Stadtportal zur Münchner Stadtgeschichte
Maxvorstadt * Der Alte Nördliche Friedhof an der Arcisstraße wird eingeweiht. Er umfasst 7.272 Gräber und wird zum Ende des 19. Jahrhunderts bereits voll belegt sein.
München-Maxvorstadt * Ferdinand von Miller sen. bringt erfolgreich einen Antrag zur Finanzierung des Akademieneubaues in den Bayerischen Landtag ein.
München-Maxvorstadt * Mit dem „KEKK“ [= Kabarett & Engagierte Kleinkunst] entsteht im Saal der legendären Gaststätte „Witwe Bolte“ in der Amalienstraße 87 eine neue Kleinkunstbühne. Initiator ist Helmut Wagner, genannt Helmuth von der Vogelweide.
Junge Kabarettisten, Liedermacher und Schauspieler finden hier eine Auftrittsmöglichkeit abseits der etablierten Bühnen. Das KEKK entwickelt sich rasch zu einem wichtigen Treffpunkt der Kleinkunstszene und bringt zahlreiche Künstler hervor, die später weit über München hinaus bekannt werden.
München-Maxvorstadt * Friedrich Gärtner erhält den Auftrag für einen Neubau der Akademie der Bildenden Künste.
München-Maxvorstadt * Zwei Millionen Gulden aus dem französischen Entschädigungsfonds in Folge des gewonnenen Krieges von 1870/71 werden für den Neubau der Akademie der Bildenden Künste bereitgestellt.
München-Maxvorstadt * Der gesamte Umzug der Akademie der Bildenden Künste ist vollzogen.
München-Maxvorstadt * Die Räume im Akademieneubau der Bildenden Künste für die Klassen der Professoren Defregger, Wagner und Müller können in bereits fertiggestellte Räume des Akademieneubaues umziehen. Drei Professorenateliers und zwölf Malräume sind zur Benutzung freigegeben.
München-Maxvorstadt * Leo Klenze, der Gegenspieler von Friedrich Gärtner, bringt dessen Auftrag für einen Neubau der Akademie der Bildenden Künste wieder zu Fall.
München-Maxvorstadt * Gottfried von Neureuther reicht die ersten Entwürfe für den Neubau der Akademie der Bildenden Künste beim Ministerium ein.
München-Maxvorstadt * Die „Raffael-Gobelins“ werden in den Dienstateliers von Professoren sowie im Rektorat der neu erbauten Akademie aufgehängt. Damit sind sie nicht öffentlich zugänglich.
München-Maxvorstadt * Der Architekturprofessor des Münchner Polytechnikums (heute: TU) Gottfried von Neureuther wird mit dem Bau der Akademie der Bildenden Künste beauftragt.
München-Maxvorstadt * Die Baumaßnahmen für den Neubau der Akademie der Bildenden Künste beginnen.
München-Maxvorstadt * 14 weitere Atelierräume im Neubau der Kunstakademie werden freigegeben.
München-Maxvorstadt * Im Jahr 1913 gründen theaterbegeisterte jüdische Mäzene die „Münchner Theater GmbH“, um die künstlerische Arbeit der Münchner Kammerspiele langfristig zu sichern und deren wirtschaftliche Grundlage zu stärken.
Mit ihrem finanziellen und persönlichen Engagement schaffen die Gesellschafter die Voraussetzungen dafür, dass sich die Münchner Kammerspiele als künstlerisch ambitionierte Bühne etablieren und weiterentwickeln können. Die Gründung der Gesellschaft markiert einen wichtigen Schritt in der institutionellen Absicherung des Theaters.
München-Maxvorstadt * Der Regisseur und Theaterautor Otto Falckenberg kommt als Oberspielleiter und Dramaturg an die Münchner Kammerspiele. Bereits ein Jahr später übernimmt er die künstlerische Leitung des Hauses und prägt dessen Entwicklung über Jahrzehnte hinweg. Mit seinen modernen Inszenierungen und seiner konsequenten Ensemblearbeit macht er die Kammerspiele weit über München hinaus bekannt.
Falckenberg fördert junge Autorinnen und Autoren, entdeckt zahlreiche Schauspieltalente und setzt auf zeitgenössische Dramatik. Später gelangen hier bedeutende Uraufführungen auf die Bühne, darunter Bertolt Brechts „Trommeln in der Nacht“.
München-Maxvorstadt * Das Anwesen Augustenstraße 89, ein großbürgerliches Wohnhaus, wird für Theaterzwecke umgebaut. In dem Gebäude nimmt das Varietétheater „Universum“ seinen Spielbetrieb auf. Für die neue Nutzung werden das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss zu Kassenhalle, Foyer und Balkon umgestaltet. Zuschauerraum und Bühne befinden sich in einem eigens errichteten Hofanbau. Das Theater bietet Platz für rund 500 Besucherinnen und Besucher.
Über diese frühe Phase sind heute nur wenige Informationen überliefert. Das „Universum“ entspricht jedoch dem typischen Charakter eines Varietétheaters seiner Zeit und präsentiert wechselnde Programme mit Unterhaltung, Musik, Artistik und Kleinkunst.
München-Maxvorstadt * Das „Münchner Lustspielhaus“ in der Augustenstraße 89 gerät in wirtschaftliche Schwierigkeiten und stellt seinen Spielbetrieb im November 1910 ein. Das Gebäude geht anschließend in den Besitz der Industrie-Werke München-Nord über. Die Übernahme erfolgt dabei weniger aus kulturellem Interesse als vielmehr als Kapital- und Immobilieninvestition.
Die neuen Eigentümer verpachten das Haus an den Juristen, Journalisten und Theaterunternehmer Eugen Robert, der die Bühne grundlegend neu ausrichtet. Mit seiner Übernahme beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte des Hauses. Sie bildet den Ausgangspunkt für die spätere Gründung der Münchner Kammerspiele.
München-Maxvorstadt * Die Intendanz von Eugen Robert an den „Münchner Kammerspielen“ in der Augustenstraße 89 endet bereits nach kurzer Zeit. Trotz künstlerischer Erfolge gelingt es ihm nicht, seine Position dauerhaft zu festigen.
Zu den Höhepunkten seiner Amtszeit zählt die Uraufführung von Frank Wedekinds Schauspiel „Franziska“, das großes Aufsehen erregt und zu einem vielbeachteten Skandalerfolg wird. Dennoch scheidet Robert aus der Leitung des Theaters aus und macht den Weg für eine neue Phase in der Entwicklung der„Münchner Kammerspiele“ frei.
München-Maxvorstadt * Nach der Aufführung des Bert-Brecht-Bühnenstücks „Trommeln in der Nacht“ wird in den Münchener Kammerspielen in der Augustenstraße 89 in der Nachtvorstellung zwischen 22:00 und 23:30 Uhr die Uraufführung von „Die rote Zibebe. Improvisationen in zwei Bildern von Bert Brecht und Karl Valentin“ gezeigt.
Die „Improvisationen“ bestehen laut Programmzettel im ersten Bild aus dem Bert-Brecht-Stück „Der Abnormitätenwirt“ und dem zweiten Teil „Weihnachtsabend“, der sich aus einer „Hochradnummer“ und dem Valentin-Karlstadt-Einakter „Das Christbaumbrettl“ zusammensetzt.
Für das Humoristenpaar Valentin-Karlstadt stellen die Auftritte in „Die rote Zibebe“ zugleich ihr Debüt auf einer Theaterbühne dar, womit ihnen erstmals der Sprung ins „richtige Theater“ gelingt.
München-Maxvorstadt * Das Valentin-Karlstadt-Bühnenstück „Das Christbaumbrettl“ bleibt als „einaktiger Scherz“ weiterhin im Programm der Münchener Kammerspiele in der Augustenstraße 89 und wird zwischen dem 5. und 15. Oktober 1922 noch viermal in den legendären Nachtvorstellungen aufgeführt.
München-Maxvorstadt • Nach der Aufführung des Bert-Brecht-Bühnenstücks „Trommeln in der Nacht“ wird in den Münchener Kammerspielen in der Augustenstraße 89 in der Nachtvorstellung zwischen 22:00 und 23:30 Uhr die Uraufführung von „Die rote Zibebe. Improvisationen in zwei Bildern von Bert Brecht und Karl Valentin“ gezeigt.
München-Maxvorstadt * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Raubritter vor München“ in den Kammerspielen in der Augustenstraße 89. Das Stück erlebt 284 Vorstellungen.
München-Maxvorstadt * Das Theaterstück „Trommeln in der Nacht“ des 24-jährigen Bert Brecht, wird unter der Regie von Otto Falckenberg in den Münchner Kammerspielen, damals noch in der Augustenstraße 89, uraufgeführt.
Das Stück spielt vor dem Hintergrund der revolutionären Kämpfe in Deutschland 1918/19. Bei der Uraufführung hängen im Zuschauerraum Plakate mit Aufschriften wie „Glotzt nicht so romantisch“.
Karl Valentin und Liesl Karlstadt sind bei der Premiere anwesend. Das Stück wird am nächsten Tag unter Mitwirkung von Karl Valentin und Liesl Karlstadt parodiert.
München-Maxvorstadt * Nachdem die Bühne „Zum Großen Wurstel“ für kurze Zeit wieder unter dem Namen „Lustspielhaus“ firmiert, erhält sie zum 11. Oktober 1912 ihren endgültigen Namen: „Münchner Kammerspiele“.
Die erste Inszenierung unter diesem Namen ist das expressionistische Stationendrama „Das Leben des Menschen“ des russischen Schriftstellers Leonid Nikolajewitsch Andrejew. Mit dieser Aufführung unterstreichen die Münchner Kammerspiele ihren Anspruch, zeitgenössische und künstlerisch anspruchsvolle Werke auf die Bühne zu bringen.
München-Maxvorstadt * Das Varietétheater „Universum“ in der Augustenstraße 89 wird in das „Münchner Lustspielhaus“ umgewandelt. Damit verlagert sich der Schwerpunkt des Hauses von der Varieté-Unterhaltung auf Schauspiel- und Komödienaufführungen.
München-Maxvorstadt * Der Berliner Theatermann Dr. Eugen Robert, ursprünglich Jurist und Journalist sowie zuvor Leiter des Hebbel-Theaters in Berlin, übernimmt das ehemalige „Münchner Lustspielhaus“ in der Augustenstraße 89 als Pächter. Zunächst trägt das Haus den Namen „Zum Großen Wurstel“, eine Anspielung auf den Wiener Wurstelprater.
Robert verfolgt das Ziel, ein modernes und künstlerisch anspruchsvolles Theater zu etablieren. Zur Eröffnung bringt er den Einakter „Varieté“ von Heinrich Mann auf die Bühne und setzt damit ein programmatisches Zeichen für die neue Ausrichtung des Hauses.
München-Maxvorstadt * Seit dem 10. Mai kann die Münchner Bevölkerung in den Kammerspielen, damals noch in der Augustenstraße 89, täglich viermal den Film „Vorbeimarsch des Freikorps Faupel“ vom 6. Mai ansehen.
München-Maxvorstadt * Professor Walther Wüst bekleidet von 1941 bis 1945 das Amt des Rektors der Universität München.
München-Kreuzviertel * König Ludwig I. lässt die Universität schließen, weil es dort zwischen dem 24. und 29. Dezember 1830 zu einer Randale von Münchner Studenten gekommen ist.
München-Maxvorstadt * Im Anschluss an ein Jazzkonzert kommt es an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und rund 2.000 Personen, als nach dem Ende des Konzerts in der Aula der Universität zahlreiche Konzertbesucher die Musiker auffordern, auf dem Geschwister-Scholl-Platz weiterzuspielen.
Als die mit Buhrufen begrüßte Polizei eintrifft, kommt es zu Rangeleien und zwei Festnahmen. Die Polizei wird von den Protestierern durch eine Blockade am Wegfahren gehindert. Dabei werden auch die Reifen des Einsatzwagens zerstochen.
Die bedrängten Polizisten rufen Verstärkung, die mit zwei Funkstreifenwagen, dem Kleinen und Großen Überfallkommando sowie dem Bereitschaftszug der Stadtpolizeischule am Ort der Auseinandersetzung eintrifft. Der Polizeimacht gelingt es an diesem Abend die Menge zu zerstreuen. Es kommt zu weiteren sieben Festnahmen. Die so Festgesetzten werden alle wegen Auflauf und Landfriedensbruch angezeigt.
Dieses Geplänkel geht als „Unikrawall“ in die Geschichte ein.
München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Die Sanierungsarbeiten am Siegestor sind abgeschlossen.
München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Die Ruine des Siegestores soll abgerissen werden. Dank des Amtes für Denkmalpflege wird es 1956 jedoch notdürftig geflickt.
München-Maxvorstadt - Schwabing * Friedrich von Gärtner beginnt im Auftrag König Ludwigs I. mit den Planungen zum Siegestor. Johann Martin von Wagner wird mit dem Skulpturenschmuck des Siegestores beauftragt.
München-Maxvorstadt * Das Siegestor geht als Schenkung an die Stadt über - und damit auch der Unterhalt. Mit der Auflage, dass seine Ausrichtung nach Norden nie verändert werden darf.
München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Der Abriss des Siegestores wird beschlossen.
Schwabing - München-Maxvorstadt * Die siegreichen bayerischen Truppen ziehen triumphierend durch das feierlich geschmückte Siegestor.
München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Der Umzug „2000 Jahre Deutsche Kultur“ nutzt das Siegestor für seine Propaganda.
München * Das Bayerische Fernsehen strahlt im Vorabendprogramm Helmut Dietls grandiose Serie „Münchner Geschichten“ aus. In der Folge „Der lange Weg nach Sacramento“ verwandeln sich der Tscharli und seine Freunde in die Westernhelden Zorro, Gringo und Zapata.
<p><em><strong>München-Maxvorstadt - Schwabing</strong></em> * Erste Planungsvorstellungen von König Ludwig I. zum Bau des Siegestores.</p>
München-Maxvorstadt - Schwabing * Das Siegestor wird - noch ohne der Quadriga - eingeweiht.
München * Ernst Philipp Fleischer lebt dauerhaft in München: zunächst in der Ottostraße 1, später in der Leopoldstraße 20.
München-Maxvorstadt * Das Hauptwerk des Dichters Dante Alighieri heißt „La Divina Commedia - Die göttliche Komödie“. Den gleichen Namen trägt der neu gestaltete Brunnen im Hof des Hauses des Rechts in der Veterinärstraße 1.
München * Die Herzöge Ernst und Wilhelm stellen den Münchner Juden einen Friedhof „bei dem Berg zwischen Moosach und dem Rennweg“ zur Verfügung. Dafür ist jährlich ein Zins von vier ungarischen Gulden zu entrichten.
Für die jüdische Gemeinde bedeutet dies eine große Erleichterung: Bis dahin mussten Verstorbene in Regensburg oder anderen Orten mit jüdischen Friedhöfen bestattet werden.
München-Maxvorstadt * Das Georgianum, das weltweit einzige staatliche Priesterseminar, zieht in seinen Neubau an der Ludwigstraße.
München-Maxvorstadt * Die Familie Schülein bezieht eine neue Wohnung in der Richard-Wagner-Straße 18. Mit dem Umzug verlegt die Unternehmerfamilie ihren Wohnsitz innerhalb der Maxvorstadt, einem der angesehenen Wohnviertel Münchens.
München-Maxvorstadt * Auf dem Ruinengrundstück an der Richard-Wagner-Straße 16 entsteht ein sechsstöckiges Haus der Technischen Universität München. In dem Wohnheim finden heute bis zu 40 Studenten der TUM Unterkunft.
München-Maxvorstadt * Am Geburstag König Ludwigs I. wird der Grundstein für die Ludwigskirche gelegt.
München * Schon die Rückkehr des toten Ex-Königs Ludwig III. - in einem Sonderzug - soll zu einer Triumphfahrt werden. Seit der Überschreitung der bayerischem Grenze läuteten entlang der Strecke die Kirchenglocken und auf den Bahnhöfen versammeln sich Amtsträger, Honoratioren und Vereine in der Landestracht.
Der Sonderzug mit den sterblichen Überresten des Ex-Königs Ludwigs III. macht in Wildenwart Zwischenstation, um den Sarg der Ex-Königin aufzunehmen. Um Mitternacht trifft der Zug schließlich in München ein, wo man noch in der selben Nacht die beiden Särge in die Ludwigskirche bringt.
München-Maxvorstadt * Auf dem Grundstück Richard-Wagner-Straße 19, das zu Baubeginn noch Joseph Schülein gehört, lässt sein Schwiegersohn Dr. med. Alfred Haas eine Privatklinik errichten. Das Gebäude ist äußerlich als repräsentatives Wohnhaus gestaltet und fügt sich in das gehobene Umfeld der Maxvorstadt ein. Alfred Haas ist mit Elsa Schülein, einer Tochter Joseph Schüleins, verheiratet.
München-Maxvorstadt * „Rechtsanwalt“ Gustav Probst ist Eigentümer des Anwesens Richard-Wagner-Straße 9.
München-Graggenau * Der Magistrat genehmigt am 23. Januar, das Gemeindekollegium am 8. Februar 1912 einstimmig den Vorschlag, das Städtische Wehramt auf ein Areal zwischen dem Barackenkasernement Oberwiesenfeld und der Prinz-Leopold-Kaserne an der Winzererstraße zu errichten.
Die Planung sehen ein Hauptgebäude mit dahinterliegendem geräumigen Hof vor, der an allen drei Seiten von erdgeschossigen, nicht unterkellerten Nebengebäuden eingefasst wird. Das Hauptgebäude soll die Amtsräume aufnehmen. Die Gesamtkosten des neuen Wehramtes betragen ohne Grund und Boden 679.625 Mark.
Die Stadt München ist damit die erste Gemeinde im Deutschen Reich, welche für die Verwaltung der ihr zukommenden Militärangelegenheiten ein eigenes Gebäude errichtet hat.
München-Schwabing * Die erste Amtshandlung des Städtischen Wehramts an der Winzererstraße ist die Mobilmachung des bayerischen Heeres für den Ersten Weltkrieg. Am 31. Juli 1914 ist in Bayern wie auch im übrigen Reich der Kriegszustand erklärt worden.
München-Maxvorstadt * Die Ludwigskirche wird durch Erwin Schleich wiederhergestellt.
München-Schwabing * An Fronleichnam, einem katholischen Feiertag in Bayern, beginnen die sogenannten „Schwabinger Krawalle“. Das erste Aufeinandertreffen zwischen Polizei und etwa 50 Zuhörern von drei Gitarrenspielern erfolgt gegen 21:45 Uhr - weit weg von jedem Wohnblock - im Englischen Garten am Monopteros. Doch es läuft glimpflich ab, denn die Jugendlichen folgen der Aufforderung der Polizei und gehen auseinander.
Eine knappe halbe Stunde später löst am Wedekindplatz eine andere Streifenwagenbesatzung - ebenfalls ohne größere Probleme - eine aus etwa 150 Personen bestehende Ansammlung auf, die sich um drei Gitarristen gruppiert hat.
Um 22:35 Uhr kommt es an der Leopold-/Ecke Martiusstraße zum dritten Polizeieinsatz und daraus resultierend zur tätlichen Auseinandersetzung zwischen der Polizei und einer aus etwa 200 Personen bestehenden Gruppe, die sich um fünf Gitarristen gebildet hat. Die Band besteht aus den Gymnasiasten Michael Erber und Klaus Olbrich, den Lehrlingen Wolfram Kunkel und Hans (Sitka) Wunderlich und dem jungen Schreiner Rüdiger Herzfeldt. Sie singen und spielen russische Volkslieder.
Nachdem sich einige Anwohner über die Störung der Nachtruhe bei der Polizei beschwert haben, treffen zwei Beamte am „Tatort“ ein und fordern die jungen Gitarrespieler zum Einsteigen in den Funkstreifenwagen auf. Das Einschreiten der Polizei gegen die Musiker wird von den Zuhörern - „spontan und ohne vorherige Planung“ - als Festnahme gedeutet.
Diese artikulieren daraufhin ihren Unmut ziemlich laut und unmissverständlich. Es kommt zu Rangeleien mit den Ordnungshütern, die nun ihrerseits Verstärkung anfordern, nachdem die Randalierer die Luft aus den Reifen des Polizeiautos lassen. Mit einem ersten Gummiknüppeleinsatz kann die Polizei die auf mehrere hundert Menschen angewachsenen Protestierer vom Schauplatz abdrängen. Kaum dass die Polizisten abgerückt sind, läuft eine noch größere Menschenmenge als zuvor (Schätzungen sprechen von 5.000 Personen) auf die Leopoldstraße und blockiert den Auto- und Straßenbahn-Verkehr mit Stühlen und indem sie sich selbst auf der Straße niederlassen.
Erst nach der zweimaligen Räumung der Straße und der Festnahme von 41 Personen erklärt die Polizei um 1:40 Uhr den Einsatz für beendet. Laut Polizeibericht kommen 90 Beamte zum Einsatz. Zwei Protestierer werden nachträglich zur Anzeige gebracht.
München-Maxvorstadt * Dr. Hermann Schülein wohnt in einem großzügigen Appartement in der Richard-Wagner-Straße 17. Damit bleibt die Familie Schülein auch weiterhin eng mit der Maxvorstadt verbunden, die zu den bevorzugten Wohnlagen des Münchner Bürgertums zählt.
München-Maxvorstadt * Dr. Hermann Schülein heiratet Luise „Fanny“ Levy.
München-Maxvorstadt * Annemarie Schülein, die Tochter von Dr. Hermann und Luise „Fanny“ Schülein, kommt zur Welt.
| Straße | Name | von | bis | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 0.17 | Schraudolphstraße 36 München 36 | Graf Oskar Maria | |||
| 0.25 | Agnesstraße 2 | Fauser Jörg | |||
| 0.30 | Zieblandstraße 11 | Karlstadt Liesl | 1892 | ||
| 0.30 | Isabellastraße 20 | Lempp Albert | |||
| 0.31 | Arcisstraße 46 | Ringelnatz Joachim | |||
| 0.32 | Georgenstraße 35 | Kandinsky Wassily | 1898 | 1901 | |
| 0.33 | Elisabethstraße 5 | Heß Rudolf | |||
| 0.33 | Arcisstraße 44 | Keyserling Eduard von | 1895 | 1895 | |
| 0.36 | Elisabethstraße 8 | Elsner Gisela | |||
| 0.37 | Zieblandstraße 1 | May Karl | |||
| 0.39 | Elisabethstraße 13 | Kruk Gregor | |||
| 0.39 | Georgenstraße 29 | Reventlow Franziska zu | 1897 | 1898 | |
| 0.39 | Georgenstraße 27 | Reventlow Franziska zu | |||
| 0.39 | Schellingstraße 62 | Osteria Bavaria | |||
| 0.41 | Rambergstraße 3 | Althaus Peter Paul | |||
| 0.41 | Rambergstraße 3 | Keyserling Eduard von | 1895 | 1899 | |
| 0.41 | Tengstraße 26 | Althaus Peter Paul | |||
| 0.41 | Tengstraße 26 | Frank Leonhard | 1950 | ||
| 0.41 | Schellingstraße 92 | Reventlow Franziska zu | |||
| 0.41 | Tengstraße 26 | Hausenstein Wilhelm | 1913 | 1914 | |
| 0.44 | Blütenstraße 8 | Rilke Rainer Maria | |||
| 0.44 | Georgenstraße 34 | Heymann Werner Richard | |||
| 0.44 | Luisenstraße 62 | May Karl | |||
| 0.46 | Heßstraße 34 | Pension Fuchs | |||
| 0.46 | Heßstraße 34 | Klages Ludwig | 1893 | ||
| 0.46 | Schellingstraße 53 | Ibsen Henrik | |||
| 0.46 | Schellingstraße 50 | Fotoatelier Heinrich Hoffmann | |||
| 0.47 | Schellingstraße 50 | Parteizentrale der NSDAP | 1925 | 1931 | |
| 0.47 | Franz-Joseph-Straße 42 | Wedekind Frank | |||
| 0.47 | Zieblandstraße 23 | Reventlow Franziska zu | |||
| 0.48 | Schellingstraße 49 | Strauss Franz Josef | 1915 | 1931 | |
| 0.48 | Türkenstraße 81 | Reventlow Franziska zu | |||
| 0.49 | Barer Straße 37 | Graf Oskar Maria | 1919 | 1931 | |
| 0.49 | Schellingstraße 44 | Strauss Franz Josef | 1931 | ||
| 0.49 | Heßstraße 46 | Reventlow Franziska zu | |||
| 0.50 | Heßstraße 9 | George Stefan | 1893 | 1894 | |
| 0.51 | Römerstraße 1 | Pieper Reinhard | |||
| 0.51 | Türkenstraße 69 | Wedekind Frank | |||
| 0.51 | Kurfürstenstraße 30 | Kieselbach Luise | 1912 | 1929 | |
| 0.51 | Franz-Joseph-Straße 37 | Igelhoff Peter | |||
| 0.51 | Türkenstraße 94 | Elser Georg | |||
| 0.52 | Akademiestraße 9 | Mühsam Erich | |||
| 0.52 | Heßstraße 5 | Nietsche Friedrich | |||
| 0.52 | Schellingstraße 39 | Druckerei des Völkischen Beobachters | |||
| 0.53 | Konradstraße 11 | Mann Thomas | 1902 | 1904 | |
| 0.54 | Friedrichstraße 1 | Kandinsky Wassily | 1901 | 1904 | |
| 0.54 | Friedrichstraße 1 | Münter Gabriele | 1904 | ||
| 0.55 | Römerstraße 4 | Hoegner Wilhelm | |||
| 0.55 | Türkenstraße 57 | Simplicissimus | 1903 | 1913 | |
| 0.55 | Schellingstraße 33 | Marc Franz | |||
| 0.57 | Schellingstraße 43 | Walser Robert | 1901 | 1902 | |
| 0.57 | Georgenstraße 24 | Brecht Bertold | 1920 | ||
| 0.57 | Georgenstraße 24 | Feuchtwanger Lion | 1917 | ||
| 0.57 | Friedrichstraße 2 | Holm Korfix | |||
| 0.58 | Heßstraße 35 | Drexler Franz | 1899 | ||
| 0.59 | Adalbertstraße 34 | Wedekind Frank | |||
| 0.59 | Akademiestraße 15 | Zuckmayer Carl | |||
| 0.59 | Akademiestraße 15 | Brecht Bertold | 1923 | ||
| 0.60 | Georgenstraße 105 | Mühsam Erich | 1915 | 1919 | |
| 0.61 | Friedrichstraße 4 | Marc Franz | 1907 | 1908 | |
| 0.61 | Friedrichstraße 4 | Lipps Theodor | 1894 | 1908 | |
| 0.62 | Schellingstraße 27 | Wedekind Frank | |||
| 0.62 | Hohenzollernstraße 61 | Gildo Rex | |||
| 0.62 | Akademiestraße 11 | Toller Ernst | 1917 | ||
| 0.62 | Georgenstraße 16 | Thiersch Friedrich von | 1889 | 1921 | |
| 0.64 | Amalienstraße 81 | Dietz Elmar | 1923 | ||
| 0.64 | Theresienstraße 106 | Kubin Alfred | |||
| 0.64 | Theresienstraße 106 | Heuss Theodor | |||
| 0.64 | Schellingstraße 23 | Ringelnatz Joachim | 1909 | ||
| 0.65 | Agnesstraße 48 | Holthusen Hans Egon | 1950 | ||
| 0.65 | Agnesstraße 48 | Leitl Ludwig | |||
| 0.66 | Türkenstraße 35 | Mann Heinrich | |||
| 0.66 | Hohenzollernstraße 110 | Heisenberg Werner | |||
| 0.66 | Adalbertstraße 4 | Brenninger Georg | |||
| 0.66 | Hohenzollernstraße 83 | Hausenstein Wilhelm | 1915 | 1919 | |
| 0.67 | Türkenstraße 52 | Endell August | |||
| 0.67 | Theresienstraße 66 | Reventlow Franziska zu | |||
| 0.68 | Ainmillerstraße 34 | Rilke Rainer Maria | 1918 | 1919 | |
| 0.68 | Römerstraße 16 | Wolfskehl Karl | 1909 | 1921 | |
| 0.68 | Römerstraße 16 | George Stefan | 1909 | 1916 | |
| 0.69 | Akademiestraße 7 | Toller Ernst | 1918 | ||
| 0.69 | Ainmillerstraße 32 | Klee Paul | |||
| 0.69 | Ainmillerstraße 36 | Kandinsky Wassily | |||
| 0.69 | Ainmillerstraße 36 | Münter Gabriele | 1908 | 1915 | |
| 0.72 | Ainmillerstraße 30 | Stepun Fedor | 1952 | 1965 | |
| 0.72 | Hohenzollernstraße 93 | Braun Eva | 1925 | 1935 | |
| 0.72 | Georgenstraße 3 | Brenninger Georg | |||
| 0.73 | Ainmillerstraße 28 | Plehn Marianne | |||
| 0.73 | Franz-Joseph-Straße 20 | Hartmann Karl Amadeus | |||
| 0.73 | Agnesstraße 54 | Spengler Oswald | 1914 | 1925 | |
| 0.73 | Theresienstraße 63 | Diefenbach Karl Wilhelm | |||
| 0.73 | Ainmillerstraße 28 | Plehn Marianne von | 1913 | 1944 | |
| 0.75 | Schleißheimer Straße 106 | Lenin Iljitsch Uljanow | 1901 | 1901 | |
| 0.75 | Theresienstraße 46 | Carossa Hans | 1914 | 1929 | |
| 0.75 | Franz-Joseph-Straße 18 | Wilke Rudolf | |||
| 0.75 | Franz-Joseph-Straße 18 | Thöny Eduard | |||
| 0.75 | Franz-Joseph-Straße 18 | Reznicek Ferdinad von | |||
| 0.76 | Augustenstraße 75 | Georg Busch | 1891 | 1909 | |
| 0.76 | Amalienstraße 48 | Walser Robert | 1900 | 1901 | |
| 0.76 | Hohenzollernstraße 56 | May Karl | |||
| 0.76 | Hohenzollernstraße 31 | Ringelnatz Joachim | 1920 | 1930 | |
| 0.76 | Kaiserstraße 54 | Althaus Peter Paul | 1937 | 1939 | |
| 0.77 | Franz-Joseph-Straße 13 | Scholl Sophie | 1942 | 1943 | |
| 0.77 | Franz-Joseph-Straße 13 | Scholl Hans | 1942 | 1943 | |
| 0.77 | Türkenstraße 36 | Thoma Ludwig | |||
| 0.77 | Ainmillerstraße 19 | Keyserling Eduard von | 1901 | 1918 | |
| 0.78 | Franz-Joseph-Straße 9 | Bachmann Ingeborg | 1958 | 1958 | |
| 0.78 | Amalienstraße 44 | Klingenbeck Walter | 1924 | 1942 | |
| 0.80 | Leopoldstraße 13 | Leopold Prinz von Bayern | |||
| 0.80 | Franz-Joseph-Straße 9 | Thoma Ludwig | 1905 | 1905 | |
| 0.82 | Türkenstraße 30 | Wedekind Frank | |||
| 0.82 | Kaiserstraße 46 | Lenin Iljitsch Uljanow | 1900 | 1901 | |
| 0.82 | Theresienstraße 148 | Heine Thomas Theodor | 1894 | 1901 | |
| 0.84 | Schellingstraße 3 | Keyserling Eduard von | 1900 | 1900 | |
| 0.85 | Ainmillerstraße 18 | Kurz Isolde | 1913 | 1944 | |
| 0.85 | Leopoldstraße 10 | Nemes Marzell | |||
| 0.85 | Ainmillerstraße 13 | Beer-Walbrunn Anton | |||
| 0.86 | Wilhelmstraße 3 | Gasteiger Mathias | |||
| 0.86 | Theresienstraße 23 | Morgenstern Christian | |||
| 0.86 | Hohenzollernstraße 23 | Pieper Reinhard | |||
| 0.87 | Leopoldstraße 10 | Hausenstein Wilhelm | 1919 | 1919 | |
| 0.88 | Gabelsbergerstraße 51 | Lenin Iljitsch Uljanow | |||
| 0.88 | Ohmstraße 20 | Hausenstein Wilhelm | 1926 | 1932 | |
| 0.88 | Leopoldstraße 20 | Moshammer Rudolph | |||
| 0.88 | Viktor-Scheffel-Straße 10 | Reger Max | 1907 | 1907 | |
| 0.88 | Leopoldstraße 4 | Die Insel | |||
| 0.88 | Viktor-Scheffel-Straße 10 | Hausenstein Wilhelm | 1910 | 1911 | |
| 0.88 | Leopoldstraße 10 | Herzog Wilhelm | |||
| 0.89 | Amalienstraße 25 | Café Stefanie | |||
| 0.89 | Belgradstraße 16 | Ball Hugo | |||
| 0.89 | Friedrichstraße 34 | Hoffmann Heinrich | 1945 | ||
| 0.89 | Hohenzollernstraße 21 | Obrist Hermann | |||
| 0.89 | Hohenzollernstraße 21 | Münter Gabriele | |||
| 0.90 | Friedrichstraße 34 | Langheinrich Max | |||
| 0.90 | Luwigstraße 28 | Haus des Deutschen Rechts | 1945 | ||
| 0.91 | Leopoldstraße 4 | Heymel Alfred Walter | |||
| 0.91 | Leopoldstraße 4 | Schröder Rudolf Alexander | |||
| 0.92 | Franz-Joseph-Straße 2 | Mann Thomas | 1905 | 1910 | |
| 0.92 | Ainmillerstraße 7 | Fleißer Marieluise | |||
| 0.92 | Luisenstraße 22 | Heyse Paul von | 1874 | 1914 | |
| 0.92 | Richard-Wagner-Straße 27 | Gerlich Fritz | 1934 | ||
| 0.93 | Ohmstraße 3 | Brecht Bertold | 1922 | ||
| 0.93 | Herzogstraße 55 | Brachvogel Carry | 1910 | 1942 | |
| 0.93 | Wilhelmstraße 2 | Halbe Max | 1904 | 1936 | |
| 0.93 | Wilhelmstraße 9 | C. H. Beck Verlag | 1944 | ||
| 0.94 | Schackstraße 4 | Münter Gabriele | |||
| 0.95 | Kaulbachstraße 69 | Defregger Franz von | |||
| 0.95 | Barer Straße 19 | Montez Lola | 1847 | 1848 | |
| 0.95 | Leopoldstraße 21 | Schülein Julius Wolfgang | 1908 | 1930 | |
| 0.95 | Pündterplatz 1 | Oehl Erwin | 1931 | ||
| 0.96 | Ainmillerstraße 5 | Reventlow Franziska zu | |||
| 0.96 | Kaulbachstraße 63 | Reventlow Franziska zu | 1903 | 1906 | |
| 0.97 | Ludwigstraße 18 | Scheffel Joseph Viktor | |||
| 0.97 | Leopoldstraße 42 | Goll Claire | |||
| 0.98 | Kaulbachstraße 63 | Brecht Bertold | 1918 | ||
| 0.98 | Ludwigstraße 18 | Gärtner Friedrich von | 1914 | ||
| 0.99 | Theresienstraße 9 | Schmeller Johann Andreas | 1836 | 1852 | |
| 0.99 | Giselastraße 7 | Ruederer Joseph | 1888 | ||
| 0.99 | Giselastraße 7 | Corinth Lovis | 1891 | 1897 | |
| 0.99 | Gabelsbergerstraße 77 | Corinth Lovis | 1897 | ||
| 0.99 | Kaulbachstraße 68 | Marc Franz | 1905 | 1907 | |
| 0.99 | Kaulbachstraße 68 | Klabund | 1904 | 1904 | |
| 1.00 | Kaulbachstraße 62 | Schaumann Ruth | |||
| 1.00 | Kaulbachstraße 68 | Fassbinder Rainer Werner | |||
| 1.00 | Clemensstraße 84 | Traven B. | 1915 | 1919 | |
| 1.00 | Leopoldstraße 27 | Winkler Eugen Gottlob |