Wilhelm II. von Bayern, Freiherr von Höllinghofen
Haus: Wittelsbach
* 1590 – † 10.02.1657 (Schloss Höllinghofen)
Herrscher
Landdrost des Herzogtums Westfalen
1650 Fürstabt der Reichsabtei Stablo-Malmedy
1650 Fürstabt der Reichsabtei Stablo-Malmedy
Eltern
Kinder
Keine Kinder erfasst
Wilhelm II. von Bayern, aus der Straubing-Holländer Linie des Hauses Wittelsbach, war eine der einflussreichsten Herrschergestalten im Nordwesten des Heiligen Römischen Reiches um die Wende zum 15. Jahrhundert. Als Sohn Albrechts I. und Margaretes von Brieg vereinte er in seiner Person die Herrschaft über ein weit verstreutes Territorium, das von der bayerischen Teilherrschaft Straubing bis zu den prosperierenden Grafschaften Holland, Zeeland und Hennegau reichte. Seine Regierungszeit war geprägt von der Konsolidierung dieser ökonomisch bedeutenden Gebiete und dem ständigen Kampf gegen interne Unruhen sowie äußere Rivalen.
Besondere historische Bedeutung erlangte Wilhelm durch sein Engagement im langjährigen Konflikt zwischen den „Kabeljau“- und „Haken“-Fraktionen (Hoekse en Kabeljauwse twisten), die den Adel und die Städte der Niederlande spalteten. Mit militärischer Härte und diplomatischem Kalkül versuchte er, die gräfliche Autorität gegenüber den aufstrebenden Städten und dem rebellischen Adel zu behaupten. Zugleich war er ein enger Verbündeter des französischen Königshauses und des Hauses Burgund; seine Schwester Margarete von Bayern war mit Johann ohne Furcht verheiratet, was die Wittelsbacher tief in die westeuropäische Machtpolitik verstrickte.
Ein tragischer Aspekt seiner Herrschaft war die Nachfolgefrage. Wilhelm II. hatte keinen männlichen Erben und setzte alles daran, seine einzige Tochter, Jakobäa von Bayern, als legitime Nachfolgerin in den niederländischen Grafschaften zu etablieren. Um ihren Anspruch zu sichern, arrangierte er hochrangige Ehen und suchte die Anerkennung der Stände. Sein plötzlicher Tod im Jahr 1417 infolge eines Hundebisses stürzte seine Territorien jedoch in einen langwierigen Erbfolgestreit, der letztlich zum Ende der wittelsbachischen Herrschaft in den Niederlanden und zum Aufstieg Burgunds führte. In der Historiographie wird er als ein tatkräftiger, wenn auch glückloser Fürst gewürdigt, dessen Tod das Ende einer glanzvollen Epoche bayerisch-niederländischer Verbundenheit einläutete.
Besondere historische Bedeutung erlangte Wilhelm durch sein Engagement im langjährigen Konflikt zwischen den „Kabeljau“- und „Haken“-Fraktionen (Hoekse en Kabeljauwse twisten), die den Adel und die Städte der Niederlande spalteten. Mit militärischer Härte und diplomatischem Kalkül versuchte er, die gräfliche Autorität gegenüber den aufstrebenden Städten und dem rebellischen Adel zu behaupten. Zugleich war er ein enger Verbündeter des französischen Königshauses und des Hauses Burgund; seine Schwester Margarete von Bayern war mit Johann ohne Furcht verheiratet, was die Wittelsbacher tief in die westeuropäische Machtpolitik verstrickte.
Ein tragischer Aspekt seiner Herrschaft war die Nachfolgefrage. Wilhelm II. hatte keinen männlichen Erben und setzte alles daran, seine einzige Tochter, Jakobäa von Bayern, als legitime Nachfolgerin in den niederländischen Grafschaften zu etablieren. Um ihren Anspruch zu sichern, arrangierte er hochrangige Ehen und suchte die Anerkennung der Stände. Sein plötzlicher Tod im Jahr 1417 infolge eines Hundebisses stürzte seine Territorien jedoch in einen langwierigen Erbfolgestreit, der letztlich zum Ende der wittelsbachischen Herrschaft in den Niederlanden und zum Aufstieg Burgunds führte. In der Historiographie wird er als ein tatkräftiger, wenn auch glückloser Fürst gewürdigt, dessen Tod das Ende einer glanzvollen Epoche bayerisch-niederländischer Verbundenheit einläutete.