Heinrich XVI. Herzog von Bayern-Landshut

Heinrich XVI. der Reiche, Herzog von Bayern-Landshut

Haus: Wittelsbach Linie: Bayern-Landshut

* 1386 (Burghausen) – † 30.07.1450 (Landshut)

Ehen:
1. 25.11.1412 in Landshut · mit Margarete von Österreich
Heinrich XVI.

Kinder

Heinrich XVI., bekannt als Heinrich der Reiche, war der erste Herzog des Teilherzogtums Bayern-Landshut nach der Teilung von 1392. Als Sohn Herzog Friedrichs und der Maddalena Visconti vereinte er bayerisches Herrschaftsbewusstsein mit dem beträchtlichen Erbe seiner Mailänder Mutter, was die Grundlage für den legendären Reichtum der Landshuter Linie bildete.

Seine Regierungszeit war geprägt von einer rigorosen Konsolidierung der landesherrlichen Macht. Heinrich agierte machtbewusst und oft rücksichtslos, insbesondere gegenüber der Landshuter Bürgerschaft und dem ansässigen Adel. Ein einschneidendes Ereignis war die Vertreibung von Ratsmitgliedern und die Einziehung ihres Vermögens, was seine finanziellen Spielräume massiv erweiterte. Mit diesen Mitteln baute er die Burg Trausnitz in Landshut zu einer der prächtigsten Residenzen seiner Zeit aus und festigte die Verwaltung seines Territoriums.

Trotz langjähriger Spannungen mit seinen Münchener Vettern und anderen europäischen Mächten gelang es ihm, Bayern-Landshut als stabilen und wohlhabenden Staat im Gefüge des Heiligen Römischen Reiches zu positionieren. Er begründete die Tradition der „Reichen Herzöge“, die durch eine kluge Finanzpolitik und die Förderung des Bergbaus über Generationen hinweg die politische Landschaft Bayerns dominierten. Sein Wirken legte das Fundament für den Aufstieg Landshuts zu einem kulturellen und politischen Zentrum, das erst mit dem Aussterben seiner Linie im Mannesstamm an Bedeutung verlor.
Häutle – Genealogie der Wittelsbacher (1870)

Heinrich IV. Regiert vom 4. Dezbr. 1393 bis 30. Juli 1450. Beinamen: der Reiche, Niger der Schwarze; geb. im Jahre 1386;

unter Vormundschaft seiner Oheime Stephan III u. Johann II vom 11. Febr. 1394 bis 1404;

gest. in Landshut am 30. Juli 1450;

begr. in Seligenthal.

Wahlspruch: "Wult Gott".

NB. Des Herzogs gleichzeitiges Bildniss (1420—30) ist doppelt in einem von ihm gestifteten Altar-Bild erhalten, das eine Zeit lang sich im Saal IV der Gothik des Münchner National-Museums. befand, jetzt aber wieder in die St. Georg's-Kapelle auf der Trausnitz zurückgebracht wurde. Vergl. Lieferung 1 der Alterth. und Kunst-Denkmale des b. Herrscher-Hauses, v. Hefner-Alteneck’s Trachten etc. II Tafel 175 u. E. Förster’s Denkmale d. Kunst Bd. IV Abthlg. 3 8. 21 ff. u. die dazu gehörigen Tafeln. — In der Ahnen-Gallerie zu Schleissheim ist sub Nr. 365 eine den Herzog Heinrich vorstellende Kopie zu sehen. Histor. Werth hat sie entschieden wohl noch nicht?