Ludwig VII. Herzog von Bayern-Ingolstadt

Ludwig VII. der Gebartete, Herzog von Bayern-Ingolstadt

Haus: Wittelsbach Linie: Bayern-Ingolstadt

* 1368 – † 01.05.1447 (Burghausen)

Ehen:
1. 1402 in Paris · mit Anna von Bourbon
2. 01.10.1413 in Paris · mit Gräfin Katharina
Ludwig VII.

Kinder

Ludwig VII., in der Überlieferung oft „der Bärtige“ genannt, war ein Vertreter der Wittelsbacher Linie von Bayern-Ingolstadt und übernahm nach dem Tod seines Vaters die Leitung dieses Herzogtums. Unter seiner Herrschaft geriet Bayern-Ingolstadt in die sich zuspitzenden dynastischen Konflikte des 15. Jahrhunderts, die die drei bayerischen Linien – Ingolstadt, Landshut und München – über Jahre hinweg in erbitterte Auseinandersetzungen zogen. 

Seine politische Karriere war stark geprägt von innerfamiliären Streitigkeiten und Machtfragen. Jahrzehntelang suchte Ludwig VII. vergeblich, die frühere Landesteilung seines Hauses rückgängig zu machen oder Verbesserungen für seine Linie zu erreichen. Dabei kam es mehrfach zu militärischen Spannungen – nicht nur gegen die Münchener Herzöge, sondern auch gegenüber anderen Verwandten in der Wittelsbacher Politik. 

Ludwig war nicht nur Kriegsherr, sondern auch Förderer von Bauprojekten und Repräsentation. In seinen Residenzstädten wurden Stadtbefestigungen verstärkt und erweitert, in Ingolstadt etwa die Mauern und Tore weiter ausgebaut. Ebenso legte er Wert auf künstlerische und kulturelle Zeugnisse, indem er bedeutende Kleinodien und Kunstwerke aus Frankreich und anderen Regionen zusammentrug und selbst Aufträge anfordern ließ, die kunsthistorisch bemerkenswert sind. 

Sein Leben war eng mit der weitgespannten europäischen Adelswelt verknüpft: So nutzte er die Verbindungen seiner Schwester, die am französischen Hof lebte, und verbrachte viele Jahre selbst in Paris, wo er in politischen Netzwerken und diplomatischen Kreisen aktiv war. 

Die steten Rivalitäten mit Vettern und die anhaltenden Konflikte um Territorien und Einfluss führten dazu, dass Ludwig VII. trotz seines beträchtlichen politischen Engagements und seiner Bautätigkeit am Ende in Bedrängnis geriet und über die Frage seiner dynastischen Nachfolge und Erbfolge in heftige Auseinandersetzungen verwickelt wurde. 
Quelle
https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00005256?page=4
Häutle – Genealogie der Wittelsbacher (1870)

Ludwig VII. Regiert vom 26. Sept. 1413 bis zum 4. Septbr. 1443. dem Tag seiner Gefangennahme. Beinamen: Barbatus der Gebartete Bärtige im Bart Bärtling, der bayer. Kadmus oder Ismael, der Hoffärtige u. s. w.;

geb. am 20. Dezbr.*) 1365;

verlobt am 27. Juni 1399 mit Johanna II, Tochter Königs Karl III (de la Paix u. le Petit) von Neapel aus dem Hause Anjou4); gest. zu Burghausen auf der Veste in der Nacht vom 1. auf 2. Mai 1447;

begr. zu Raitenhaslach in der Kirche des ehemaligen Cisterzienser-Klosters. (Linke Gedenktafel am Plafond der Kirche)5).

NB. Bild in der Schleissh. Ahnen-Gallerie von B. Beham Nr. 311 (ob nach einem Originale?)


*Das Modell aus Solenhofer-Stein, welches der Herzog von einem unbekannten Künstler zwischen 1430 u. 1440 für s. zukünftige Grabstätte bei U. schönen L. Frau in Ingolstadt herstellen liess, kam nicht zur Ausführung, denn der dazu bestimmte rothe MarmorBlock liegt noch jetzt unbehauen in dem von Ludwig erbauten prächtigen Gotteshause. Das Modell selbst, ein wahres Meisterstück, wird im bayerischen National-Museum (Saal IV der Gothik) verwahrt u. ist in der 2. Lieferung der Alterthümer u. KunstDenkmale des b. Herrscher-Hauses abgebildet. Ein zweites ähnliches Relief, von dem der hiesige histor. Verein eine Photographie besitzt, ist in Form einer Steinplatte in das s. g. Feldkirchner-Thor zu Ingolstadt eingemauert. Heber Ludwig’s Bestimmungen vom 5. Juli 1429 hinsichtlich seines eigenen Begräbnisses, sowie des seines Vaters, seiner Gemahlin Anna u. seiner beiden in Paris gestorbenen Söhne vergl. J. N. Mederer’s Gesch. etc. von Ingolstadt 8. 112 ff. — lieber die von s. Gegner Heinrich v. Landshut bei Papst Nikolaus V unterm 28. Juni bereits erwirkte Genehmigung „Ludovicum sepulturae ecclesiast. participem reddere“ siehe den B.VllI des oberb. Arch. S. 417.