Friedrich der Weise, Herzog von Bayern
* 1339 – † 04.12.1392 (Budweis) Landshut /Kloster Seligenthal
1. 15.03.1360 in Reichenhall · mit Anna von Neuffen
2. 02.09.1381 in Landshut · mit Maddalena Visconti
Kinder
Seine Regierungszeit markiert den Aufstieg von Bayern-Landshut zum reichsten und mächtigsten der bayerischen Teilstaaten. Friedrich galt als geschickter Diplomat und loyaler Unterstützer der Luxemburger Kaiser. Er fungierte zeitweise als Reichsvikar und war ein enger Berater von König Wenzel sowie Kaiser Sigismund. Im Gegensatz zu seinem prachtliebenden Bruder Stephan III. in Ingolstadt zeichnete sich Friedrich durch eine effiziente Verwaltung und eine kluge Finanzpolitik aus, die den Grundstein für den späten Glanz der „Reichen Herzöge“ von Landshut legte.
In der Stadtgeschichte Münchens ist er vor allem durch die Zeit der gemeinsamen Regentschaft präsent. Bevor er seine Residenz fest nach Landshut verlegte, wirkte er maßgeblich an der Befriedung der häufigen Bürgeraufstände in München mit. Er war ein Förderer des Rittertums und der höfischen Kultur, was sich in prächtigen Turnieren und Festen widerspiegelte, die den Ruf der Wittelsbacher im gesamten Reich festigten.
Friedrich war zweimal verheiratet: zuerst mit Anna von Neuffen und später mit der italienischen Adligen Maddalena Visconti. Diese Verbindung mit dem Haus Visconti aus Mailand unterstrich den europäischen Anspruch der Landshuter Linie und brachte enorme Reichtümer sowie kulturelle Einflüsse in den bayerischen Raum.
Sein plötzlicher Tod in Budweis hinterließ ein gefestigtes Erbe, das sein Sohn, Heinrich der Reiche, übernahm. Friedrich der Weise gilt heute als der Architekt des Landshuter Aufstiegs, dessen dynastische Linie erst 1503 mit dem Landshuter Erbfolgekrieg endete, was schließlich zur Wiedervereinigung Bayerns unter der Münchner Linie führte.
Friedrich. Regiert in den vom Vater (Stephan II) hinterlassenen Ländern mit den Brüdern Stephan III u. Johann vom 19. Mai 1375 bis 29. Sept. gl. J., an welchem Tage Ex-Kurfürst Otto V von Brandenburg mit seinem oberpfälzischen Gebiete in gemeinsame Regierung mit den 3 Brüdern u. bez. Neffen trat. (Vergl. oben S. 20.)
Unterm 19. Nov. 1392 fand eine neue Theilung der 3 Brüder Statt, in Folge deren Friedrich das gesummte Landshuter-Niederland erhielt.
Er ist sonach der eigentliche Begründer der Linie Landshut u. regierte in s. Theile bis zum 4. Dez. 1393.
Beinamen: Findens der Weise der Kluge,1) Landshutensis;
geb. um 1339; gest. in Budweis am 4. Dez. 1393;
begr. in Seligenthal.3) (Ehemal. Epitaph daselbst.)