7. 12 1933 - Antisemitisch motivierte Straßenumbenennungen
München-Berg am Laim * Die Schüleinstraße und der Schüleinplatz werden in Halserspitzstraße und Halserspitzplatz umbenannt. Die Umbenennung erfolgt auf Grundlage eines zuvor gestellten Antrags aus dem nationalsozialistischen Stadtrat und ist Teil der antisemitisch motivierten Entfernung jüdischer Namen aus dem öffentlichen Raum. Damit wird die zuvor erfolgte Ehrung des Unternehmers Joseph Schülein rückgängig gemacht.
12. 12 1950 - Die Familie Schülein verzichtet auf die Rückgabe ihrer Grundstücke
München-Berg am Laim * Vor der Wiedergutmachungsbehörde für Oberbayern erklärt die Familie Schülein offiziell den Verzicht auf die Rückgabe ihrer Grundstücke in Berg am Laim. Damit beendet sie die entsprechenden Rückerstattungsverfahren und verzichtet auf die Wiedererlangung des früheren Grundbesitzes.
23. 9 1933 - Antrag auf Umbenennung der Schüleinstraße in Berg am Laim
München-Berg am Laim • Der NSDAP-Stadtrat W. Holzwarth stellt den Antrag auf Umbenennung der Schüleinstraße und des Schüleinplatzes in Berg am Laim. In seiner Begründung gibt er an, dass der „Kommerzienrat Joseph Schülein keine besonderen Verdienste, weder in sozialer Hinsicht, noch um die Stadtgemeinde München im Besonderen, nachgewiesen werden können“ und aus diesem Grund „keine Veranlassung besteht, dass in einem nationalsozialistischen Staate eine Strasse und ein Platz nach einem Juden benannt werden.
Schülein war Hauptaktionär und Aufsichtsrat-Vorsitzender der Löwenbrauerei und bei seinem nicht unbeträchtlichen Einkommen und grossem Vermögen, dürfte es wohl nicht als besonderes Verdienst anzurechnen sein, wenn er von diesen Geldern wieder einen kleinen Bruchteil der Allgemeinheit für bestimmte Zwecke zur Verfügung stellte. [...]
Ausserdem hat meines Wissens gerade Schülein dafür gesorgt, dass der grösste Teil der Landbrauereien Bayerns [mehrere 1.000 Betriebe] durch die Löwenbrauerei aufgekauft wurden. Sämtliche aufgekauften Betriebe wurden sofort geschlossen, wodurch die in Bayern blühende Land-Bier-Industrie vollständig vernichtet wurde. Die daraus sowohl für die einschlägige Industrie und das Handwerk, als auch für den Arbeitslosenmarkt entstandenen und zugefügten Schäden sind gar nicht zu übersehen.“
23. September 1933: Antrag auf Umbenennung von Schüleinstraße und Schüleinplatz
München-Berg am Laim * Der NSDAP-Stadtrat W. Holzwarth stellt den Antrag auf Umbenennung der Schüleinstraße und des Schüleinplatzes in Berg am Laim. In seiner Begründung gibt er an, dass der „Kommerzienrat Joseph Schülein keine besonderen Verdienste, weder in sozialer Hinsicht, noch um die Stadtgemeinde München im Besonderen, nachgewiesen werden können“ und aus diesem Grund „keine Veranlassung besteht, dass in einem nationalsozialistischen Staate eine Strasse und ein Platz nach einem Juden benannt werden. Schülein war Hauptaktionär und Aufsichtsrat-Vorsitzender der Löwenbrauerei und bei seinem nicht unbeträchtlichen Einkommen und grossem Vermögen, dürfte es wohl nicht als besonderes Verdienst anzurechnen sein, wenn er von diesen Geldern wieder einen kleinen Bruchteil der Allgemeinheit für bestimmte Zwecke zur Verfügung stellte. [...] Ausserdem hat meines Wissens gerade Schülein dafür gesorgt, dass der grösste Teil der Landbrauereien Bayerns [mehrere 1.000 Betriebe] durch die Löwenbrauerei aufgekauft wurden. Sämtliche aufgekauften Betriebe wurden sofort geschlossen, wodurch die in Bayern blühende Land-Bier-Industrie vollständig vernichtet wurde. Die daraus sowohl für die einschlägige Industrie und das Handwerk, als auch für den Arbeitslosenmarkt entstandenen und zugefügten Schäden sind gar nicht zu übersehen.“
Der Antrag steht im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Politik, jüdische Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben und dem Stadtbild zu verdrängen. Er markiert einen weiteren Schritt der systematischen Ausgrenzung und Diskriminierung der Familie Schülein nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten.
7. 8 1945 - Schüleinstraße und Schüleinplatz erhalten ihre Namen zurück
München-Berg am Laim * Die während der nationalsozialistischen Herrschaft umbenannten Straßen und Plätze erhalten ihre ursprünglichen Namen zurück. Aus der Halserspitzstraße wird wieder die Schüleinstraße, aus dem Halserspitzplatz erneut der Schüleinplatz. Mit der Rückbenennung wird die Erinnerung an den Unternehmer Joseph Schülein wieder sichtbar im Stadtbild verankert und eine antisemitisch motivierte Entscheidung der NS-Zeit rückgängig gemacht.
8. 7 1920 - Straße und Platz werden nach Joseph Schülein benannt
München-Berg am Laim * In Berg am Laim erhalten eine Straße und ein Platz den Namen Joseph Schüleins. Mit dieser Ehrung würdigt die Stadt die Verdienste des Brauereigründers und Unternehmers um die wirtschaftliche Entwicklung Münchens.
18. 6 1928 - Der Schülein-Brunnen wird in Betrieb genommen
München-Berg am Laim * Am Schüleinplatz wird der Schülein-Brunnen offiziell in Betrieb genommen. Mit dem Brunnen erhält der nach Joseph Schülein benannte Platz einen repräsentativen Mittelpunkt und ein weiteres sichtbares Zeichen der Erinnerung an den Münchner Brauereiunternehmer.
29. 10 2018 - Die Trambahnlinie 21 wird zur St.-Veit-Straße verlängert
München-Haidhausen - Berg am Laim * Die Trambahnlinie 21 wird vom Karlsplatz durch die Innenstadt über den Max-Weber-Platz und den Ostbahnhof bis zur St.-Veit-Straße verlängert. Sie übernimmt den früheren Ostast der Linie 19 und ersetzt die vorübergehend eingesetzte Linie 37.
Damit verbindet die Linie 21 den Westfriedhof mit der St.-Veit-Straße. Die Linie 19 fährt weiterhin zum S-Bahnhof Berg am Laim.
8. 9 1987 - Der Behrpark wird den Bürgern zugänglich gemacht
München-Berg am Laim * Der Behrpark an der Baumkirchner Straße wird den Bürgern zugänglich gemacht. Der alte Park mit der Villa, dem Gartenhäuschen, dem Rest des schmiedeeisernen Eingangstores und dem alten Baumbestand soll als eine der letzten grünen Inseln in Berg am Laim erhalten bleiben.
12. 7 1984 - Ein Unwetter hinterlässt eine Schneise der Verwüstung
München * Ein Unwetter zieht über den Münchner Osten und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Gegen 20:05 Uhr fallen Hagelkörner, zum Teil so groß wie Tennisbälle, auf die Erde. Sie durchschlagen Dachplatten und Fassadenverkleidungen. Aus Pflanzen und Gemüse wird in wenigen Minuten Matsch.
- 400 Menschen werden so stark verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen,
- Drei Menschen sterben vor Aufregung.
- Rund 70.000 Wohngebäude werden zum Teil erheblich beschädigt,
- ebenso 1.000 Gewerbebetriebe, darunter viele Gärtnereibetriebe, deren Gewächshäuser zu Bruch gehen.
- 20.000 Hektar landwirtschaftlicher Flächen werden durch den Hagel umgepflügt,
- 150 Flugzeuge werden von den Hagelkörnern demoliert,
- über 200.000 Autos werden zerbeult.
Nach 20 Minuten ist alles vorbei. Doch das hat gereicht. Das Unwetter richtet den bisher größten Schaden in Deutschland an. Die Versicherungen müssen insgesamt 1,5 Milliarden DMark an Entschädigungen zahlen.
15. 9 1926 - Die Trambahnlinie 31 erreicht Berg am Laim
München-Berg am Laim * Die Straßenbahnlinie 31 nach Berg am Laim nimmt den Betrieb auf. Ihre Endstation mit Wendeschleife liegt an der Baumkirchner Straße.
18. 5 1052 - Kaiserliche Bestätigung für Baumkirchen
Baumkirchen - Freising * Kaiser Heinrich III. bestätigt dem Freisinger Domkapitel seinen Besitz in Baumkirchen. Dazu gehören die Kirche, Grund und Boden sowie die dort lebenden unfreien Männer und Frauen. In derselben Urkunde bestätigt der Kaiser auch die Schenkungen der Freisinger Bischöfe Egilbert und Nitker an das Chorherrenstift Sankt Veit.
18. 7 1941 - Die Heimanlage für Juden in Berg am Laim wird geöffnet
München-Berg am Laim * Das als Heimanlage für Juden bezeichnete Sammellager an der Clemens-August-Straße 9 in Berg am Laim wird geöffnet.
18. 8 1941 - Elisabeth und Rosa Braun kommen in die Heimanlage für Juden
München-Bogenhausen - München-Berg am Laim * Elisabeth und Rosa Braun und einige Mitbewohner des Hauses Maria-Theresia-Straße 23 werden in die sogenannte Heimanlage für Juden in Berg am Laim, im Kloster der Barmherzigen Schwestern, eingewiesen.
30. 11 1942 - In ganz Bayern leben noch 1.390 „Rassejuden“
München * Bruno Finkenscherer, der letzte Rabbiner der jüdischen Gemeinde in München schreibt: „In ganz Bayern leben noch 1.390 'Rassejuden', davon etwa 630 in München, von denen 171 in Berg am Laim in der Heimanlage Clemens-August-Straße Nr. 9 untergebracht sind. An Glaubensjuden gibt es in München noch etwa 300.“
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