Zeittafel
Künstler: Christian Daniel Rauch
Bronzeguss: Johann Baptist Stiglmaier
Chronologie
-
1799
Max I. Joseph übernimmt die Regierung in Bayern in einem recht desolaten Zustand. -
1808
Erneuerung der bereits unter Kurfürst Carl Theodor gegründeten Akademie der Bildenden Künste. -
1809
Herausgabe des bayerischen Religionsedikts, das Katholiken und Protestanten die freie Religionsausübung gleichermaßen zusichert (im Sockelrelief des Denkmals allegorisch dargestellt). -
1813
Herausgabe des fortschrittlichen „Strafgesetzbuchs für das Königreich Bayern“, verbunden mit der Beseitigung der Leibeigenschaft (im Sockelrelief alludiert). -
1818
Fertigstellung des ursprünglichen Hof- und Nationaltheaters von Karl von Fischer. Die bayerische Verfassung wird durch eine von Kronprinz Ludwig favorisierte landständische Verfassung weitgehend korrigiert. -
26. März 1820
Der Magistrat der Stadt München fasst den formellen Beschluss, König Max I. Joseph ein Denkmal zu setzen. Anlass ist der zweite Jahrestag der Verfassungsübergabe sowie der Namenstag des Königs. -
26. Mai 1820
Der Magistrat beruft eine spezielle Denkmalkommission ein, die sich um die Finanzierung (über Subskription) und die inhaltlichen Details des Denkmals kümmern soll. -
30. Mai 1820
Der Architekt Leo von Klenze überbringt dem Kronprinzen Ludwig erste Entwürfe für ein Brunnenmonument auf dem Max-Joseph-Platz im Zuge eines neuen städtischen Wasserversorgungssystems. Kronprinz Ludwig und Klenze übernehmen die Planung. -
11. Januar 1823
Das Nationaltheater brennt vollständig ab. Die städtischen Gelder und Kräfte müssen vorrangig in den Wiederaufbau fließen (der Magistrat steuert 300.000 Gulden bei), was das Denkmalprojekt zunächst verzögert. -
Oktober 1823 – Anfang 1824
Während einer Italienreise des Kronprinzen Ludwig mit Leo von Klenze entsteht in Rom zusammen mit dem Bildhauer Martin von Wagner ein (nicht erhaltener) Entwurf, der den König sitzend zeigt. Wagner fertigt vier bis heute erhaltene Skizzen an, die wesentliche Merkmale (Sitzmotiv, Handhaltung, Mantelfalten) festlegen. -
2. Februar 1824
Der Münchner Magistrat überträgt mit einem Schreiben die gesamte künstlerische Planung und Ausführung des Denkmals offiziell an Kronprinz Ludwig. -
16. Februar 1824
Anlässlich des 25-jährigen Regierungsjubiläums des Königs findet die feierliche Grundsteinlegung für das geplante Denkmal statt, begleitet von festlichen Illuminationen in der Stadt. Zudem beginnt in diesem Jahr der Bau der Königlichen Erzgießerei. -
11. April 1824
Leo von Klenze sendet einen Brief an den Kronprinzen mit einer durchgepausten Zeichnung der in Rom beschädigten Skizze sowie einer alternativen, „noch reicheren“ Version mit zahlreichen Sockelreliefs. -
Oktober 1824
Obwohl Max I. Joseph bereits einen Standbildentwurf von Klenze genehmigt hatte, lässt er beim Magistrat nochmals bezüglich der ursprünglichen Brunnenidee anfragen, da er sich selbst nicht sitzend dargestellt sehen will. Klenze fertigt daraufhin einen Entwurf mit einer stehenden Figur an. -
1825
Peter von Cornelius wird Leiter der Münchner Kunstakademie (er ist im Sockelrelief an der Staffelei dargestellt). Das abgebrannte Nationaltheater wird in veränderter Form mit zwei Dreiecksgiebeln durch Leo von Klenze wiederhergestellt. -
13. Oktober 1825
König Max I. Joseph stirbt. Sein Sohn Ludwig I. übernimmt als neuer König die Fertigstellung und verwirft die vom Vater geforderte Steh-Version wieder zugunsten der Sitzfigur. Er billigt später (1826) das Modell der Sitzfigur. -
26. Oktober 1825
Der Auftrag für das Denkmal geht offiziell an den Berliner Bildhauer Christian Daniel Rauch, welcher in der Zeit von 1825 bis 1836 die Modelle anfertigt und die Arbeiten intensiv vorantreibt. -
1828
Abschluss des formellen Vertrags mit dem Bildhauer Christian Daniel Rauch. -
9. August 1832
Misslungener Guss der Königsfigur in der Erzgießerei. -
1833
Erfolgreicher Neuguss der monumentalen Königsfigur in mehreren Teilen. -
1835
Fertigstellung und Aufstellung des Denkmals auf dem Max-Joseph-Platz. -
13. Oktober 1835
Am exakt zehnten Todestag von König Max I. Joseph findet die feierliche und prunkvolle Enthüllung des fertiggestellten Bronzedenkmals statt. Der Moment wird vom Chronisten Gustav Kraus in einer bekannten kolorierten Lithographie festgehalten.