Max-Joseph-Denkmal
1820 beschloss der Münchner Magistrat, König Max I. Joseph ein Denkmal zu errichten. Der Monarch sollte als „Vater des Vaterlandes“, Friedensfürst und Verfassungskönig geehrt werden. Anlass war der zweite Jahrestag der Bayerischen Verfassung von 1818. Die Grundsteinlegung erfolgte 1824.
Die künstlerische Planung überließ der Magistrat Kronprinz Ludwig und Leo von Klenze. Während einer Italienreise 1823/24 entwickelte Klenze mit Martin von Wagner die Idee eines thronenden Königs auf einem Löwenthron mit erhobener Hand als Friedensgruß. Max I. Joseph lehnte diese Darstellung jedoch zunächst ab und bemerkte, er wolle nicht „auf dem Kackstuhl sitzend“ dargestellt werden. Daher entstand zeitweise ein Entwurf mit einer stehenden Figur.
Nach dem Tod des Königs kehrte Ludwig I. zu seiner bevorzugten Idee des sitzenden Herrschers zurück und beauftragte 1825 den Berliner Bildhauer Christian Daniel Rauch mit der Ausführung des Denkmals. Rauch entwickelte die endgültige Gestalt der Sitzfigur, während in München bereits Sockel und Bronzeguss vorbereitet wurden.
Für die Herstellung des Denkmals entstand unter Johann Baptist Stiglmaier eine neue Königliche Erzgießerei, die die Münchner Bronzegusskunst wiederbelebte. Der Versuch, die Königsfigur 1832 in einem einzigen Guss herzustellen, scheiterte jedoch spektakulär: Die Form barst, eine Feuersäule schoss empor, 15 Menschen wurden verletzt und das Werk zerstört. Erst ein Jahr später gelang der Guss in mehreren Teilen. Danach erfolgten Montage, Transport und Aufstellung des Monuments.
Am 13. Oktober 1835, dem zehnten Todestag des Königs, wurde das Denkmal feierlich enthüllt. Zeitgenössische Darstellungen zeigen, wie sich über dem Monument die Wolkendecke öffnet und Sonnenstrahlen die Königsfigur erhellen – ein Sinnbild für die Verehrung Max I. Josephs als Landesvater und Friedensfürst. Bereits die Zeitgenossen würdigten das Max-Joseph-Denkmal als eines der bedeutendsten Herrscherdenkmäler des 19. Jhds.