Die Erben Roms
Städte und Stätten des deutschen Früh-Mittelalters
| Autor:in | Pörtner Rudolf |
|---|---|
| Verlag | Econ |
| Buchart | Gebundene Ausgabe |
| Erscheinung | 1965 |
| Seiten | 480 S. |
| ISBN / B3Kat | 00131004 (0) |
| Schlagworte | Römer |
Beschreibung
Über wenige Epochen der frühen deutschen Geschichte sind wir so gut unterrichtet wie über die römische. Was aber geschah, nachdem das sterbende Imperium seine Truppen aus Germanien zurückgezogen hatte? Waren die merowingisch-karolingischen Jahrhunderte hierzulande tatsächlich Zeiten tiefster Finsternis, in denen die Bevölkerung auf die Stufe eines kriegerischen Bauern- und Räuberdaseins zurückfiel? Das vor allem ist die Frage, der Rudolf Pörtner im vorliegenden Buch, dem dritten der erfolgreichen Reihe: »Städte und Stätten deutscher Geschichte«, nachgegangen ist.
Wieder hat er zahlreiche Reisen durch Deutschland unternommen. Zwischen Aachen und Fulda, in Westfalen, im Rheinland, in Württemberg und Bayern hat er sich an den Brennpunkten einer Epoche umgesehen, die - entgegen der häufig noch verbreiteten Meinung — an innerer Spannung und Abenteuerlichkeit kaum ihresgleichen hat. Die bluttriefende Chronik der Merowingerkönige ist ein Panorama entfesselter menschlicher Leidenschaften. Die Wanderungen der ersten Missionare durch die wilden Wälder Germaniens gleichen den dramatischen Expeditionen der großen Entdecker anderer Kontinente: diese mutigen Pfadfinder des Glaubens - Kolumban, Bonifatius, Ansgar und weitere — brachten den germanischen Stämmen mit dem Wort des Christengottes auch die Idee einer neuen politischen Ordnung. Die von ihnen gegründeten Klöster retteten das geistige Erbe der Antike, trugen entscheidend zur wirtschaftlichen Erschließung unwegsamer Gebiete bei und waren neben den Pfalzen, den Residenzen der Könige, die geistigen Zentren des Fränkischen Reiches, das in seiner Endgestalt unter Karl dem Großen zu den imposantesten Staatsschöpfungen der Weltgeschichte gehört.
Die Wegzeichen dieser Entwicklung, die steinernen Monumente der wiedererwachten Freude am Bauen, sind uns zu einem guten Teil erhalten geblieben: in Würzburg, in Fulda, in Aachen, in Lorsch, in Regensburg. Aufschlüsse über das Alltagsleben der germanischen Stämme und die Prunkliebe ihrer Fürsten verdanken wir der Erforschung der damaligen Friedhöfe. Die Auswertung des Fundmaterials und der überlieferten schriftlichen Quellen ergibt schließlich ein klares, farbenreiches Bild. Rudolf Pörtner bringt es uns in »Die Erben Roms« in seiner ganzen Großartigkeit nahe.
INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort
Erstes Kapitel
DAS 5. JAHRHUNDERT FAND NUR IN KREFELD STATT
Männer und Mächte des Merowingerreiches
- Vom Landstädtchen zur Seidenmetropole
- Der Mann mit dem goldenen Löffel - »Altertümer« zwischen Altertum und Mittelalter
- Feinde und Verbündete des Imperiums
- Der »wilde Franke«
- Theoderich und Chlodwig - Arianer und Katholiken
- Von den Pyrenäen bis zur Saale
- Das Ende der Merowinger
- Unter dem Dach des Frankenreiches
- Staat als königlicher Privatbesitz
- Kanzlisten, Grafen und Magnaten
- »Siehe, unser Schatz ist arm . . .«
- Gregor von Tours: Staatsaktionen und Skandalgeschichten
- Friedhöfe, die Museen füllten
- Goldschmiede im Gefängnis
- Childerichs »Bienen« kamen aus China
- Die Zeituhr der Epoche
- Eine archäologische Goldgrube
- Das Grab eines Frankenfürsten
- Das 5. Jahrhundert am Niederrhein
Zweites Kapitel
PRINZ UND DAME UNTERM KÖLNER DOM
Die Römerstädte in der nachrömischen Zeit
- Das Signum der Heimat
- Alarm »vor Ort«
- Schmuck und Reiseutensilien einer fränkischen Fürstin
- Mörder oder Erben Roms?
- »Was in den Boden eingewurzelt war . . .«
- Neue alte Glasmacherkunst
- Auch der Handel lebte weiter
- Die wandernden Münzmeister
- Monetar-und Waagelandschaften
- Ruinen, Kirchen und Paläste
- Kern der Trierer Bevölkerung blieb romanisch
- Aus Crispinus wurde Lcute-gund
- Geschichten aus dem fränkischen Köln
- Auf Heckenrosen gebettet
- Die neuen Herren im römischen Prätorium
- Toilettengeheimnisse merowingischer Damen ...
- ... und ein merowingisches Menü
- Das Wunder der Goldscheibenfibeln
- Staatsbegräbnis für Wisigarde?
- Brücke zum Abendland
Drittes Kapitel
DER FÜRST VON MORKEN
Ein fränkischer Landadliger und seine Welt
- Das braune Revier
- Unter der Haut der Erde
- Alarm in Morken
- Waffen, Feuerstahl und Schlangenköpfe
- Viehhirtenhelm und Kaiserkrone
- Die Welt ein riesiges Schlachtfeld
- Besitzwechsel am Rhein und an der Mosel
- Die merowingische Soziallandschaft
- Blick in ein fränkisches Dorf
- Christus, der Himmelskönig
- Holzkirchen auf alten Friedhöfen ...
- ... und Privatkirchen des fränkischen Adels
- Und darunter eine römische Villa
Viertes Kapitel
ALS STUTTGART NOCH BAUERNLAND WAR ...
Alemannien von den Römerkriegen bis zum Cannstatter Blutbad
- Industriestadt mit Markenwert
- Cannstatt war römische Reitergarnison
- Das Gräberfeld von Feuerbach
- Sueben, Schwaben, Alemannen
- Ein Goldschmied kostete 50 Goldstücke
- Bußkatalog für Streithähne
- Gesetzlich geschützte Mädchenknie
- Ebenholzmöbel aus »Totenbäumen«
- Der Pflug ersetzt das Schwert
- Ein alemannischer Bauernhof
- Starke Esser - laute Sänger
- Häkelnadeln und Lockenwickler
- Meisterleistungen der Drechslerkunst
- Im Joch der fränkischen Staatsreligion
- Weltflucht in die Welt hinein
- Der zornige alte Mann aus Irland
- Die Zelle des heiligen Gallus
- St. Martin im Cannstatter Kastell
- Das Ende des freien Alemanniens
- Wo lag Turigobergo?
Fünftes Kapitel
FREISING - HERZ UND HIRN ALT-BAYERNS
Die Stadt Korbinians und die Missionierung Bajuwariens
- Der »doppelköpfige Parnaß«
- Der Bär, der das Saumroß fraß
- Herzog Grimoalds Wohn- und Kommandohügel
- Bojer, Markomannen, Bajuwaren
- Ein Land, »gar lieblich anzusehen«
- Die irische und die fränkische Mission
- Eiserne Kreuze - und andere christliche Symbole
- Korbinians Flucht und Ende
- Stadt des Geistes und der Geistlichkeit
- Der Domberg in Flammen
- General Duverdiens »Kanonentest«
- Das säkularisierte Freising
Sechstes Kapitel
WÜRZBURG - ODER DIE INTHRONISATION EINES HEILIGEN
Auf dem Marienberg steht die älteste rechtsrheinische Kirche Deutschlands
- »Bocksbeutel«, Heilige und Madonnen
- Die Grenzfestung Marienberg
- Glück und Ende des Thüringerreiches
- Ein Märtyrer namens Kilian
- »Wer Würzburg in der Hand hatte . . .«
- Patron der fränkischen Ostpolitik
- Königshof wurde Bischofshof
- Herr der Münze und des Zolles
- Rundkirche - mit oder ohne Chor?
- Das »neue Gewand« der Echter-Zeit
- Ein Geschichtsbuch aus Stein
Siebtes Kapitel
DIE BONIFATIUS-GRUFT IN FULDA
Weg und Wirken des »Apostels der Deutschen«
- Die Basilika und der Barockdom
- Der Entschluß des Mönches Winfrid
- . . . die Angeln in Engel zu verwandeln
- Das goldene Zeitalter der angelsächsischen Kirche
- Versuchsfeld Friesland •
- Bonifatius' missionarisches Praktikum
- Kelten, Chatten, Hessen
- Der Tag von Geismar
- Winfrids angelsächsische Hausmacht
- Die Reform der fränkischen Kirche
- Sturmis Ritt in den Urwald
- Fußbodenheizungen unter dem Fuldaer Domplatz
- Monte Cassino in Hessen
- »Ich gleiche einem bellenden Hunde . . .«
- Das Ende in Friesland
- »Tapfer in Waffen - frei von Häresie«
- Größte Klosteranlage nördlich der Alpen
- Die Rettung der »Germania«
- Wiege der deutschen Sprache
- Hochschule von europäischem Rang
- »Der römischen Kaiserin Erzkanzler«
- Der Deutsche aus Wessex3
Achtes Kapitel
IN AACHEN BAUTE KARL DER GROSSE SEIN VERSAILLES
Vom Römerbad zur Residenz des Frankenreiches
- Stadt an der Grenze • Aquae Grani - die Quellen des Granus
- Kaiser Karls Marmorthron
- Herrscher in Leinenhemd und Wams
- Frauen zur Rechten und zur Linken
- Er führte mehr als fünfzig Kriege
- Stärkste Macht des Abendlandes
- »Ein Gott, eine Kirche, ein Glaube...«
- Exerzierreglements für Weisheitsrekruten
- Das Aachener Gelehrtenkollegium
- David, Pindar und Homer
- Der Eid auf die Reichsgewalt
- Karls »Magna Charta für das Volk«
- Herzkammern der königlichen Macht
- Aachener Grabungen
- Zwischen Pfalzkapelle und Palast
- Herz und Mitte des Reiches
- Zeichen des nahenden Endes
- Sprachen die Franken Aachener Platt?
- »Haupt aller Städte diesseits der Alpen«
- Das Standesamt im »Juliusturm«
Neuntes Kapitel
DAS TASSILO-KLOSTER AUF FRAUENCHIEMSEE
Der letzte Agilolfinger und das Ende des Herzogtums Bayern
- Eiland des Friedens
- Die Fresken auf dem Münsterboden - Fünf Erzengel aus Byzanz
- Grabungen zwischen Turm und Torbau
- Tassilos »Heeresliez«
- Der Wormser Schauprozeß
- Epilog in Frankfurt
- Das erste deutsche Schulgesetz
- Chiemsee-Pensionär Pontius Pilatus
- Fünfzehn Ochsenwagen voller Gold
- Karls Rhein-Main-Donau-Kanal
- Die Äbtissin mit der Königskrone
- Die Aufbaugroschen des Weißen Brauhauses
- Benediktiner nach uraltem Rezept
Zehntes Kapitel
PADERBORN - WIEGE DEUTSCHEN KAISERTUMS
Karl der Große und die Sachsen
- Am Born der Pader
- Herz des Sachsenlandes
- Erbfeind der Franken
- Stammsitz des Teufels
- Die Beckumer Pferdegräber
- Eine Siedlung an der Ems
- »Pergamon im Münsterland«
- Die sächsischen Fliehburgen
- Erfolgloser Kolonialkrieg
- Karls »römische« Königshöfe
- Die Paderborner Massentaufe
- Das Massaker von Verden
- Weihnachten in der Pfalz Attigny
- Widukind, die »Timpken« und die Sattelmeier
- ». . . der soll des Todes sterben«
- Papst Leo kommt nach Paderborn
- »Leuchtturm Europas« - »Haupt der Welt«
- Von der Lagerkirche zur Basilika - Liudger, der »Bonifatius der Sachsen«
- Danewerk und Limes Saxoniae
- Eine Epoche schöpferischer Politik
- Meinwerk - ein Bischof aus Widukinds Geschlecht
- Die Basilika über den Paderquellen
Elftes Kapitel
DER TRAUMPALAST VON INGELHEIM
Die Lieblingspfalz des frommen Kaisers Ludwig
- Die Rhein-, Wein- und Spargelstadt
- An der Stelle einer römischen Villa
- Ein Kaiser, der niemals lachte
- Der »Eremit« von Aniane
- Walahfrid Strabos Friedensvision
- Der große Ingelheimer Reichstag
- Brautschau für den frommen Ludwig
- Kapitulation im Wald von Com-piegne
- Der Schauprozeß auf dem Kolmarer Lügenfeld
- Ruiniert, zerstört, verbaut
- Vision oder archäologische Bestandsaufnahme?
- Die Pfalz auf dem Frankfurter Domhügel
- Der Ingelheimer »Saal«
Zwölftes Kapitel
DAS KAROLINGISCHE REICHSKLOSTER LORSCH
Die bedeutendste Klosteranlage des frühen Mittelalters
- Das Tor zum Mittelalter
- Familienkloster der Karolinger
- Die »Straßburger Eide« und der Vertrag von Verdun
- König Ludwig der Deutsche
- Behns »babylonische« Grabung
- Das Urkloster an der Weschnitz
- Langobarden bauten die Torhalle
- Schuf Lorsch das erste »Westwerk«?
- Die Entdeckung der Königsgruft
- Ein Keller aus karolingischer Zeit
- Tempelstädte des Mittelalters
- Herz des Nibelungenlandes
- Die Klosterkirche als Tabakscheune
- Einhards Basiliken unter Tieffliegerbeschuß
- Himmelsmusik in der Torhalle
Dreizehntes Kapitel
REGENSBURG WAR DEUTSCHLANDS ERSTE HAUPTSTADT
Die Residenzen und Pfalzen der letzten Karolinger
- »Römerturm« und Herzogshof
- Die Festung in der Festung
- Bauernland in der Kaiserstadt
- Märtyrergräber als Siedlungskerne
- Die Markt- und Hafenplätze der Friesen
- Der Kranke von Altötting
- Der Kaiser der Reichenau
- Die Arnulfs-Pfalz am Ägidienplatz
- Sieger über Slawen und Normannen
- Die erste Wik-Ummauerung in Deutschland
- Auf römischem Fundament
Touristische Hinweise
Zeittafel
Quellenverzeichnis der Textabbildungen
Quellenverzeichnis der Tafelbilder
Bibliographie
Register