Ernst von Bayern, Herzog von Bayern
Haus: Wittelsbach Linie: Bayern
* 17.12.1554 (München) – † 17.02.1612 (Arnsberg) Köln /Kölner Dom (Dreikönigenkapelle)
Herrscher
Fürstbischof von Freising, Hildesheim, Lüttich, Münster
Fürstabt der Reichsabtei Stablo-Malmedy
1583-1612 Kurfürst und Erzbischof von Köln
Fürstabt der Reichsabtei Stablo-Malmedy
1583-1612 Kurfürst und Erzbischof von Köln
Eltern
Kinder
Ernst von Bayern, ein Sohn Herzog Albrechts V., verkörperte wie kaum ein anderer Zeitgenosse die Verflechtung von dynastischer Machtpolitik und katholischer Gegenreformation. Seine kirchliche Laufbahn war von einer beispiellosen Ämterhäufung geprägt; als Erzbischof von Köln sowie Bischof von Freising, Lüttich, Münster und Hildesheim vereinte er fünf bedeutende Bistümer in seiner Person. Diese nach ihm benannte „bayerische Konkomitanz“ sicherte dem Haus Wittelsbach über Generationen hinweg eine dominante Stellung im Nordwesten des Reiches und im Kurfürstenkollegium.
Seine Wahl zum Kölner Erzbischof war von entscheidender Bedeutung für die Konfessionsgeschichte. Im Zuge des Truchsessischen Krieges gelang es ihm, den zum Protestantismus übergetretenen Vorgänger zu verdrängen und das Erzstift dauerhaft für den Katholizismus zu sichern. Damit festigte er den „geistlichen Vorposten“ der Gegenreformation und verhinderte eine protestantische Mehrheit bei der Kaiserwahl.
Trotz seiner kirchenpolitischen Schlüsselrolle galt Ernsts persönlicher Lebensstil als wenig asketisch und entsprach kaum den strengen Reformdekreten des Konzils von Trient. Er pflegte eine langjährige Beziehung zu Gertrud von Plettenberg und überließ die spirituelle sowie administrative Leitung seiner Diözesen häufig seinem Neffen Ferdinand von Bayern, den er frühzeitig als Koadjutor installierte. Ernst war zudem ein bedeutender Förderer der Wissenschaften und der Alchemie, was sein Interesse an den geistigen Strömungen der Spätrenaissance widerspiegelte. Sein Wirken zementierte die politische Landkarte des Reiches und legte den Grundstein für die kurkölnische Sekundogenitur der bayerischen Wittelsbacher.
Seine Wahl zum Kölner Erzbischof war von entscheidender Bedeutung für die Konfessionsgeschichte. Im Zuge des Truchsessischen Krieges gelang es ihm, den zum Protestantismus übergetretenen Vorgänger zu verdrängen und das Erzstift dauerhaft für den Katholizismus zu sichern. Damit festigte er den „geistlichen Vorposten“ der Gegenreformation und verhinderte eine protestantische Mehrheit bei der Kaiserwahl.
Trotz seiner kirchenpolitischen Schlüsselrolle galt Ernsts persönlicher Lebensstil als wenig asketisch und entsprach kaum den strengen Reformdekreten des Konzils von Trient. Er pflegte eine langjährige Beziehung zu Gertrud von Plettenberg und überließ die spirituelle sowie administrative Leitung seiner Diözesen häufig seinem Neffen Ferdinand von Bayern, den er frühzeitig als Koadjutor installierte. Ernst war zudem ein bedeutender Förderer der Wissenschaften und der Alchemie, was sein Interesse an den geistigen Strömungen der Spätrenaissance widerspiegelte. Sein Wirken zementierte die politische Landkarte des Reiches und legte den Grundstein für die kurkölnische Sekundogenitur der bayerischen Wittelsbacher.