Mechthild von Nassau Prinzessin

Mechthild von Nassau, Prinzessin

Haus: Nassau

* 1280 – † 19.06.1323 (Heidelberg) Klarenthal /Klarissinen-Kloster

Ehen:
1. 01.09.1294 in Nürnberg · mit Rudolf I.
Mechthild von Nassau
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Mechthild von Nassau, eine Tochter des Grafen und späteren Königs Adolf von Nassau, war eine Schlüsselfigur in der dynastischen Verknüpfung zwischen dem Haus Nassau und den Wittelsbachern. Durch ihre Vermählung mit Herzog Rudolf I., dem Pfalzgrafen bei Rhein und Herzog von Oberbayern, wurde sie zur Stammmutter der pfälzischen Linie des Hauses Wittelsbach. Diese Ehe war von hoher politischer Sprengkraft, da sie das Bündnis zwischen ihrem Vater und dem Haus Wittelsbach gegen die Ansprüche der Habsburger untermauern sollte.

Ihr Leben war in der Folgezeit von den schweren innerdynastischen Konflikten zwischen ihrem Ehemann und seinem jüngeren Bruder, dem späteren Kaiser Ludwig dem Bayern, geprägt. In diesen Auseinandersetzungen um die Herrschaft in Bayern und der Pfalz positionierte sich Mechthild als loyale Stütze ihres Mannes. Nach dessen frühem Tod sah sie sich mit der Herausforderung konfrontiert, die Erbansprüche ihrer Kinder gegen die Machtansprüche ihres Schwagers zu verteidigen.

Trotz des zeitweiligen Machtverlusts und der Vertreibung aus ihren angestammten Territorien bewies Mechthild diplomatisches Geschick und Standhaftigkeit. Sie sicherte ihren Söhnen die Nachfolge in der Pfalz und legte damit das Fundament für die spätere Bedeutung der pfälzischen Kurfürsten. In der Historiographie wird sie als eine energische Landesmutter gewürdigt, die unter extremem politischem Druck den Fortbestand ihrer Linie sicherte. Ihre Bedeutung als dynastisches Bindeglied wird durch ihre Grablege im Kloster Altenburg bei Wetzlar sowie die spätere Überführung ihrer Gebeine in das Kloster Klarenthal unterstrichen, was ihre tiefe Verwurzelung in ihrer nassauischen Herkunft verdeutlicht.
Häutle – Genealogie der Wittelsbacher (1870)

Mechtilde, Tochter Königs Adolph (von Nassau), geb. um 1280, verlobt in Ulm am 19. März 1294, verm. in Nürnberg am 1. Septbr. gl. Js., gest. zu Heidelberg am 19. Juni 1323, begr.

im Klarissinen-Kloster Klarenthal bei Wiesbaden. (Kein Denkmal mehr vorhanden.)