Ludwig IX. der Reiche, Herzog von Bayern-Landshut
* 23.02.1417 (Burghausen) – † 18.01.1479 (Landshut) Landshut /Kloster Seligenthal
Kinder
Ein Meilenstein seines Wirkens war die Gründung der ersten bayerischen Landesuniversität in Ingolstadt. Damit schuf er ein geistiges Zentrum, das Bayern über Generationen hinweg prägen sollte und den Übergang zum Humanismus einläutete. Auch kirchenpolitisch trat er als Reformer auf, indem er die klösterliche Disziplin in seinem Herrschaftsgebiet festigte. Trotz seines Beinamens war sein Regierungsstil keineswegs verschwenderisch, sondern zielte auf eine effiziente Zentralisierung der Verwaltung und eine Stärkung der herzoglichen Autorität ab.
Sein Verhältnis zur Münchner Linie der Wittelsbacher war oft von Spannungen und Konkurrenz geprägt, da das Landshuter Teilherzogtum in jener Ära das wirtschaftliche Schwergewicht bildete. Die legendäre „Landshuter Hochzeit“ seines Sohnes Georg mit der polnischen Königstochter Hedwig Jagiellonica, die Ludwig mit beispiellosem Pomp ausrichtete, war ein machtpolitisches Statement, das bis heute im kulturellen Gedächtnis Bayerns verankert ist. In der Rückschau erscheint Ludwig IX. als ein moderner Herrscher des Spätmittelalters, der die Grundlagen für die kulturelle und administrative Blüte Bayerns legte und dessen Erbe schließlich wesentlich zur Wiedervereinigung der bayerischen Lande beitrug.
Ludwig IX. Regiert vom 30. Juli 1450 bis 18. Jan. 1479.
Beinamen: Dives der Reiche, Pacificus der Friedstifter, der Grosse, der »deutsche Herkules«, der »mächtige Herzog« etc.;
geb. in Burghausen am 23. Febr. 1417;
stiftet die Universität Ingolstadt am 26. Juni 1472;
gest. am 18. Jan. 14794) in Landshut;
begr. in Seligenthal.5)
NB. Kopie in der Schl. Gall, sub Nr. 366, dann Bronce-Statue auf dem Dreifaltigkeits-Platze in Landshut, modellirt von Fr. Brügger u. gegossen von F. v. Miller in München und vergoldetes Standbild im MünchnerThronsaale.