Belastete & bedenkliche Straßennamen in München
Zurück zur ÜbersichtAm 2. - 4.1.1905 fand bei Groß Nabas in Deutsch-Südwestafrika ein Gefecht gegen den Großkapitän der Witboi-Hottentotten statt, an dem die Bayernkompagnie hervorragend beteiligt war.
Am Waterberg (ehern. Deutsch-Südwestafrika) fand 1904 ein entscheidendes Gefecht im Herero- Feldzug statt, an dem viele Bayern teilnahmen.
Major; Otto Friedrich von der Groben, Forschungsreisender, gründete am 1.1.1683 die brandenburgische Festung Groß-Friedrichsburg an der afrikanischen Goldküste. Geb. 1.4.1657 zu Pratten im Ermeland, gest. 30.1.1728 auf seinen Gütern Ostpreußen.
Joachim Nettelbeck, Seefahrer, organisiert mit Schill und Gneisenau erfolgreich die Verteidigung der von den Franzosen belagerten Festung Kolberg (1806). Er weist als einer der ersten auf die Notwendigkeit hin, Kolonien zur Stützung der Landmacht zu erwerben, Geb. 20.9.1738 zu Kolberg, gest. 29.1.1824 dortselbst
Franz Adolf Eduard Lüderitz (1834 – 1886), Überseekaufmann und Forschungsreisender, erwarb 1883 die dann nach ihm benannte Bucht von Angra Pequena in Südwestafrika und begründete damit die Kolonie Deutsch-Südwestafrika. In der Lüderitzbucht befand sich nach 1904 ein Internierungslager für gefangene Herero und Nama mit unmenschlichen Haftbedingungen.
Heinrich Hansjakob, Pfarrer u. Volksschriftsteller. Geb. 19.8.1837 zu Haslach, gest .23.6.1916 zu Haslach.
Robert Koch, Begründer der modernen Bakteriologie, entdeckte den Tuberkel- und den Cholera- Bazillus und erforschte die Schlafkrankheit, die Pest und die Malaria. Geb.11.12.1845 zu Clausthal, gest.27.5.1910 zu Baden-Baden.
Theodor Leutwein, Gouverneur von Deutsch-Südwest- Afrika, Kommandeur d. Schutztruppe, geb. 9.5.1849 zu Strumpfelbronn, gest. 13.4.1921 zu Freiburg i. Breisgau
August Julius Langbehn, der "Rembrandtdeutsche", so genannt nach seinem 1890 erschienenen aufwühlenden Buche "Rembrandt als Erzieher"; geb.26.3•1851 zu Hadersleben (Nordschlgswig); gest. 30.4.1907 zu Rosenheim, begraben zu Puch b.Fürstenfeldbruck.
Max von Gruber, führender Hygieniker, geboren 6. Juli 1853 in Wien, gestorben 16. September 1927 in Berchtesgaden, seit 1902 in München
Hermann von Wißmann, Afrikaforscher, durchquert 1880 im Dienste der deutschen afrikanischen Gesellschaft Afrika, wird 1888 zum Reichskommissar, für Deutsch-Ostafrika ernannt and nimmt durch Hissen der deutschen Flagge am 1.1.1891 den vom Sultan von Sansibar abgetretenen Küstenstrich in Besitz. 1895/96 Gouverneur von Deutsch-Ostafrika. Geb. 4.9.1853 zu Frankfurt a/O. , gest. 15.6.1905 zu Waisenbach b/Liezen (Steiermark)
Karl Ritter von Goebel (1855-1932), Botaniker; seit 1891 Professor für Botanik an der Universität von München; Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Schöpfer und erster Direktor des neuen Botanischen Gartens; er legte 1900 den Alpengarten auf dem Schachen.
Emil Kraepelin, führender Psychiater, geb.15.2.1856 zu Neustrelitz, gest. 7.10.1926 zu München.1903/1922 Professor an der Universität München
Freiherr Karl von Gravenreuth Hauptmann d. Schutztruppe Kamerun, hervorgegangen aus dem Inf.-Leib-Regt., geb.12. 12.1858 zu München, gefallen am 5.11.1891 im Kampfe gegen Aufständische bei Buera.
Max Halbe, geb. 4.10.1865 in Güttland bei Danzig, gest. 30.11.1944 in Neuötting(Obb., lebte seit 1895 ständig in München und verkehrte im Kreise, Thomas, Wedekinds und Hartlebens. Der bedeutende Dramatiker und Erzähler, der seien naturalistischen und sozialenThemen mit volksliedhaften lyrischen Stimmungen verband, erregte mit seinem Werken großes Aufsehen und übte auf Theater und Film starkem Einfluß aus.
Werke: "Der Strom", "Jugend", "Scholle und Schicksal", "Mutter Erde", "Freiheir" u.a.
Emil Nolde, (eigentlich Hansen), geb. 7.8.1867 in Nolde/Kreis Tondern, gest. 13.4.1956 auf seinem Hof Seebühll (Nordschleswig), Graphiker und Maler, welcher u.a. auch in München studierte, führender Vertreter des deutschen Expresionismus.
Die Farbe ist das stärkste Ausdrucksmittel seiner religiösen, dämonischen und maskenhaften Darstellungen. Hohen Rang innerhalb seines Gesamtwerkes nehmen auch seine ca. 400 graphischen Blätter und Aguarelle (Blumen, Tiere, Köpfe) ein.
In zahlreichen Orten sind Straßen oder Wege nach Hans Pfitzner benannt. 2010 wurde in Hamburg mit Wirkung vom 1. Januar 2011 die Pfitznerstraße wegen der NS-Nähe Pfitzners umbenannt; sie ist heute ein Teil der Friedensallee. Weitere Umbenennungen erfolgten im März 2012 in Hamm und im Mai 2012 in Münster.
Am 1. Juni 2016 schlug die Malerin Konstanze Sailer im Rahmen ihres digitalen Gedenkprojektes Memory Gaps – Erinnerungslücken vor, die nach Pfitzner benannte Gasse im Wiener Bezirk Liesing in Alfred-Grünewald-Gasse umzubenennen.Erklärung siehe Von-Erkert-Str.
Friedrich v. Erkert, Hauptmann u. erster Kamelreiterführer d. (Schutztruppe d. sogen. Bayernkompagnie. Geb.30.12.18691 zu Bromberg gefallen am 16.5.1908 bei Seatsul in der Kalahari.
Hans Dominik, verdient um die Erforschung and Befriedung der deutschen Kolonie Kamerun (1893-1910). Geb. 7.5.1870 zu Culm (Westpr.)j gest. 16.12.1910 auf der Heimfahrt von Kamerun
Hans Pfann, Oberstudiendirektor, Schriftsteller, Münchener Alpinist. Geboren 4.8.1878 in Nürnberg, gestorben 5.1.1958 in Bad Reichenhall. Hans Pfann lebte über 50 Jahre in München. Er bestieg im ganzen Alpengebiet als Erster unzählige Eiswände von Viertausendern und leitete Forschungsexpeditionen im Ausland. Pfann war Ehrenmitglied vieler deutscher und österreichischer Alpenvereinssektionen und Gründungsmitglied des Oskar-von-Miller-Polytechnikums [= heutige Fachhochschule] in München.
Fritz Linnenbrügger, geb. 1878 zu Bielefeld. Gefr. bei dem HuBarenregt.Nr. 8, wurde am 29.4.1919 von Rotgardisten bei einem Angriff in der Gegend v. Oberschleißheim gefangen genommen und am 30.4.1919 im Luitpoldgymnasium ermordet.
Georg Thiele, Korvettenkapitän; gefallen am 17.10.1914 als Chef der 6.Torpedoboots-Halbflottille bei der Insel Texel (Holland).
August Schwingenstein, Journalist, Redakteur und Verleger, geb. 9.3.1881 in Memmingen, gest. 5.11.1968 in Hemmersbach bei Schliersee, war vier Jahre kang Verleger und Chefredakteur des Iller-, Roth- und Günzboten, kam anschließend als Landtagsberichtserstatter nach München, 1945 wegen seiner fachkenntnisse und seiner politischen Inregrität einer der vier Linzensträger und Mitherausgeber der Süddeutschen Zeitung, er war Abgeordneter des Bayerischen Landtags und Mitglied der Verfassungsgebenden Landesversammlung.
Kapitän Otto Weddigen, geboren 15.9.1882 in Herford. Ging am 1.3.1915 mit U 29 unter
Univ. Prof. Dr. h. c. Hans Ludwig Held, Stadtbibliotheksdirektor, Kulturbeauftragter der Stadt München. Geb. 1.8.1885 in Neuburg/Donau, gest. 3.8.1954 in München.
Prof. Held hat für München bleibende Verdienste als Schöpfer der Münchener Stadtbibliothek, als Förderer der Volksbüchereien und Kinderlesehallen. Er reorganisierte nach dem 2. Weltkrieg das Münchener Kulturwesen und war auch vielseitig schriftstellerisch tätig.
Lilly Reich, geb. am 16.06.1885 in Berlin, gest. 1947 in Berlin, Innenarchitektin. Lilly Reich war ab 1912 Mitglied des Deutschen Werkbundes und wurde 1920 die erste Frau in dessen Vorstand. Am Bauhaus 1932 bis 1933 Leiterin der Ausbauabteilung. Nach 1945 Atelier für Architektur, Design, Textilien und Mode in Berlin, anschließend Lehrtätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin.
Heila, genannt Hella, Gräfin von Westarp, geb. 11.1.1886 zu Partenkirchen, wurde am 26. April 1919 von Rotgardisten als Geisel festgenommen und am 30.4.1919 im Luitpoldgymnasium ermordet.
Erich Giese.Kapitänleutnant,Kommandant der "S20", Z-Flottille in Flandern. Gef. am 5.6.1917 bei einem Vorstoß in den englischen Kanal.
Dichter, geboren 6. Juli 1887 zu Eisenach, gefallen 16. Oktober 1917 auf der Insel Ösel. Verfasser von Dramen, Gedichten und Novellen
Georg Britting, geb. 17.2.1891 in Regensburg, gest. 27.4.1964 in München, Dichter, Lyriker und Erzähler von starker Bildhaftigkeit und tiefsinnigen Humor, der in seiner Lyrik als hervoragender Repräsentant des magischen Realismus in der deutschen Literatur gilt. Britting war Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und der Westberliner Akademie der Künste; er erhielt mehrere Dichterpreise u.a. 1935 den Münchner Dichterpreis.
Univ. Prof. Dr. phil. Ernst Buchner, Kunsthistoriker, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen von 1930-46, 1953-1957, Mitglied der Bayr. Akademie der Wissenschaften, geb. 20.3.1892 und gest. 3.6.1962 in München, verdient um den Wiederaufbau der Alten Pinakothek und die Erforschung dr altdeutschen Malerei, u.a. der Münchner Mler der Spätgotik Jan Pollak und Niklas Horwerk.
Manfred von Richthofen, geboren 2. Mai 1892 in Breslau, im Luftkampf gefallen am 21. April 1918 an der Somme
Centa Hafenbrädl, geboren am 03.05.1894 in Übersee am Chiemsee, gestorben am 29.12.1973 in Haar bei München.
Von 1918 an war sie in verschiedenen Organisationen der freien Wohlfahrt tätig. Ab 1921 wirkte sie im früheren Sozialministerium als Referentin für Frauenarbeit in der Industrie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie Leiterin der Münchner Nothilfe. Als Frau der ersten Stunde gehörte sie von 1947 bis 1970 dem Stadtrat an. Sie war sowohl Korreferentin im Sozialreferat als auch im Personalreferat sowie langjähriges Vorstandsmitglied des Caritas-Verbandes.
Walter Deike, Kunstgewerbezeichner, gab. 1894 zu Magdeburg, wurde am 26. April 1919 in München von Rotgardisten als Geisel festgenommen und am 30. April 1919 im Luitpoldgymnasium ermordet»
Hans Koch, Universitätsprofessor für Wirtschafts- und Gesellschaftskunde Osteuropas, Gründer und Direktor des Osteuropa-Instituts in München, geb. 7.7.1897 in Kaltwasser bei Lemberg, gest. 9.4.1959 in München.
Professor Hans Koch hat durch sein Wirken dazu beigetragen, die guten nachbarlichen Beziehungen mit den Völkern Osteuropas neu zu beleben und auf allen kulturellen Gebieten weiter zu pflegen.
Walter Kiaulehn, Journalist und Schriftsteller, geb. 4.7.1900 in Berlin, gest. 7.12.1968 in München, begann 1924 seine journalistische Tätigkeit in der Feuilletonredaktion des "Berliner Tagblattes" und gehörte 1930 bis 1933 dem Redaktionsstab der "BZ am Mittag" an,ab 1945 Journalist bei der Neuen Deutschen Zeitung in München, kam 1950 als Theaterkritiker und späterer Leitender Redakteur zum "Münchner Merkur"; 1960 wurde er für seine besonderen Verdienste mit dem "Literaturpreis der Landeshauptstadt München" ausgezeichnet.
Sprecher der Deutschen Wochenschau und vieler NS-Kulturfilme
1943 wurde er überdies vom Propaganda-Ministerium für Drehbucharbeiten zu NS-Kulturfilmen unabkömmlich (uk) gestellt.
Aus Frankreich schrieb er Jubelartikel über die Zerstörung der Altstadt von Marseille,
Ab 1944 war er hier in erster Linie für die Durchhaltepropaganda mit Berlinbezug in der Illustrierten verantwortlich
Freiherr Franz Karl von Teuchert, geb. 20.Juli 1900 zu Marburg (Steiermark), Freiwilliger beim Freikorps Regensburg, wurde am 29. April 1919 von Rotgardisten in Neufahrn bei Anzing verhaftet und am 30.April 1919 im Luitpoldgymnasium ermordet,
Adolf Butenandt, geb. 24.03.1903 in Bremerhaven, gest. 18.01.1995 in München, Chemiker. Er war einer der bedeutendsten Biochemiker des 20. Jahrhunderts. Für seine Arbeiten über das Sexualhormon erhielt er 1939 den Nobelpreis für Chemie. Mit seinen Arbeiten legte er den Grundstein für die Entwicklung der Antibabypille. Zu seinen großen Leistungen gehören die Isolierung des ersten Insektenhormons 1954 und des ersten Sexuallockstoffes der Insekten 1959. Er trug damit wesentlich zur biologischen Schädlingsbekämpfung bei. Außerdem förderte er entscheidend die Virusforschung in Deutschland. 1956 wurde er an die Ludwig-Maximilians-Universität berufen. 1960 bis 1972 war er Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, anschließend deren Ehrenpräsident. Seit 1985 Ehrenbürger Münchens. Er wurde durch zahlreiche in- und ausländische Auszeichnungen geehrt.
Rudolf Zenker, geb. 24.02.1903 in München, gest. 18.01.1984 in München, Chirurg. Zenker nahm 1958 die erste erfolgreiche Operation am offenen Herzen in Deutschland vor. Er war es auch, der 1969 die erste Herztransplantation in München durchführte. Eng mit seinem Namen ist der Bau des Klinikums Großhadern mit einer herzchirurgischen Abteilung verbunden.
Hermann Proebst, Journalist, Redakteur und Schriftsteller, geb. 25.2.1904 und gest. 15.7.1970 in München, von 1947-1949 Pressechef der Bayerischen Stattskanzlei, kam 1949 als Leiter des Ressorts Innenpolitik und stellvertretender Chefredakteur zur Süddeutschen Zeitung und war 1960 deren Chefreadkteur.