Luise Hollandine von der Pfalz, Prinzessin
Haus: Wittelsbach
* 18.04.1622 (Den Haag) – † 11.02.1709 (Zisterzienserinnenkloster Maubuisson)
Herrscher
Titular-Pfalzgräfin bei Rhein
1664 bis 1709 Äbtissin des Klosters Maubuisson
1664 bis 1709 Äbtissin des Klosters Maubuisson
Eltern
Kinder
Keine Kinder erfasst
Luise Hollandine von der Pfalz, eine Tochter des Kurfürsten Friedrich V. und der Elisabeth Stuart, nimmt aufgrund ihres unkonventionellen Lebenswegs und ihres künstlerischen Talents eine Ausnahmestellung innerhalb der pfälzischen Wittelsbacher ein. Im niederländischen Exil aufgewachsen, genoss sie eine Erziehung, die ihren intellektuellen und schöpferischen Neigungen Raum bot. Sie entwickelte sich zu einer begabten Malerin der Barockzeit, die als Schülerin von Gerrit van Honthorst einen beachtlichen Grad an Meisterschaft erreichte und deren Werke noch heute in bedeutenden Sammlungen vertreten sind.
Ein radikaler Bruch mit ihrer protestantischen Herkunft und ihrem familiären Umfeld markierte ihr späteres Leben: Im Jahr 1657 verließ sie heimlich den Haushalt ihrer Mutter in Den Haag, konvertierte zum katholischen Glauben und floh nach Frankreich. Dieser Schritt löste innerhalb der kurfürstlichen Familie, die als führende protestantische Macht galt, einen erheblichen Skandal aus. Unter dem Schutz ihrer Tante Henriette Marie von Frankreich und mit Unterstützung des französischen Hofes trat sie in das Zisterzienserinnenkloster Maubuisson ein.
Dort schlug sie eine beeindruckende klerikale Laufbahn ein und wurde schließlich zur Äbtissin von Maubuisson ernannt. Unter ihrer Leitung erlebte die Abtei eine Phase der spirituellen und wirtschaftlichen Stabilisierung. Trotz der anfänglichen Entfremdung hielt sie später wieder Kontakt zu ihren Geschwistern, insbesondere zu ihrer Schwester Sophie von der Pfalz. In der Historiographie wird Luise Hollandine als eine Frau von großer Entschlusskraft gewürdigt, die gesellschaftliche Erwartungen zugunsten ihrer religiösen Überzeugung und persönlichen Unabhängigkeit hinter sich ließ. Ihr Leben vereint in einzigartiger Weise die Sphären der hochadeligen Diplomatie, der bildenden Kunst und der klösterlichen Reform.
Ein radikaler Bruch mit ihrer protestantischen Herkunft und ihrem familiären Umfeld markierte ihr späteres Leben: Im Jahr 1657 verließ sie heimlich den Haushalt ihrer Mutter in Den Haag, konvertierte zum katholischen Glauben und floh nach Frankreich. Dieser Schritt löste innerhalb der kurfürstlichen Familie, die als führende protestantische Macht galt, einen erheblichen Skandal aus. Unter dem Schutz ihrer Tante Henriette Marie von Frankreich und mit Unterstützung des französischen Hofes trat sie in das Zisterzienserinnenkloster Maubuisson ein.
Dort schlug sie eine beeindruckende klerikale Laufbahn ein und wurde schließlich zur Äbtissin von Maubuisson ernannt. Unter ihrer Leitung erlebte die Abtei eine Phase der spirituellen und wirtschaftlichen Stabilisierung. Trotz der anfänglichen Entfremdung hielt sie später wieder Kontakt zu ihren Geschwistern, insbesondere zu ihrer Schwester Sophie von der Pfalz. In der Historiographie wird Luise Hollandine als eine Frau von großer Entschlusskraft gewürdigt, die gesellschaftliche Erwartungen zugunsten ihrer religiösen Überzeugung und persönlichen Unabhängigkeit hinter sich ließ. Ihr Leben vereint in einzigartiger Weise die Sphären der hochadeligen Diplomatie, der bildenden Kunst und der klösterlichen Reform.