierten Kirchengutes forderte und den Konflikt weiter verschärfte. Ferdinand II. verstand sich als „miles christianus“, als christlicher Ritter, dessen Herrschaftsauffassung Sakralität und absolutistischen Machtanspruch vereinte. Unter seiner Ägide wurde Wien zum Zentrum einer barocken Hofkultur, die den kaiserlichen Führungsanspruch künstlerisch untermauerte. Dennoch hinterließ er bei seinem Tod ein durch den Krieg erschöpftes Reich, dessen religiöse und territoriale Neuordnung erst sein Sohn vollenden sollte.