Margarete von Kleve
* 1375 – † 14.05.1411 /Klosterkirche
Kinder
Im Jahr 1394 heiratete sie den niederbayerischen Herzog Albrecht I. von Bayern-Straubing, der zugleich Graf von Holland, Seeland und dem Hennegau war. Diese Verbindung war politisch hochbrisant: Sie sollte die Herrschaft der Wittelsbacher im Nordwesten Europas (den sogenannten „niederländischen“ Besitzungen) stabilisieren. Margarete trat als zweite Ehefrau an die Seite des bereits älteren Albrechts und brachte durch ihre Herkunft wichtige Rückendeckung gegen die rivalisierenden burgundischen Interessen in die Ehe ein.
In ihrer Residenz in Den Haag und im Hennegau spielte sie eine aktive Rolle im höfischen Leben. Sie war bekannt für ihre Bildung und ihre Fähigkeit, in den komplexen dynastischen Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Zweigen des Hauses Wittelsbach und dem lokalen Adel zu vermitteln. Ihre Präsenz am Hof von Den Haag trug dazu bei, die kulturelle Brücke zwischen dem bayerischen Stammland und den fernen Nordsee-Territorien zu festigen.
Obwohl aus der Ehe selbst keine überlebenden männlichen Erben hervorgingen, blieb Margarete eine einflussreiche Figur am Hof ihres Stiefsohns Wilhelm II. von Straubing-Holland. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1404 agierte sie weiterhin als Ratgeberin und half dabei, den wittelsbachischen Herrschaftsanspruch in einer Region zu verteidigen, die zunehmend unter den Druck des expandierenden Hauses Burgund geriet.
Margarete von Kleve verstarb im Jahr 1411. Ihr Schicksal illustriert die „europäische Dimension“ der Wittelsbacher im 14. und 15. Jahrhundert, als das Haus gleichzeitig in München, Straubing und an der Nordseeküste regierte. Mit ihrem Tod und dem späteren Aussterben der Linie Bayern-Straubing endete dieses ehrgeizige Projekt der Fernherrschaft, das Bayern zeitweise zu einer Seemacht gemacht hatte.
Margarethe, Tochter des Grafen Adolph V (I) von Kleve-Mark, geb. um das Jahr 1375, verl. zu Köln a Rh. 19. März 1394, vermählt daselbst 30. gl. Monats, gest. in Huis te Kleef (nach ihr so benannt) bei Harlem im Jahre 1412, begr. im Haag in dem von ihr gestifteten St. Vincenz-Dominikaner-Kloster, dessen Kirche noch jetzt die »KlosterKirche« heisst. (Ehem, schönes Grabmal nördl. vom Hochaltar.)